Beaulieu River. Einfach der Wahnsinn!

Ich bin tief Beeindruckt, ja wirklich tief Beeindruckt vom Beaulieu River.

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Der liegt gegenüber von der Isle of Wright genauer genommen schräg gegenüber von Cowes auf der Festlandsseite. Über einer Barre, die bei Niedrigwasser nur 90 cm Wasser hat, kommt man in diesen wunderbaren Fluss. Wenn man den Revierführer liest hört sich die Ansteuerung kompliziert an. In Wirklichkeit, wie so oft ist es ganz einfach in den Fluss zu kommen. Wir fahren bei Hochwasser ein und mein Tiefenmesser zeigt nie weniger wie 1,70 m unterm Kiel an. Rote und grüne Spieren weisen uns den Weg in die Mündung, die mit zahlreichen Flachs gespickt sind. Mäanderartig schlängelt sich der Fluss schiffbar bis Bucklers Hard hoch. Ein Hafen der sich ca. 4 sm  am Oberlauf befindet. Dann wird es sehr flach und wir kommen nur noch mit dem Schlauchboot weiter.

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Einen Liegeplatz suchen wir uns an einem Steg ohne Landverbindung etwa auf halber Höhe nach Bucklers Hard. Dort kostet das Liegen 2,5 Pfund der Meter. In Bucklers Hard sind es 3,5 Pfund je Meter inclusive Wasser und Strom am Steg.. Einige Visitor Bojen, die Weiß und mit einem V gekennzeichnet sind liegen noch am Eingang des Flusses. Dort soll es pro Meter 1,5 Pfund kosten. Ankern kann man für 5,5 Pfund pro Schiff.

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Marschland, ja so sieht es aus am Eingang des Flusses. Im Hinterland ist alles bewaldet. Unzählige Yachten liegen links und rechts von der Fahrrinne vor Mooring. Mein Herz fängt an zu pochen als ich die Gipsy MothIV hier liegen sehe. Francis Chichester, von Krebs gezeichnet, segelte mit ihr1966 Einhand um die Welt mit nur einem Zwischenstop in Sydney. Das war für die damalige Zeit ein waghalsiges Unternehmen und veranlasste die Queen ihn zum Ritter zu schlagen. Als Jugendlicher verschlang ich sein Reisebericht und ein Absatz in diesem Buch werde ich nie vergessen. Mit einem Fass Whitbread Bier ausgestattet und im Kiel eingebaut sagte er Sinngemäß:

Jedesmal wenn ich ein Bier zapfte durchlitt ich Höllenqualen. Denn ich wußte nie, ob es mein letztes sein könnte.

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Weiter geht es den Fluss aufwärts. Nach einer Rechtsbiegung sehen wir den Steg im Fluss ohne Landverbindung. Viele Yachten sind dort befestigt und als Dauerliegeplatz ausgewiesen. Ca. 80 Meter in der Mitte sind noch frei. Dort dürfen wohl die Visitors festmachen. Als der Motor aus ist empfängt uns eine wunderbare Ruhe. Nur durch das zwitschern der Vögel oder das platschen der Bugwelle der vorbeifahrenden Yachten unterbbricht diese Stille.

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Ich laufe den Steg ab. Schöne Boote liegen hier. Dort liegt eine Rival 36. Was habe ich für dieses Schiff geschwärmt. Als ich Morian kaufte war sie und Morian die letzten Schiffe auf meinen Liste. Eines von den beiden wird es. Ihr tiefes Cockpit hat es mir angetan. Ihre klassischen Linien, ein gemäßigter Langkieler mit dem Ruder geschützt von einem Skek. Ihr klares Deck, wo man gut nach vorne zum Bug kommt. Und natürlich ihre solide Bauausführung. Das ist mein Schiff wenn ich vom Bauch aus entschieden hätte. Morian ist mehr das Vernunft Boot um drauf zu leben.

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Und da, eine Van de Stadt 45. Mit tiefem Mittelcockpit und schönen klassischen Linien.

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Andrea, Mac und ich beschließen eine Schlauchboot Tour den Fluss hinauf bis zum Ende an der Ortschaft Beaulieu zu machen. Der Ersatzkanister wird ins Schlauchboot gepackt Wir tuckern mit unseren Honda 2,3 Ps Aussenborder los. Übrigens tolle leichte Motoren die nur 13 Kg wiegen und Luftgekühlt sind. Sie brauchen kaum Wartung. Nur Getriebeöl und Motoröl jedes Jahr. Das war es. Der einzige Nachteil des Luftgekühlten Motor ist die Lautstärke.

Vorbei an unzähligen Yachten vor Mooring und einer wunderbaren Landschaft erreichen wir Bucklers Hard. Dort gibt es eine kleine Marina und einen langen Besuchersteg im Fluss. Auch die Marina nimmt Visitors auf. Hier gibt es einige Häuser, ein Museum und ein Hotel mit Restaurant und schönem Biergarten. Alles very Britisch mit einem gepflegten Rasen davor. Einige Ferienunterkünfte gibt es auch.

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Wir fahren mit den Schlauchbooten weiter Flussaufwärts. Hinter den engen Kurven werden wir immer wieder mit neuen Landschaften belohnt. Riesige Häuser von wohl sehr wohlhabenden Leuten verstecken sich an den seichten Anhöhen im Wald dahinter am Ufer. Sehr schön anzusehen. Der Fluss wird immer seichter. Wir haben ablaufendes Wasser. Als der Außenborder im Schlamm fest steckt kehren wir um und machen an einem Steg fest.

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Zu Fuß laufen wir weiter bis zu dem kleinen Ort Beaulieu. Ein Oltimer Museum ist hier die Attraktion. Im Schaufenster sehe ich, das ein Jaguar E Type für 330000 Pfund verkauft wird. Ein anderen E Type kann man für schlappe 700 Pfund am Wochenende mieten…

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Wir gehen lieber in eine Teestube wie es sich für einen Briten gehört.  Gestärkt mit Sandwiches  laufen wir durch diesen urigen Ort und machen uns dann auf den Weg zurück zum Schlauchboot. Nach einer Stunde Bootsfahrt sind wir wieder zurück auf unserem Steg mitten im wunderbaren Beaulieu. Ich mag diesen Ort sehr…

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Eastbourne, Beachy Head und Brighton.

Ja Eastbourne. Irgendwie ist es für mich immer wieder ein Muss. Aber ein Muss, weil  ich hier immer hängen bleibe, ohne das ich es eigentlich möchte. Es liegt einfach günstig. Egal ob von Osten Ramsgate, Dover oder Boulogne, vom Westen Coves auf der Isle of Wright. Hierher kommt man in einer Tagesetappe.

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Mir gefällt der Hafen hinter der Schleuse einfach nicht. Bei Spring Niedrigwasser ist es gefährlich flach vor der Einfahrt. Jedenfalls bei mir mit meinen 1,80m Tiefgang. Umbaut von mehrstöckigen Häusern fühle ich mich wie in einem Kessel.  Hier hat sich nichts langsam entwickelt. Es wurde vor vielen Jahren einfach aus dem Boden gestampft. Schön auf dem Reißbrett mit kleinen Kanälen zwischen den einzelnen Hafenbecken. Freundlich sind sie hier ja. Man bekommt hier den vollen Service. Und das 24 Stunden rund um die Uhr. Wir gehen am Strand spazieren westlich vom Hafen. Am Strand der aus großen Kieselsteinen besteht. Ein paar alte Boote liegen am Strand. Mit Motorwinden wurden sie wohl wieder an den Strand gezogen. Das ist aber schon lange her. Alles ist hier verwahrlost. Jetzt stehen die kleinen gemauerten Boxen leer, wo einst die Motoren der Winden eingebaut waren. Ich werde einfach nicht warm mit Eastbourne…

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Am nächsten Tag Motoren wir weiter nach Brighton. Auch hier finde ich es nicht sehr schön. Aber die Fahrt an den Kreidefelsen ist immer wieder ein Erlebnis.Wir setzen den Kurs dicht unter Land. Vorbei an Beachy Head mit seinem Leuchtturm und den eigenwilligen Seven Sisters, die wohl ein Geschwisterchen bekommen hat. Hier zähle ich jetzt 8 Bögen.

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7 Sisters

Die Brighton Marina kenne ich schon seit über 25 Jahren. Sie sieht heruntergekommen aus. Zur weit entfernten Stadt zieht es uns auch nicht. Dies ist auch nur ein Zwischenstop zur Isle of Wright. Hier treffe ich Gill, eine vom Vorstand der Westerly Owners Assiosation. Sie ist zusammen mit Ihren Mann auf ihrer 41 Jahre alten Westerly Solway unterwegs.

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Wir  schießen  Fotos von unseren Booten und sprechen ein wenig über diese wunderbaren Britischen Yachten. Sie ist sehr an meiner Sealord interessiert. Auch hier bleiben wir nur eine Nacht. Morgen geht es weiter nach Cowes…

 

Motor im Eimer! MIST!!!

No Mayonnaise!

Dass sagt der Mechaniker nach dem zweiten Ölwechsel und dem zweiten Austausch vom Ölfilter. Ich bin erleichtert, nein ich könnte heulen vor Freude. Vor 24 Stunden sah alles noch viel Schlimmer aus und ich dachte die Reise ist zu Ende.

Was war passiert?

Von Duinkerke wollen wir nach Boulongne. Natürlich checke ich den Motor vor der Abfahrt und kontrolliere den Motorölstand. Alles in Ordnung. Na ja, ein bisschen Motoröl kann der Motor noch vertragen. Also mache ich den Öleinfüllstutzen auf und sehe….

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Ohh nein.

Ein gelblich weißer Schleim mit der Konsistenz von Mayonnaise klebt 2 cm dick unter dem Deckel und im Einfüllstutzen. Für mich ist es der reinste Horror. Wasser im Öl ist hier die Ursache. Das ist mir sofort klar. Und in meinen Gedanken dreht sich alles um kapitaler Motorschaden, abbruch der Reise und ein riessiges Loch in meiner Geldbörse.

Was nun?. Ich gehe erst mal zur DaLang und berichte  von der Katrastrophe. Beide versuchen mich wieder aufzurichten und sagen zu mir, dass es immer eine Lösung gibt.

Wir denken nach. Hier in Duinkerke einen Mechaniker zu bekommen der Englisch Spricht ist schwer. Der soll sich das mal anschauen. Ich poste in diversen Foren und suche Rat. Erstaunlich viele User stehen mir emotional bei. Einige haben gute Tipps parat. Ich kontaktieren Michael Herrmann Yachtiside.. Als erstes wird natürlich ein Defekt der Zylinderkopfdichtung vermutet. Das ging mir auch durch den Kopf. Aber warum ist im inneren Kühlkreislauf der Überdruckbehälter noch genauso voll wie am Anfang. Kein Wasser ist im inneren Kühlkreislauf verloren gegangen.

Wasserschlag durch den Auspuff kann ich auch ausschließen. Ich bin seit dem letzten Ölwechsel und Filterwechsel gerade mal 8 Stunden unter Motor gefahren. Fast alles im Kanal. Und sonst bei Flaute ohne Wellengang.

Der Belüfter kann es auch sein. Michael Hermann gibt mir wertvolle Tipps.

Er tippt eher auf die Seewasserseite. Also Seewasserpumpe. Ich sollte mal den Weg verfolgen von der Seewasserpumpe bis zur Abgas-Wasser- Einspritzung und Wärmetauscher. Dort sitzt der Übeltäter. Dies leuchtet mir ein. Kopfdichtung würde ich auch verneinen.

So, jetzt brauche ich noch einen vernünftigen Mechaniker. Vom letzten Jahr, als ich meinen Törn über die Biskaya gemacht habe weiß ich noch, dass es einen guten Mechaniker in Niewpoort, Belgien gibt. Dort war ich letztes Jahr um ein neues Kugellager in einem von meinem Umlenkgetriebe der Steuerung reparieren zu lassen. Die haben einen guten Job gemacht. Schipsupport heißen die und ich kann sie wirklich weiter empfehlen.

Also muss ich jetzt noch die 18 sm von Duinkerke nach Niewpoort irgendwie hin kriegen. Unter Motor mit immer wieder gemachten Ölwechsel war meine erste Idee. Ich erkundige mich nochmal im Netz und mir wurde davon abgeraten. Der liebe Mac springt mir zur Seite und sagt das er mich schleppen könne. Ja, so machen wir es. Ich lege nur unter Motor ab und dann wieder An. Das werden vielleicht gerade mal 4 Minuten Motorfahrt werden. Wir machen die Schleppleine klar. Mac schnürt ein Hahnepot mit einer Liros Handy Elastik Leine. Das selbe mache ich bei mir auch an den beiden Bugklampen. Dies Leinen dehnen sich extrem und dämpfen so den Zug an den Klampen. Zwischen den Hahnepots binden wir eine normale Festmacherleine. Diese Kombi funktioniert tadellos auf den nächsten 18 sm.

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Um 16 Uhr sind wir in Niewpoort beim Mechaniker am Steg. Als ich vorher mit Ihm telefoniert habe sagte er mir, wir können hier festmachen . Ein Mechaniker kommt um sich die Sache mal anzusehen. Aber die Terminbücher sind voll. Keine Ahnung wann er Zeit zum reparieren hat. Hmmm….

Ich gehe sofort ins Büro und ein Mechaniker kommt zu mir an Bord. Klasse!

Er schau sich die Sache an und meint nur Mayonnaise!.

Dann checkt er den Ölstand und öffnet den Ölfilter.  Aus dem Ölfilter läuft Öl das ein wenig gräulich bräunlich aussieht. Nicht viel aber es ist nun mal da. Das Wasser im Öl. Da es aber noch relativ gut aussieht vermuten wir, dass das Problem erst vor kurzer Zeit aufgetreten sei. Zum Glück habe ich den Motor nur noch 4 Minuten in Betrieb gehabt. Sonst würde es noch viel Schlimmer aussehen.

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Sein Chef kommt an Bord. Ich erzähle ihm von den Problemen. Er tippt sofort auf die Seewasserpumpe. Das deckt sich auch mit der Vermutung von Michael Hermann. Er schau sich die Seewasserpumpe an und sieht sofort, dass an dem Schlitz, wo Wasser austreten soll, wenn die Pumpe verschlissen ist, etwas Gummiartiges steckt. Dahinter ist eine Abdichtung die das Kühlwasser vom Motorblock abdichtet. Er baut die Seewasserpumpe aus und sieht, dass dort 3 Dichtungen sind. Da gehören aber nur zwei Dichtungen hin. Irgendein Depp hat die Pumpe falsch eingebaut. Das muss noch vor meiner Zeit gewesen sein als ich die Morian noch nicht besessen habe. Diese Gummidichtung verschliesst den Spalt um zu sehen wann die Abdichtung zum Motor undicht wird. Also sieht es immer so aus als ob alles Dicht ist, obwohl nichts mehr dicht ist.  Bis jetzt ist alles nur eine Vermutung. Aber dies wird der erste Schritt und der kostengünstigste Schritt sein.

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Er nimmt die Pumpe mit in die Werkstadt und überholt sie. Ein neuer Impeller wird auch eingesetzt und die Frontplatte war auch schon ein wenig eingelaufen. Also wird sie auch erneuert. Am nächsten Tag um 9:30 war der Mechaniker wieder an Bord und baut die Pumpe wieder ein. Ein Ölwechsel wird gemacht. Der Ölfilter wird gewechselt und der Luftfilter vom hintersten Zylinder sauber gemacht. Dort war auch noch ein wenig Mayonnaise zu sehen.. Wir gießen neues Öl ein und starten den Motor. Nach 10 Min. laufen schauen wir uns das Öl noch einmal an. Wir öffnen den Ölfilter und sehen das kaum noch Wasser im Öl ist. Der Mechaniker und ich lächeln uns an. Das sieht gut aus meint er. Also noch einmal ein Ölwechsel samt Filterwechsel. Jetzt lassen wir den Motor richtig warm laufen. Der Motor wird ausgeschaltet und wir machen den Ölfilter wieder ab. Meine Spannung steigt….

No Mayonnaise!!! sagt der Mechaniker und zeigt mir seinen Daumen hoch. Alles ist OK. Wir klatschen uns ab und ich sage. Thanks, i am a lucky man now! You made an great  Job!!!  🙂

Ich lasse zur vorsorge den Motor noch 1,5 Stunden laufen. Alles ist Ok!

Was soll ich noch sagen.

Shipsupport im Belgischen Niewpoort ist wirklich zu empfehlen! Danke Jungs.

Michael Hermann Yachtinside kann ich auch nur wärmstens empfehlen. Danke Michael.

Andrea und Mac. Danke das ihr mich abgeschleppt habt und mir ein Stütze ward. Ihr seit wirklich wahre Freunde und Familie für mich.

Danke an die vielen FB User die an meiner Seite standen und mich mit wertvollen Tipps versorgten du mir helfen wollten. Ihr seit Klasse. J

Jetzt kann unsere Reise weiter gehen…

 

Traumtag trifft träumenden Skipper

Heute segeln wir von Vlissingen nach Neuwpoort an der belgischen Küste.

Irgendwas ist anders.

Ja, die Temperaturen sind vom einstelligen Bereich gestern in den zweistelligen Bereich  gehüpft. Das tut wirklich gut. 40 sm liegen vor uns. DaLang und Morian sind  bereit. Wir zum Glück auch.

Wir verlassen die Schleuse Vlissingen um 12:00.

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Das Wetter und der Wind meinen es wirklich gut mit uns. Östliche Winde um bfo. 3 und 4 versüßen unseren Tag. Die Sonne scheint und der Himmel erfreut uns mit einem tiefen Blau. Ich kann Endlich meine neue Genua ausprobieren. Und was soll ich sagen. Sie sieht nicht nur gut aus, nein sie zieht auch viel besser wie meine alte ausgeleierte Genua. Bei 11 Knoten Wind machen wir 6,2 Knoten über Grund. Und das nur mit der Genua und ohne Großsegel. Ich bin begeistert.

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Nichts ist los als wir die Westeschelde überqueren. Keine Großschifffahrt zwingt uns zum ausweichen. Dann stelle ich den Kurs ein und muss den ganzen Tag nichts mehr tun. Meine Selbststeueranlage erledigt den Rest. Ich setze mich auf das Vordeck und schaue der Genua zu, wie sie uns mit ihren weit ausgebreiteten Schwingen  nach Neuwpoort bringt. Ihre Rundungen und dann dieser triradial Schnitt mit ihren unzähligen Bahnen. Sie sieht schon schön aus…

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DaLang  segelt Morian ein wenig hinterher. Erst als sie zur Genua auch noch das Groß setzt kommt sie auf und ist ein Bisschen schneller wie die. Morian. Es bringt Spass ihr zususehen wie sie neben Morian segelt. Die Moody 336 ist ein wirklich schönes Schiff mit sehr guten und gutmütigen Segeleigenschaften. So wie die Morian. Zwei englische Ladys eben. Nach 7 Stunden erreichen wir Neuwpoort. Ein Traumsegel Tag und ein Tag zum träumen.

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Ein langsamer Start und das Wohin?

Ich schiebe das Niedergangsschott auf und knackige 2 Grad Kälte kommen mir entgegen.

Heute wollen wir los. Los nach…hmm.

Wohin denn eigentlich?

So richtig klar ist mir das noch nicht. Eins ist aber klar. Mit Mac und seiner Frau Andrea geht es auf ihrer DaLang und mit meiner Morian gemeinsamen auf Törn. Ich werde mir 3 Monate Zeit nehmen. Mac und Andrea noch ein bisschen mehr.

Wenn wir darüber sprechen kommt die englische Südwest Küste und Spiel. Isle of Wight stehen sicherlich auf dem Programm. Aber nicht immer nur Cowes. Dort gibt es noch andere schöne Plätze, an denen ich immer vorbeigesegelt bin. Auch die Festland Seite mit ihren Flüssen reizen. Apropos Flüsse. Die haben es mir irgendwie dieses Jahr angetan. Dort für längere Zeit an einer Moorig liegen oder Ankern. Das wird unsere Devise sein. Auch deshalb habe ich mir mein neues Ankergeschirr samt El. Ankerwinde gekauft. Ich bin schon unzählige Male im englischen Kanal gesegelt. Meistens aber längere Strecken. Dabei habe ich viele schöne Häfen ausgelassen. Im lieblichen Cornwall möchte ich auch mal länger  verweilen. Die Scillys sind aber wieder ein Muss. Die Kanalinseln auch. Vielleicht mal bei Lands End nach steuerbord abbiegen um dann nach St. Ives zu segeln. Dort soll es ja auch sehr schön sein. Oder den Bristol Channel rauf oder lieber überqueren, um dann doch noch hoch nach Schottland zu segeln. Frankreich ist auch ein Muss. Die Bretagne ist ja auch schön. Keine Ahnung was passiert. Karten und Handbücher sind von den Gegenden an Bord. Mal sehen wie Fit ich bin. Das letzte Dreiviertel Jahr hat mich sehr zugesetzt. Ich muss es einfach was langsamer angehen lassen wie sonst.

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Als wir um 10:00 ablegen sind es schon satte 4 Grad draußen. Brrr. Heute geht es nur nach Vlissingen. Also segeln, motoren wir bis nach Veere um in den Walcheren Kanal zu kommen.

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Wir warten vor der Stationsbrücke in Middelburg 1,5 Stunden um dann in knapp einer Stunde und mehreren Brücken nach Vlissingen zu kommen. Hier bleiben wir bis Morgen. Um 10 Uhr ist die Tide günstig um die 38 Sm nach Neuwpoort in Belgien zu segeln. Hoffentlich wird es wärmer.

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In eigener Sache…

Ich bekomme viele Zuschriften oder Anfragen, wo ich denn meine Ankerkette oder den Anker gekauft habe und was ich dafür bezahlt habe.

Ich gebe sehr gerne meine Erfahrungen an Euch weiter.

Ich kaufe mal hier mal dort ein. Es gibt bei mir keine Präferenz.

Da ich viel von Fairness halte und auch von der Marktwirtschaft, möchte ich euch darauf hinweisen, dass ich keinen Anbieter bevorzugen oder benachteiligen möchte. Ich bin mit keinen von denen verbandelt oder sonst irgendwas. Es ist ein leichtes heute unter Google oder anderen Suchmaschinen Preise oder Zulieferer Adressen heraus zu finden.

Ich hoffe ihr versteht mich, dass ich nicht jedem einzelnen von Euch eine Antwort schreiben kann.

DANKE und nun mal was ganz anderes… 😉

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Warum dieser Anker!

Ankertypen gibt es wie Sand am Meer.

Welcher ist der beste?

Ich meine natürlich, welcher ist für mich und meinem Bootstyp am besten.?

Welcher passt in meine Bugrolle. Wie lang ist der Ankerschaft? Passt der noch vor die Ankerwinsch? Passt dann auch noch der Ankerwirbel? Wo werde ich Ankern? Auf welchen Grund werde ich Ankern? Mal wieder Fragen über Fragen. Ach ja, da ist die Sache auch noch mit dem Preis.

Morian hat einen 21 kg CQR Anker auf ihrer Bugrolle. Vor 32 Jahren war das noch State of the Art. Aber heute?

Ich war nie so Glücklich mit diesem Anker. Er gräbt sich fast immer sehr zögerlich ein. Auch auf Sand dauert es lange und ich pflüge rückwärts über das Ankerfeld. Wenn ein bisschen Seetang dabei ist muss ich immer mal wieder einen neuen Anlauf nehmen. Und das mit meiner Handankerwinde. Nein, ich möchte das nicht mehr.

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Fragt man Leute die viel Ankern gibt es die unterschiedlichsten Antworten. Fragt man Weltumsegler wird die Sache schon einfacher. Es kristallisieren sich nur noch ein paar Ankertypen raus die immer wieder genannt werden. Bügelanker, Delta Anker, Rocna Anker, Vulcan Anker und Kobra Anker. Also dann, wenn man einen Anker mit Pflug haben möchte. Und ich möchte einen. Denn der passt am besten in die Bugrolle. Auch  sind die Preisunterschiede beträchtlich. Von ca.230€ für einen 25 Kg. Kobra bis zu ca. 800€ für einen 25 Kg Vulcan Anker von Rocna. Die Angaben welche Größe man nehmen soll sind von Hersteller zu Hersteller auch unterschiedlich.

Ich schaue bei den Empfehlungen des Germanischen Loyds nach. Morian wiegt ungefähr 10 to. Der Germanische Lord empfiehlt bei Anker mit hoher Haltekraft für 8 to. 17 kg Ankergewicht und für 12 to. 21 kg Ankergewicht. 10 to. geben die nicht an.

Natürlich ist das Schiffsgewicht nicht alleine dafür verantwortlich wie schwer der Anker sein soll. Manche Schiffe haben wenig Windwiederstand andere einen höheren. Das stampfen vor Anker ist auch zu berücksichtigen. Die Ankerkette ist dann wichtig und sie hat im Durchhang  eine federnde Funktion, um Spitzenlasten vom Anker zu nehmen. Die Fläche der Flunken, die sich in den Sand eingräbt ist auch zu berücksichtigen.

Ich frage einen Weltumsegler in unserem Verein.

Er schwört auf den Rocna Anker. In den 5 Jahren seiner Weltumsegelung hat er nie Probleme gehabt. Das hört sich doch schon mal gut an. Ich frage andere Segler. Es stellt sich bei mir heraus, das der Rocna und der Bügelanker sehr weit vorne liegen. Ich lese Testberichte von der Yacht und von anderen englische Publikationen. Ich lese Bücher. Ronca ist auch wieder sehr weit vorne. Der Kobra macht auch eine sehr gute Figur. Und der Kobra ist von allen Ankern auch noch der billigste. Na dann. Letztes Jahr habe ich mir ja den Kobra Anker für meine Reise über die Biscaya nach Galizien und zurück gekauft. Er hat viel besser wie mein alter CQR gehalten. Leider habe ich ihn ja in einer der zahlreichen Ankerbuchten verloren. Der Gefiel mir schon gut. Aber durch seine Form passte er schlecht in meine Bugrolle. Der Schaft war auch ein wenig zu Lang und passte gerade so bis kurz vor die Ankerwinsch. Es war schwer den Anker auf der Bugrolle fest zu fixieren. Auch war er schlecht verarbeitet. Die Verzinkung platze schon ab und der Schaft ist wirklich scharfkantig.

Ich lese in englischen und amerikanischen Foren. Immer wieder taucht der Rocna Anker auf. Viele Weltumsegler sind begeistert. Ich kenne jetzt auch mehrere Segler die auf Ihn schwören. Also besuche ich die Internetseite der Firma, lade mir ein 1:1 Muster zum Downloaden runter, um mir ein Pappmodell zu bauen. So kann ich herausfinden, ob der Anker auf meine Bugrolle passt. Ja, und er passt. Ich schaue nach dem Preis und setze mich erst mal hin. Um die 650€ kostet der Anker bei den Versendern. Puhh, soll ich nicht doch den Kobra nehmen?. Ich sehe mir den Rocna Anker auf der Messe an. Was für einTrümmer ist das denn. Er begeistert mich sofort. Der sieht nach Hightech aus mit einem Bügel, der dafür sorgt, dass der Anker nicht auf dem Rücken landen kann. Und dann diese Flunken. Riesig sind sie. Größere habe ich bei einem 25 Kg Anker noch nicht gesehen. Ich stelle mir vor, dass sich diese große Fläche  in den Sand eingräbt. Das hält! Und diese scharfe Flunkenspitze. Sie gräbt sich schnell ein. Die Verarbeitung ist sehr sauber.

Ich bestelle den 25 kg Rocna Anker!

Hier ist der Unterschied der Fläche zu sehen von meinem 21 kg. CQR mit dem 25 kg. Rocna. Was für ein Unterschied!

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So bin ich an das Thema Anker ran gegangen. Anders geht es sicherlich auch. Ob ich an alles Gedacht habe weiß ich  nicht. Ich für meinen Teil habe aber mit guten Gewissen diesen Rocna Anker  gekauft. Auch habe ich mehr Geld ausgegeben als ich wollte. Ob er sich bei mir bewährt ? Das weiß ich jetzt noch nicht. Ich werde berichten. Wenn der Anker Käse ist, wird er vielleicht auch in einer Bucht in Galizien ertränkt. Das ist aber eine andere Geschichte…