Porto.

Ist eine Stadt die Begeistert. Nicht nur begeistert sondern einem hinter jeder Ecke staunen lässt. Eine Stadt am Ufer des Flusses Douro mit seinen engen Gassen, großen Plätzen und Portwein Destillen.

Schon deshalb lohnt es sich die 1400 sm von Holland hier her zu segeln.

Hier her heißt für mich Leixoes. Diese schrecklich Schöne und schön Schreckliche Stadt liegt ein paar Seemeilen nördlich von Porto. Der Yachthafen liegt sehr geschützt und ist einer der preiswertesten Yacht Hafen hier an der Küste.

Uwe liegt mit seiner Nemo im Hafen. Wir fahren gemeinsam mit dem Bus 507 nach Porto. 45 min. später und 2€ Ärmer sind wir in der Oberstadt. Endstation. So komme ich ohne Seekarte aus…

Der Bahnhof hat was.

Von der Oberstadt laufen wir im Zickzack über enge Gassen runter in den Mittelalterlichen Viertel Ribeira am Flussufer. Wunderschöne Häuser, fast am zerfallen aber noch bewohnt und renovierte Schmuckstücke mit diesen wunderbaren Kacheln an den Hausfassaden passieren wir.

Die Bogenbrücke über den Douro Ponte Luis I prägt den ganzen Flusslauf. Der Ingenieur Theophile Seyring der mit Gustave Eifel die 500 Meter Flussaufwärts gelegene Brück Ponte Maria gebaut hat ist die Ausführende Kraft. Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk mit seinen Stahlträgern und tausenden von Nieten. An den riesigen Fundamenten auf beiden Seiten des Flusses schmiegen sich alte Häuser direkt neben den Stahlträgern. Unglaubliche Perspektiven zwischen Stahlträger und Beton ergeben sich hier. Ich bin fasziniert.

Heute ist Sonntag. Hecktick spüre ich nicht in dieser großen Stadt. Es fühlt sich alles Gut an. Sogar als wir am Dienstag nochmal hin fahren ist keine Spur von Hecktick zu spüren.

Die Touristen werden kanalisiert durch die Stadt geführt und wir genießen die Nebenstraßen. Natürlich gehen wir auch über die Brücke und genießen die Aussicht auf den Douro und dem Flussufer voller Portwein Destillen auf der einen und vielen Kaffees, Restaurants und Kneipen auf der anderen Seite.

Mit zahlreichen Booten am Flussufer kann man Fahrten buchen. Ein 6 Brücken Fahrt zeigt dir die

tollen Brücken aus der Froschperspektive. Der Douro windet sich durch die Schlucht an den sich bunte Häuser schmiegen.

Ich fühle mich hier auf Anhieb wohl und genieße diese besondere und entspannte Atmosphäre.

Porto entwickelt sich zu einer meinen Lieblingsstadt.

Leixoes, eine Industriestadt der Gegensätze.

Arm und Reich, Protzbauten mit Marmorfassaden, nicht schön aber teuer und direkt daneben viele Gebäude die zerfallen mit einem morbiden Scharm. Und dann der Containerhafen neben dem Anleger für Kreuzfahrtschiffe. Das ist Leixoes.

Irgendwie ist es hier schrecklich Schön und reizt mich nach einem Tag Eingewöhnungsphase. Ich esse wunderbar Sardinas mit Pimentos, Kartoffeln und Brot für 10€. Das abseits von der Marina und den unzähligen Straßen. Direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite gibt es Dorade für 8 €. An der Seafront ist die breite Straße, Flaniermeile und ganz viele Hochhäuser. Davor die Strände immer wieder unterbrochen von Felsen. Ein Leuchtturm steht im Norden. Das sieht irgendwie Schön aus. Man findet auch immer wieder ein Plätzchen zwischen den Felsen zum Sonnenbaden. Hinter der Straße sind moderne und teure Betonklötze mit teilweise Marmorfassaden. Alles sieht exklusiv aber auch irgendwie Trist aus. Im Hintergrund Schornsteine von einer Raffinerie.

Ich fühle mich zwischen den alten, teilweise verlassenen und vor Einsturz gefährdeten Häusern wohl. Man sieht ihnen die Leibe zum Detail immer noch an wenn man genauer hinsieht. Es macht Laune sich hier umzusehen…

Ja, es ist wirklich schrecklich Schön und schön Schrecklich hier.

Ich fliege von hier aus nach Deutschland ein paar Dinge erledigen und natürlich auch um Geld zu verdienen. Der Hafen eignet sich hier bestens nur 6 Kilometer vom Flughafen Porto entfernt. Für den Liegeplatz zahle ich 210€ im Monat. Das Taxi kostet mich 15 € zum Flugplatz. Die Stege sind durch einem Tor vor Fremden mit einer Zugangskarte geschützt. Die Hafenmeisterin sehr freundlich und hilfsbereit.

Von hier aus ist man mit dem Bus in 45 min. in Porto.

Das ist aber eine andere Geschichte.

#leixoes

Biona.

Ich fange mal in der Bucht von Biona an um meine Reise von Holland aus in den Süden hier hier im wieder auferstandenen Blog zu beschreiben. Ca. 1300 sm bin ich nun schon unterwegs.

Baiona ist wunderschön mit seiner Burg, den engen Gassen und vielen Annehmlichkeiten.

Der Hafen ist aber teuer. 60€ muss ich bezahlen für die Morian mit ihren 11,75m.

Also ankere ich in der Bucht auf Mud mit Seegrass.

Hier liege ich sehr geschützt vor Winden aus West über Süd bis Ost. Mein Schlauchboot binde ich einfach an einem Schwimmsteg im Hafen an um in den Ort zu kommen. Eine Tankstelle gibt es hier auch. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen Schiffschandler.

Es gibt schöne Spaziergänge um die Burg mit wunderschönen Aussichten auf die Inseln und der Stadt. In den engen Gassen der Altstadt gefällt es mir besonders gut mit seinen Restaurants, Tappasbars und Kneipen. Dort kann man überall wunderbar Essen gehen und im Schatten der Gassen draussen sitzen. Der Supermarkt ist nur 10min. zu Fuß vom Hafen entfernt.

Der Nachbau der Pinta liegt hier auch im Hafen. Dieses Schiff von der Flotte Columbus brachte die frohe Botschaft nach Spanien, dass es noch ein Kontinent im Westen gibt. Man kann das Schiff besuchen.

Leider muss ich weiter weil mein Flieger in Porto startet.

Also geht es heute rüber nach Portugal.

#baiona

Ich melde mich zurück!

Seit dem 21 März 2020 habe ich meinen Blog nicht mehr weiter geführt. Das hat seine Gründe mit dem Tod meines Vaters, für den ich diesen Blog geschrieben habe.

Ich fühlte mich einfach unwohl beim schreiben. Auch brauchte ich einfach meine Zeit um hier wieder Spass beim schreiben zu bekommen. Jetzt ist er wieder da und ich möchte Euch weiter teilhaben lassen auf meinen Reisen und Leben an Bord der wunderbaren ‘Morian‘.

Sicherlich haben viele von euch dieses Kapitel zu geschlagen aber ich werde weitermachen und so mein Lebenstagebuch, wo drin ich immer wieder gerne blättere, mit Euch teilen.

Natürlich habe ich auch daran gedacht ein Vlog zu betreiben wie es so viele machen. Die sind mir aber viel zu flüchtig. Die modernen Vlogs sind nicht so meine Sache.

Also geht es jetzt hier weiter. Vieles muss ich noch verändern, WordPress wieder erlernen und meine Menüs updaten. Das wird in der nächsten Zeit passieren.

Also immer mal wieder hier reinschauen!

Selbstgewählte Quarantäne.

Ich will ja jetzt zu einer 4 Monate dauernde Reise aufbrechen. Es soll in den Norden gehen. Über Kopenhagen, Göteborg und Oslo sollte es nach Kristiansand in Norwegen gehen. Dann ein wenig nach Norden um danach den Kurs nach West zu nehmen. Die Shetlands, Orkneys und Schottland sind sozusagen auf dem Rückweg dran. Eine runde Sache soll es werden.

So ist meine Plan.

Da ich ja schon länger segele, weiß ich natürlich auch,  daß es  ganz anders kommen kann.

Das Corona Virus war aber nicht in meinen kühnsten Gedanken vertreten.

Dänemark ist dicht. Dort komme ich nicht hin. Schweden geht wohl noch. Norwegen ist aber auch dicht. Keine Chance. Game over…

Ich liege weiter in Zierikzee und habe mir eine selbstauferlegte Quarantäne gegeben.

Wir müssen alle Aufpassen dieses ekelige Monster von Virus nicht noch schneller ausbreiten zu lassen. Wir müssen die Ausbreitung verlangsamen. Deshalb bleibe auch ich hier.

In meinem Tagebuch schreibe ich;

So ruhig habe ich Zierikzee noch nie erlebt.

Das Grundrauschen des Zusammenlebens ist verschwunden. Ich fühle mich isoliert und wie im Stubenarrest. Gerade ich, der immer so gelebt hat, das ich sofort überall hin verreisen kann, bekomme nun beklemmende Gefühle.

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 Aber allmählich finde ich Gefallen daran.

Dieser Corona Virus ist wie ein Reset Knopf. Alles auf Anfang. Alles runterfahren. Was ist wichtig im Leben? Viele haben verlernt nur mit sich selbst auszukommen. Als Einhandsegler habe ich das aber gelernt. Partnerschaften werden jetzt auf die Probe gestellt wenn man 24 Stunden aufeinander hockt. Die Ablenkung von sich selbst tritt in den Hintergrund. Stille heißt, das jetzt alle deine Sinne völlig sensibilisiert sind. Du bekommst alle Annehmlichkeiten aber auch alle Unannehmlichkeiten ungefiltert mit. Und dann noch die Existenz Ängste die aufkommen wegen Kurzarbeit oder Umsatzeinbußen. Eine schwere Zeit für alle.

Ich versuche sowieso immer das positive zu sehen. Also auch in diesen schweren Zeiten.

Meine Gedanken gehen zu den Menschen die erkrankt sind und hoffentlich gesund aus dieser Misere wieder heraus kommen.
Und all die, die sich immer noch in Gruppen treffen oder Corona Partys feiern soll der Blitz sie beim scheissen treffen.

Vor den Aldi habe ich mich gestellt und alte Menschen angesprochen. Kann ich für euch Einkaufen gehen habe ich sie gefragt, damit ihre Ansteckungsgefahr minimiert wird. Leider waren die meisten so was von irritiert und haben meinen Vorschlag verneint. Bis jetzt haben aber zwei mit einem strahlen in ihren Augen ja gesagt. Ich habe für sie eingekauft. In gebührenden Abstand gingen wir dann mit den vollen Tüten zu ihnen nach Hause. Sie waren so Dankbar und wir haben uns angeschaut. Ich spürte solch eine Wärme in ihren Blicken.

Wir alle müssen jetzt zusammenhalten.

Aber bitte mit Distanz …

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Bleibt alle Gesund!!!

Dordrecht!

Eigentlich bin ich auf dem Weg nach Zierikzee um dort zu überwintern. Aber ich mache noch ein paar Umwege im Scheldegebiet und segele über Willemstad nach Dordrecht. Das Wetter meint es gut mit mir.

Im Herbst hier in Zeeland und im Südhollend zu segeln ist eine wohltat nach dem überfüllten Sommer.

Willemstadt ist auch eine Reise wert.

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Dordrecht liegt im Osten von Rotterdam. Dort komt man immer vorbei wenn man die Stehende Mastenroute quer durch Holland nimmt. Ich bin dort immer vorbei gefahren. Jetzt möchte ich aber von Willemstadt nach Dordrecht segeln und dort ein paar Tage bleiben.

Und was soll ich sagen. Dordrecht überrascht positiv und erinnert mich ein wenig an little Amsterdam. Ich bleibe gerne hier.

Die Anfahrt dorthin muss aus Süden kommend ein wenig geplant werden.

Durch das Hollandsch Diep biegt man nach ein paar Sm nach Steuerbord ab in die Oude Maas. Dort herrscht reger Betrieb. Vor allem Berufsschifffahrt ist hier zahlreich vertreten. Die kommen von der Schelde oder aus Rotterdam. In Dordrecht liegen sie an den langen Kaimauern oder monövieren vor ihren Anlegern rum. Da muss ich ganz schön aufpassen und manchen Großen ausweichen.

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Die zahlreichen Jachthäfen liegen alle nördlich der Grotebrug die die Oude Maas überquert. Sie ist eine Eisenbahnbrücke und eine Strassenbrücke. Dadurch öffnet sie in der Hauptsaison nur um 06:12, 09:12, 11:12, 13:12, 15:12,17:12,19:12,21.12 und um 23:12 Uhr. Auch soll man sich eine Stunde vorher über VHF 71 bei der Brücke melden.

Wenn man zu früh dort ist kann man ca 500 Meter vor der Brücke an Seuerbord im Afgedamde Mallegat an einem kleinen Schwimmsteg festmachen.

Ich bin zu früh und warte.

Als endlich die Lichter auf Rot Grün gehen sehe ich wie erst die Eisenbahnbrücke senkrecht hochgefahren wird. Dann klappt sich die Strassenbrücke ein wenig und klemmt. Och nöö, dass muss jetzt nicht sein. Ich habe meine Abfahrtszeit so getimt, dass ich noch vor dem angesagten Wind mit bis zu 28 kn im schützendem Hafen von Dordrecht sein würde. Mir war es sicherer bei wenig Wind dort anzukommen und zu monövrieren. Denn ich kenne den Hafen nicht und er sieht ziemlich eng auf der Karte aus.

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Nun ja, dann muss ich halt doch noch 2 Stunden auf die nächste Brückenöffnung warten.

Das Wetter ändert sich langsam. Einzelne Böen fallen ein. Als das warten ein ende hat bläst der Wind bis zu 27 kn. Na Klasse….

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Die Brücke öffnet sich und ich fahre zügig mit anderen dadurch. Ich habe mich entschieden in den Nieuwe Haven zu gehen. Eine sehr schmale Einfahrt zwischen den Häuser muss ich nehmen. Die ist aber nicht leicht auszumache, denn ein 100 Meter langer Frachter liegt davor und sein Bug ragt ein wenig in die ca.10 Meter breite Einfahrt hinein. Im letzen Moment sehe ich die Einfahrt und schwenke nach Steuerbord ein. Sofort wird die Einfahrt von einer Klappbrücke versperrt.

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Hier gibt es auf der Steuerbordseite zwei Dalben um anzulegen. Ich lege dort an und der Hafenmeister öffnet die Klappbrücke in der Zeit von voller Stunde bis 10 Min danach und halber Stunde bis 10 Min danach. Der freundliche Hafenmeister begrüßt mich am Anmeldesteg und sagt mir ich solle noch durch die nächste Klappbrücke gehen und an Steuerbord Platz 84 festmachen. Dort sei ein Seitensteg mit einem Dalben am Heck.

Hier wartet man in der Einfahrt um durch die Brücke zu kommen.

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Die Einfahrt von innen nach draussen fortografiert.

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Zum Glück ist es ziemlich Windgeschützt durch die zahlreichen Häuser hier und der Anleger funktioniert problemlos. Ich stelle den Motor ab und bin positiv überrascht von der Atmosphäre hier. Wunderbar ich bleibe ein paar Tage.

Nieuwe Haven.

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Dordrecht bekam 1220 seine Stadtrechte und hat ca. 120.000 Einwohner. Diese Stadt erinnert mich an Amsterdam in klein. Zahlreiche Grachten durchziehen die Stadt. Grosse Kaufmannshäuser, zahlreiche Kirchen, Museen und Brücken sind hier vertreten. Hinter jeder Ecke finde ich etwas zu Staunen. Viele alte Schiffe liegen im Museumshafen und an den Piers. Antiquitätenhandlungen sehe ich zahlreiche. Ich mache es mir gemütlich an einen der zahlreichen Kaffees am Marktplatz. Von den Marktplätzen gibt es zwei direkt in der nähe vom Hafen. Auf Anhieb fühle ich mich wohl.

Ich schlendere.

Die Grote Kerk überragt hier alles.

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Heute ist Markttag und überall wuseln Leute rum.

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Im Volwevershaven liegen viele alte Schiffe. Der grenzt direkt an den Nieuwe Haven. Yachten können hier aber nicht liegen.

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Hier mal zu Überwintern geht es mir durch den Kopf.

Das wäre doch mal ne Sache. Ich frage den Hafenmeister und er sagt, dass geht ohne Probleme. Die Preise sind auch in Ordnung. Strom wird per Kw. mit 0,30€ berechnet. Alles ist Fußläufig zu erreichen. Eisfrei bleibt es hier. Mal sehen was ich im nächsten Winter mache….

Ach ja, meine Bilder haben alle ein Copyright!!!

 

 

Neuer Motor und warum es kein SOLE wurde. Teil 1

Morian´s 33 Jahre alter Motor, einen  Volvo MD 17 D mit 36 Ps macht mir schon seit Jahren sorgen. Als ich Morian vor 6 Jahren übernommen habe war der Motor schon nicht in einem guten optischen Zustand. Der Voreigner hat ziemlich geschlampt. Ich glaube an das Gute und gebe dem Motor immer wieder eine längere Lebenszeit. Und das Jahr für Jahr. Dabei repariere ich mich so durch die Jahre. Als bei meinem letzten Törn der Motor mich 5 mal  gezwungen hat ihn zu reparieren, habe ich die Nase voll. Mehr Zeit und Geld stecke ich in dieses verostete Teil nicht rein. Leider bedeutet das für mich eine riesige Investition vor der ich mich immer gescheut habe.

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Morian´s alter Motor.

Aus und vorbei.

Das ist meine letzte Panne mit dem Motor. Mein Auspuffschlauch ist gerissen und hat das heiße Kühlwasser in meine Motorbilge gepumpt. Was für eine Sauerrei. Und das 7 sm vor meinem Heimathafen nach meinem 4 Monatigen Törn.

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Lohnt sich das eigentlich so viel Geld in ein 33 Jahre altes Boot zu stecken?

Diese Frage stelle ich mir auch. Aber meine Atwort kam promt. Ja, denn Morian ist von der Substanz tadellos. Sie ist mei Traumschiff und ich stelle mir sowieso vor mit ihr gemeinsam bis in den Sonnenuntergang zu segeln. Das wird sicherlich erst in mehrere Jahrzenten passieren.

Tja, welchen Motor nehme ich denn?

Wenn ich mich nach der Farbe entscheiden soll gefällt mir der blaue Sole am besten. 🙂

Aber welcher Motor passt den nun in das Fundament von der Morian?

Und was kostet er?

Wieviel PS brauche ich denn ?

Turbo oder kein Turbo?

Was muss alles sonst noch nach 33 Jahren ausgetauscht werden?

Welches Getriebe?

Kann ich etwas verbessern?

Fragen über Fragen. Ich tauche in das Internet ein und verschwinde in den Details…

Als erstes schaue ich natürlich bei Volvo nach. Der könnte doch direkt auf das Fundament passen dachte ich mir. Pustekuchen, da passt nichts. Genauso wie bei allen anderen Fabrikaten. Und dann noch der Preis. Jenseits von Gut und Böse. Auch ist mir die Preispolitik bei den Volvo Ersstzteilen ein Dorn im Auge. Genau so wie bei Yanmar. Auch der ist mir viel zu teuer.

Ich rechachiere weiter. Die roten Beta Motoren kommen mir immer in die Quere wenn ich Englische Yachtzeitschriften lese. Ich kenne aber keinen mit diesen Motoren und das Händlernetz ist auch nicht so groß.

In Holland gibt es einen Händler der preisgünstig Motoren marinisiert auf Mitsubishi Basis. Der heißt Drinkwaard. Die Motoren sind ca 2000€ billiger wie die anderen üblichen Verdächtigen auf Mitsubichi Basis wie Vetus, Chraftman und Sole. Ich konnte leider nicht herausfinde wo genau dieser Preisunterschied herkommt. Auch kenne ich keinen, der solch einen Motor hat. Irgendwie traue ich mich da nicht dran.

Es gibt auch noch sehr preiswerte Chinakracher. Die sind  bis zu 60 % billiger wie ein Vetus.

Also bleibt noch Vetus, Chraftman und Sole übrig. Ich lade mir die Bedienungsanleitungen der Motoren runter und lese sie durch. Alle drei sind auch auf Mitsubichi Basis gebaut. Und das gefällt mir erst mal. Diese Motoren gibt es auf der ganzen Welt und jeder Motoren Mechaniker kann die reparieren. So jedenfalls meine Vermutung. Der günstigste ist der Sole. Dann kommt Chraftman und am teuersten von den Dreien ist der Vetus. Vetus wird in Holland gebaut. Sole in Spanien. Chraftman glaube ich in Amerika.

Da ich mit meinen Boot in Holland liege sollte die Ersatzteilversorgung von Vetus sicherlich am besten sein. Im Onlineshop sehe ich auch, dass die Ersatzteile viel billiger sind wie die von Volvo. Das ist schon mal gut. Aber der Preis?. Hmmm, der ist der teuerste von den Dreien.

Chraftman ist hier in meiner Umgebung nicht vertreten. Drinkwaard verteibt die in Holland. Irgendwie traue ich mich auch nicht daran

Sole ist der billigste. Ist Billig gut?. Ich recherchiere weiter und finde viele gute Erfahrungen mit dem Motor. Natürlich gibt es auch schlechte Beurteilungen. Aber das habe ich bei allen Motoren gelesen. Die Guten überwiegen und ich frage Segler, die solch einen Motor haben. Die schwöre fast alle auf diesen zuverlässigen und günstigen Motor. Ich selber habe schon seit Jahren diese Sole Motoren auf dem Schirm. In England habe ich viele gesehen und auch in Holland. Viele Händler in Holland haben Ersatzteile. Aber wie sieht es sonst auf der Welt aus?. Wenn ich mal Ersatzteile brauch müssen die aus Spanien gliefert werden. Eingentlich sollte das kein Problem sein. Manche Händler die ich angefrage sagten, dass es etwo 2 Wochen dauern wird. Finde ich zu lang. Vetus liefert in 2 Tagen. Ich glaube das einfach mal….

Wieviel PS brauche ich?

Morian wiegt ca. 10,5 to. Der alte Volvo hatte 36 Ps. Das hat mir immer gereicht. Auch in den strömungsreichen Tidengewässer die ich ja regelmäßig befahre. Weniger möchte ich aber nicht haben. Die Motoren die ich mir anschaue haben alle zwischen 42 und 45 Ps. Das scheint eine gute wahl zu sein. Die nächst Größeren haben so um die 50 Ps und einen Turbo. Diese Technik möchte ich nicht an Bord haben. Ist mir zu kompliziert und anfällig. Also um die 4 Ps pro Tonne sind meiner Meinung nach ein guter Wert. Ich habe mal 12 Jahre eine 8 to. schwere Reinke besessen, in der einen 20 Ps Motor verbaut wurde. Das war ein bischen zu wenig in meinen Augen. Ich bin aber trotzdem ohne Probleme mit der schwachen Leistung ausgekommen. Mit solch einer Kombi lernt man das vorsichtige Manövrieren in engen Häfe.n

Also um die 40 Ps werden es.

 

Als ich mehr in die Details gehe erfahre ich auch, dass alle Motoren heute ihre Service Seite auf der linken Seite haben. Also Ölfilter, Dieselfilter und Ölpeilstab. Das ist ja genau auf der anderen Seite wie bei meinem alten Volvo! Und meine Serviceklappe am Motorraum ist auf der rechten Seite. Wie blöde ist das denn. Ich habe zwar auch auf der linken Seite eine Service Klappe. Die erreiche ich aber nur, wenn ich meine riesige mannhohe Backskiste ausräume. Das ist echt viel Arbeit um den Ölstand zu prüfen. Da kommt wieder der Sole ins Spiel. Sein Ölpeilstab wird von vorne herausgezogen. Das gefällt mir. Bei den anderen Motoren muss ich durch die Backskiste an den Ölpeilstab.

Welches Getriebe soll nun daran?

Ich lasse mir Angebote geben und entscheide mich für den Sole.

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Die Preise sehen erst mal verlockend aus. Denn die Sole Motoren werden mit einem Standardgetriebe von Technodrive ausgeliefert. Es ist der TMC 60 P mit geraden Abgang.

Da bei der Morian der Motor möglichst waagerecht auf dem Fundament sitzen soll brauche ich aber ein Getriebe mit 7 Grad Abgang. Dadurch wird in meinen Augen eine bessere Ölschmierung gewährleistet. Also brauche ich das Technodrive TMC 60 A mit 7 Grad Abgang. Das Getriebe ist natürlich teurer. Auch spreche ich mit mehreren Fachmännern und erfahre, dass das Getriebe TMC 60A von Technodrive doch ein bischen schwach gebaut ist für 42 Ps. wenn ich auf Langlebigkeit aus bin. Und das bin ich. Also muss ich das TMC 260 nehmen für den Sole, was schlappe 750€ mehr macht. Die maximale Eingangsleistung für die Freizeitfahrt wird auf 84kw angegeben. Bei der Berufsfahrt 61 kw. Der billigere TMC 60 A bei Freizeitfahrt auf 52kw und bei der Berufsfahrt auf 39kw. Ich rechne bei mir einfach mal mit den Berufsfahrt Werten. Dabei fühle ich mich einfach besser.

Also bestelle ich den Sole Mini 44 mit 30,9 kw oder 42 Ps mit dem Getriebe TMC 260 von Technodrive.

Irgendwie wurde dann aber alles anders….

 

River Fal

Die Bucht von Falmouth ist ja riesig. Wenn man die Bucht knapp 4 sm. weiter nach Norden fährt kommt man in den River Fal der dann in den River Truro übergeht. Diese Flusslandschaft windet sich ca. 6 sm. weiter hinauf bis Truro. Dort kommt man aber nur bei Hochwasser hin. Sowieso sollte man aufpassen. Auch in der Bucht ist bei Niedrigwasser nicht viel Platz zum segeln. Immer wieder stören Flachs das geradeaus segeln. obwohl die Wasserfläche sehr groß ist. Eine betonte Fahrrinne hat aber immer genug Wasser über Grund. Ich segele immer weiter nach Norden und bin begeistert von der Landschaft.

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Leicht geschwungene Hügel, saftig grün, gesprenkelt mit Schafen oder Kühen drauf erfreuen mein Auge. Durchbrochen durch Hecken, die die Felder teilen ergibt sich immer wieder ein neues Muster und Formen. Das Segel eines Drachen durchschneidet diesen Überfluss von Grüntönen. Diese Hügel befinden sich am östlichen Ufer gegenüber von Mylor Harbour.DSC08195-River FAl

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Mir kommt einer dieser wunderschönen Falmouth Clipper entgegen. Was für ein majestätischer Anblick. Hier sind so viele schöne Jachten stationiert das ich nur noch staune.

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Bei der ersten Windung des River Fal komme ich am Trelissick Garden vorbei. Dieser subtropischer Garten wurde von der englischen Porzelanfabrikantin Ida Copeland zwischen 1937 und 1955 erschaffen. Dem Golfstrom sei Dank gedeihen hier die tollsten Gewächse. Der Besuch lohnt sich.

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Ich segele mit 3 kn den Fluss hinauf. Eine leichte Gegenströmung lässt Morian gemächlich dahingleiten. Gegenüber vom Tocarne Creek sehe ich ein Pantoon der im Fluss verankert ist. Es gibt keine Landverbindung. Soll ich hier schon Anlegen?. Nein, ich möchte noch weiter Flussaufwärts, sehen was kommt. Als der Fluss eine Wendung nach steuerbord nimmt traue ich meine Augen nicht. Ich habe mit allem gerechnet. Nur nicht mit der Großschiffahrt hier im Fluss. Und ich meine wirklich Großschiffahrt. Ein ca. 200 Meter langer Biggy liegt hier auf Reede. Und zwar mitten im Fluss. Wie der hier reingekommen ist weiß ich nicht. Jedenfalls darf der Steuermann keinen Fehler machen um hier hinauf zu kommen. Ich habe gehört, das die Großen hier billiger auf Reede liegen dürfen.

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Ich schleiche mich langsam an diesem Monstrum aus Stahl vorbei. Jetzt geht das segeln nicht mehr. Also diesele ich weiter an der King Harry Ferry vorbei. Sie ist eine Kettenfähre die zum ersten mal 1888 die beiden Ufer des Flusses verbunden hat. Das rasseln der riesigen Kette höre ich immer noch.

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Vorbei am Smugglers Cottage vor dem man an Moorings gehen kann sehe ich einen weiteren Pantoon an Steuerbord. Auch wieder ohne Landverbindung aber mit alten Ruinen und einem Bootshaus in der Nähe. Hier gefällt es mir und ich mache am Pantoon fest.

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Hier verbringe ich zwei Sturmtage mit Dauerregen. Geschützt durch die hohe Uferbewaldung und dem Fluss ist das hier gut auszuhalten. Dann zieht es mich erst mal zu den Scillys, wovon ich ja schon berichtet habe. Zurück von den Scillys gehe ich an den ersten Pantoon am Eingang vom River Fal. Dort treffe ich die DaLang mit Andrea und Mac.

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Auch Gerd liegt hier. Er ist deutscher und liegt hier seit Oktober letzten Jahres. Mit seiner 35 to. und 14 Meter langen  Ferrozement Ketch ist er von Südafrika hier her gesegelt. Ein Motorproblem lässt ihn hier schon seit Monaten ausharren. Stolz erzählt er mir, dass er die Yacht selbst gebaut hat. Und zwar aus Teilen, die er in der Miene gefunden hat wo er arbeitete. Alle Schrauben die er verbaut hat haben andere Maße. Das liegt eben daran, dass er nicht immer die richtige Größe gefunden hat. Er ist unglaublich geschickt und kann alles selber reparieren. Gerade baut er seinen alten 100 Ps Diesel aus. Das Ungetüm steht jetzt im Cockpit. Habe ich alles alleine rausbekommen mit Balken und Taljen! Zum Glück ist meine Frau abgehauen.Sonst hätte ich die ganzen Anbauteile der Maschine nicht auf den Salontisch stellen dürfen. 😉

Als ich in Frage wie er den Winter verbracht hat sagt er nur. Tja, ne Heizung habe ich nicht. War schon hart. Ich bin den ganzen Tag unter der warmen Decke in der Koje geblieben und habe Fernsehen geguckt.

Jede Woche ist der Harbour Master mit seinem Schlauchboot vorbei gekommen und hat geschaut ob ich noch lebe.

Ich mag skurrile Menschen.

Seine beiden Windgeneratoren und die unzähligen Solarzellen beeindrucken mich…

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Langsam denke ich an den Rückweg.

DAs ist aber eine andere Geschichte…

 

 

Mal schnell rüber zu den Isles of Scilly

Seit einiger Zeit liegen wir in Falmouth.

Das Wetter ist alles, aber nur nicht gut. Immer wieder Wind bis 7 bfo. Sonne und Wolken wechseln sich 5 mal am Tag ab. Auch regnet es mal den ganzen Tag durch. Der Westwind weht beständig. Und da möchten wir hin. Nach Westen zu den Scilly Isles.

Und da, ja da tut sich ein Wetterfenster auf. Nicht lange, nur so für 3 bis 4 Tage. Gestern blies es noch mit 5 bis 6 bft aus Westen. Und das schon mehrere Tage. Dementsprechend wird draußen sicherlich ein hoher Seegang sein.

In mir kribbelt es. Ich möchte los. Möchte die lange Dünung spüren hinter Lands End. So ein wenig Hochseeluft schnuppern. Ich sage Mac und Andrea bescheid ob sie mitkommen wollen. Das ist ihnen zu spontan. Jetzt haben wir 9:30. 68 sm. sind es bis zu diesen zauberhaften Inseln. Eigentlich bin ich ein bisschen Spät dran. Die Tide steht auch gegen mich. Aber der Wind weht aus NE mit bis zu 5 Bfo. Ich möchte aber los. Denn dies wird auch ein sehr spezieller Tag für mich.

Also Leinen los auf geht`s.

Bis Lizard Point ist es ein entspanntes segeln. Die Sonne lässt sich nicht blicken. Als ich Lizard Point runde erwarten mich höhere Wellen von dem stätigen Westwind, der in den letzten Tagen hier blies. Hinter Lands End wird die Dünung immer höher. Was für ein herrliches segeln. Ich genieße es, wie Morian die Wellen nimmt und wir mit 5 kn  über Grund nach Westen kommen. Ich habe ja noch leichten Gegenstrom. Wolf Rock passiere ich an steuerbord.

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Ich erfülle meinem Pa , der im Januar gestorben ist seinen letzten Wunsch. Wie aus dem nichts kommen Delfine pfeilschnell angeschwommen und spielen mit Morian. Auch reißt der Himmel auf und die Sonne zeigt sich endlich mal wieder. Die Delfine bleiben sicherlich 1,5 Stunden. Ich stehe am Bug und muß weinen. Was für ein emotionaler Moment für mich.

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Die Umrisse von St. Martin´s  lösen sich vom Horizont. Da die Strömung gerade links um die Inselngeht, segele ich an der Ostküste von St. Martin´s vorbei. Viele kleine Zacken aus dem Gestein der vorgelagerten Klippen vor der Insel werden sichtbar . Sie werden von den Wellen, die dort anbranden, weiß eingesäumt. Es ist 21:00. Jetzt habe ich noch 8 sm bis zu meiner Bucht wo ich übernachten möchte. Es dämmert aber es klappt dann doch noch mit dem anlaufen der Inseln im Hellen. Der Motor wird gestartet und ich löse die Fallen der Segel um sie auf zu tuchen.  Ich fahre durch den Middle Ledge zum Old Grimsby Harbour. Dort bin ich einigermaßen geschützt vor dem NE Wind. Geschützter wäre ich zwar an der Moorings bei Hangman Island zwischen Tresco und Bryer. Aber laut Wettervorhersage soll der Wind in ein paar Stunden auf WNW drehen.

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Als ich an der Mooring festmache liegt nur noch ein anderes Segelboot hier. Hmmm, wo sind denn die anderen ?. Ist dieser Platz doch nicht so geschützt bei den Winden  um 4 bfo. aus WNW wie der Wetterbericht es für die nächsten 3 Tage angesagt hat?

Ich werde sehen.

Müde falle ich in die Koje nachdem ich mein Ankerlicht zur Sicherheit gesetzt habe.

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Am nächsten Morgen mache ich mein Schlauchboot klar und fahre zur großen Mole in der Bucht. Dort kann ich an einer alten Eisen Leiter anlegen.  Da hier ein Tidenhub von ca. 2,50 Meter ist binde ich mein Schlauchboot mit einer langen Leine fest. Mir ist die Insel sehr vertraut. Schon 3 mal war ich hier. Immer wieder fasziniert mich diese Inselgruppe am Anfang vom Atlantik. Jetzt, noch ohne viel Tourismus, strahlt sie eine Ruhe aus mit ihren langen Sandständen, kristallklares türkisgrünes Wasser und den vielen kleinen Häuschen. Diese kann man mieten. Ich habe gehört, dass alles hier Prinz Charles gehört und er so sein Lebensunterhalt finanziert. Leider trübt es sich hier wieder ein, sodass ich nur wenige Fotos mache.

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Mitten in der Nacht werde ich wach. Morian bockt und knallt mit dem Heck in die Wellen. Was ist los? Ich springe raus und sehe wie die Dünung durch den Sund geht. Der Wind hat Morians Heck gegen den  Wellengedreht . Das mit dem schlafen kann ich jetzt vergessen. In der Heckkabine ist es nicht auszuhalten. Übermüdet nehme ich meine Plünnen und verziehe mich in den Salon um weiter zu schlafen. Geht leider auch nicht. Jetzt hat der Wind Morian seitlich zur Dünung gedreht. Morian rollt wie verrückt.

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Gerädert stehe ich morgens auf und denke. Dirk, du wolltest ja unbedingt hier hin. Du wusstest, daß die Inseln relativ ungeschützt sind. Du wusstest auch, das der Wind so um die 4 bis 5 bfo blasen wird. Jetzt hast du den Salat. Ich verbringe den ganzen Tag auf der Insel mit Spaziergängen und  einem guten Essen im Strandcafe.UNADJUSTEDNONRAW_thumb_e165

Am Abend möchte ich noch mit  meiner Drohne Luftaufnahmen machen. Leider hat sie ihren eigenen Kopf und beschließt nicht mehr auf meine Befehle zu gehorchen. Die Verbindung vom Sender zur Drohne hört schlagartig auf. Laut Telemetrie ist sie 130 Meter entfernt und 50 Meter hoch. Sehen tue ich sie nicht. Die Kamera überträgt auch keine Bilder mehr. 1,5 Jahre hat sie mir treu ihre Dienste erwiesen. Warum sie es jetzt nicht mehr will. Keine Ahnung…

Die dritte Nacht wird nicht mehr ganz so unruhig aber für die nächste Nacht ist mehr Wind angesagt. Mir wird es zu Blöde. Spontan entscheide ich am Morgen die Inseln zu verlassen und wieder nach Falmouth zu segeln. Ein Sturm ist angesagt.

Noch mal eine wunderbare Überfahrt bis nach Falmouth wird mir beschert. Andrea und Mac erwarten mich am Steg im River Fal, wo wir das schlechte Wetter geschützt abwettern werden.

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Mein Hochseefeeling habe ich gehabt. Aber bei solch einem Wind lege ich mich nicht mehr an einer Mooring bei den Scillys . Ich wollte es einfach mal Testen und hatte eine Mission die ich zu Ende bringen wollte.

 

 

 

Falmouth

Wir sind in Falmouth angekommen.

Das heißt  Andrea und Mac warten auf mich in der Falmouth Haven Marina. Da ich ja Probleme mit meiner Lichtmaschine  habe, segele ich von Fowey zurück nach Dartmouth. Rob, der mir die Lichtmaschine verkauft hat erwartet mich dort. Ohne Probleme tauscht er die Lichtmaschine auf Garantie. Ich blieb noch ein paar Tage und segelte dann die 60 sm nach Falmouth.

Hier in der Marina, die dicht am Stadtzentrum liegt, bezahle ich 3,5 Pfund pro Meter. Dafür habe ich Landverbindung, Strom, Wasser, Müllentsorgung und eine Tankstelle am Steg. Nach über 2 Wochen nicht in einer Marina gewesen zu sein, bezahle ich das gerne. Für 2,5 Pfund pro Meter darf man an eine der zahlreichen grünen Visitor Moorings anlegen. Für 1.5 Pfund pro Meter darf man direkt neben dem Hafen ankern. Wassertaxis holen einen ab, um von den Moorings oder vor Anker an Land zu kommen. Dies ist hier an der Küste überall üblich.

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Falmouth ist einer der größten Naturhäfen Europas. Port de Mahon auf Menorca ist der größte Naturhafen.

Zahlreiche Regatten und Weltumsegelungen starten hier. Alles ist auf Maritim gebürstet. Unzählige Bars und Restaurants gibt es um sich die Nächte um die Ohren zu hauen. Das National Maritim Museum ist ein Besuch wert.

Am Eingang zum Steg ist der Fußabdruck von Sir Robin Knox Johnston abgedruckt. Er ist der Erste Mensch, der offiziell Einhand und ohne Stopp, 1969 um die Welt gesegelt ist.

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Wir haben Glück und sehen den Start der AZAB 2019 von der Morian aus. Dies ist eine Einhand und Zweihand Regatta zu den Azoren und zurück.

 

Der holländische Golden Globe  Segler Mark Slants, der zweiter wurde bei der GGR, segelt mit Susie Goodall zusammen dieses Rennen. Susie wurde beim GGR ja vor Australien abgeborgen , als ihre Rustler 36 kopfüber ging.

Und was sehe ich hier. Mark´s Rustler 36 „Maverick“ läuft auf, als er gerade aus dem Hafen motort. Ich hoffe, dass es kein schlechtes Omen für seine Regatta ist. Viel Glück ihr beiden.

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Fuchsie und Martin, zwei Freunde aus Pencance besuchen uns. Mit deren Auto fahren wir in den Restronguet Creek nördlich von Mylor. Dort gibt es den“ The Pandora Inn“. Ein Restaurant, Kneipe und Hotel. In der Bar muss man sich den Kopf einziehen. Die Deckenhöhe ist nur für Leute bis 1,70 gedacht. An strategisch wichtigen Punkten sind die dicke Holzbohlen mit Leder ausgekleidet um seinen Kopf zu schützen. Diese  Punkte sind natürlich dort, wo der direkte Weg von Draußen zu Bar ist. Auch etwas besonderes ist der lange Pantoon vor dem Gebäude. Dort sind Tische und Stühle für die Gäste aufgebaut. Wenn man  lange genug hier bleibt, kann man sich mit einem auf und ab von der Ebbe bis zur Flut betrinken…

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Das Wetter ist sehr unbeständig. Immer mal wieder Regen und viel Wind. Richtiges Aprilwetter eben. Heute machen wir uns auf den Weg zum Pendennis Castle. Eine riesige Festung Anlage umgeben von gewaltigen Mauern. Der Weg geht durch die Stadt und die Küste rauf und an einer großen Werft vorbei.

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Wir sparen uns die 14 Pfund Eintritt und spazieren außen rum bis zu einer kleinen Verteidigungsstellung direkt an der Landspitze.

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Die Aussicht ist toll und wir sehen gegenüber St Mawes und den Eingang in diese riesige Bucht. Ich nehme mir vor noch nach St Mawes zu segeln um dort vor Anker zu gehen. Auch möchte ich in diese Bucht hinein segeln um auf dem River Fal tiefer ins Landesinnere zu kommen. Dies ist aber eine andere Geschichte…

River Yealm und beinah Kollision

Wir liegen im River Yealm in Devon. Cornwall fängt ja erst ab Plymouth an. Ob Devon oder Cornwall schöner sein muss sich noch raus stellen. Ich jedenfalls bin von Devon voll begeistert.

Die Ansteuerung ist nicht ganz so einfach. Ich muss erst den Kurs nach Norden wechseln um die Einfahrt in den River Yealm zu sehen. Tief versteckt zwischen den Anhöhen öffnet sich der Fluss, der ein Barre am Eingang hat. Eine sehr schmale Durchfahrt hat sie, die aber tief genug ist. Das sagt jedenfalls Navionics. I Sailor ist da anderer Meinung und zeigt mir hinter der Barre nur 90 cm. Na Toll! Ich bin aber bei Auflaufendem Wasser und halber Tide hier. Also ist das kein Problem. Zwei rote Tonnen und Richtbaken an Land weisen mir den Weg hinein in den Fluss.

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Dieser windet sich über SE nach N hoch. Unzählige  Boote liegen hier an Mooring Tonnen. Das tiefe Fahrwasser zu sehen, ist schwierig. In Schlangenlinie fahre ich zwischen den Schiffen herum. Der Strom ist  beachtlich. Mit 2 Knoten werde ich auch noch hinein geschoben. Der erste Besucher Pantoon ist voll. Der Hafenmeister kommt mir mit einem kleinem Motorboot entgegen und sagt, dass Flussaufwärts noch ein Pantoon steht. Also wird weiter geschlängelt. Jetzt bemerke ich, dass ich mich nicht richtig vorbereitet habe. Es ist hier kaum Platz zu manövrieren. Jedenfalls nicht, wenn es bis zu 2 Kn strömt. Bei Stillwasser ist das natürlich kein Problem. Ich aber habe noch keine Fender draußen und meine Leinen sind auch noch nicht klar.Wie ein Wiesel renne ich zwischen Steuerrad und Fender aufhängen, Leinen befestigen hin und her. Manchmal komme ich den hier an Moorings liegenden Yachten gefährlich nahe. Ich werde durch die Strömung so sehr auf die Yachten gedrückt. Mit beherztem Vollgas weiche ich den Booten gerade so aus. Nicht mehr als 50 cm bis zur Kollision waren das bei einer Yacht. So ein Mist. Nächstes mal bin ich besser Vorbereitet.

Am Pantoon angekommen waren die DaLang auf mich und Mac und Andrea nehmen meine Leinen an. Ufff

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Ich sitze im Cockpit. Mich empfängt Ruhe. Oh ja, was für eine schöne Kulisse ist das hier. Tiefe Wälder auf der einen und der Ort Newton Ferrers auf der anderen Seite begeistern mein Auge. Wunderbare Häuser sind hier in den Hängen gebaut. Hier zu wohnen scheint ein Privileg zu sein. Auch dieser Fluss ist mal wieder ganz anders als der River Darth oder Salcombe. Was ist das nur? Ich spüre hier eine Art von Geborgenheit, Sicherheit. Das liegt wohl daran, dass dieser Fluss schmaler ist wie die anderen und hohe Hänge an beiden Seiten hat. Die sind so wunderbar Grün. Auch ist hier noch nichts los. Ich fühle mich auf Anhieb wohl.

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Das Leben wird hier bestimmt von den Gezeiten. Bei Ebbe fällt der Anleger vor dem Hafenmeister Gebäude fast ganz Trocken. Hier sind auch die Sanitär Anlagen. Bei einem Spaziergang über mehrere Stunden haben wir nicht auf die Tide geachtet. Als wir zurück kommen mussten wir unser Schlauchboote dann gemeinsam ins Wasser tragen.

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Der Newton Creek am Dorf fällt bei Ebbe trocken und man kann zu Fuss von der einen zur anderen Seite gehen. Ein Beton Weg zeigt den Weg bei Ebbe rüber. Das ist auch gut so. Denn auf der einen Seite ist das Dolfins, eine Kneipe und auf der anderen Seite The Swan In. Wenn man einen Trinken gehen will muss das Timing stimmen. 😉

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Ich mag diesen Ort sofort. Schöne Häuser mit den tollsten Aussichten auf dem Fluss stehen hier. Ein kleiner Supermarkt im Post Office und ein Co Op ist auch noch da.

Was will man mehr…