BING, BOOM, BANG. Morian wird gerammt…

 

Ein lautes Krachen. Morian erschüttert und es knirscht im Gebälk.

Ich liege noch in der Koje und schrecke auf. Mist, schon wieder Denke ich..

Jemand hat uns gerammt. Mac springt nach draußen. Er saß schon im Salon. Ich renne nur in meiner Unterbüx raus und sehe wie eine blaue RM 1250 dicht an uns vorbeischrammt und die Besatzung mit Füßen versucht sich abzudrücken.

Der Wind kommt schräg von vorne. Ich schätze SW 4 mit Böen Ein wenig Auflandig.

Die Yacht will vor uns anlegen. Dort ist zwischen mir und dem vorderen Boot mindestens eine 25 Meter lange Lücke. Eigentlich sollte es passen….

 

Der Schreck sitzt tief.

Hier wurde nicht nur mein Boot gerammt sondern mein Haus, mein Rückzugsort und meine tiefe Verbindung zur Morian.. Dementsprechend bin ich ganz schön aufgebracht.

Der Franzose versucht derweilen ein zweite mal anzulegen. Das gelingt ihm wieder nicht. Auf dem Steg stehen schon andere Personen, die seine Leinen annehmen wollen.

Bei dem dritten Versuch klappt es endlich.

Ich steige ins Schlauchboot und schau mir den Schaden an. Zum Glück ist nur die hölzerne Scheuerleiste an zwei Stellen ca. 1 cm tief eingedrückt. Die RM 1250 hat genau mit ihrer hinteren Kante an ihrem Heck, alsio der rechte Winkel in meine Scheuerleiste gedrückt. Deswegen diese tiefen Dellen im Holz.

Gut das Morian eine Scheuerleiste hat.

Von Innern der Morian hörte es sich so an als ob jemand Morian versenken wollte.

Seltsamerweise lässt sich der Fanzose nach dem Anlegen bei mir nicht blicken. Als er nach einer 3/4 Stunde immer noch nicht da ist, gehe ich hinüber und frage ihn, ob er sich dafür interessieren würde, was er denn so angestellt hat.

Er kommt dann an Bord uns meint, dass es nicht schlimm sei. Ich verlange von Ihm noch seine Adresse und werde es meiner Versicherung melden… Wer weiß, was sonst noch so im Inneren kaputt gegangen ist. Meistens werden die Schäden ja erst nach ein paar Jahren sichtbar oder irgendetwas ist dann undicht.

Er entschuldigt sich, ich gebe ihn einen Klapps auf seine Schulter, wir lächeln uns an und der Tag kann beginnen.

Heute sogar mal ohne Regen aber mit SW 5 bis 6, Böen 8 bis 9…..

Advertisements
Veröffentlicht unter Uncategorized | 2 Kommentare

Wir hängen, ja wir hängen aber so Richtig…

Jetzt liegen wir schon den 4 Tag hier in Kinsale. Der Wetterbericht ist für und eine Katastrophe. Immer Winde zwischen 6 und 8 bfo. werden angesagt. BBC Weatherforcast spricht von rauer bis sehr rauer See.. Auch Regnet es hier immer wieder. Und das nicht nur ein bis zwei Stunden lang, sondern dann direkt 30 Stunden. So verbringen wir auch mal einen ganzen Tag in der Kajüte und lesen uns die Wörter aus dem Buch.. Wir kommen hier einfach nicht weg. Am Sonntag oder Montag soll es ruhiger werden. Dann wollen wir die Fahrt über die Keltische See zu den Scillys wagen. 140 sm sind sie entfernt.

Gerade hört es auf zu regnen. Ohhh, also nichts wie raus.

Wir wollen zum Fort Charles wandern, das sich in 6 km Entfernung am Eingang des Fjord nach Kinsale befindet. Der Weg dorthin ist sehr schön. Es geht direkt an der Küste entlang. Dort stehen sehr schöne kleine alte Häuser, direkt am Fels mit kleinen verwunschenen Gärten , und Meerblick. Wunderbar ist das. Die Menschen die hier leben sind vom Glück gesegnet an solch einem Platz zu sein.

IMG_5417

IMG_5428

IMG_5336

Dann sind wir auf der kleinen Anhöhe wo das Fort steht. Busse voller Touristen werden hier angekarrt. Hmm, sollen wir die 5 € Eintritt bezahlen. Ja wir machen es und werden nicht enttäuscht.

Charles Fort ist eine sternenförmige Festung aus dem Jahr 1670. Über 20 Jahre hat es gedauert die Festung aufzubauen. Sie spielte eine Schlüsselrolle im Wilhelminischen Krieg.. Diese alten Gemäuer versprühen immer noch den Glanz der alten Zeit wieder. Von überall erhaschen wir einen Blick aufs Meer oder nach Kinsale. Ich spüre wie die Soldaten damals hier gehaust haben. Irgendwie beeindruckend hier…

IMG_5411IMG_5395

IMG_5374

IMG_5444

Nach einem leckeren Tee hier im Cafe machen wir uns auf dem Heinweg zur Morian.

Regenwolken liegen mal wieder in der Luft….

Veröffentlicht unter Uncategorized | 2 Kommentare

Kinsale/Irland

Auf dem Weg zu einem geschützten Platz für Morian kommt uns Kinsale in den Weg. Laut Karte, ist der Kinsale Yacht Club Marina, am Nordufer vom Bandon River, in einer scharfen Links Kurve. Also geschützt vom angekündigten starken Wind aus West und Nordwest.IMG_6288 Kopie

 

Wir segeln immer entlang der Küste, die nach Osten flacher wird und uns schöne Aussichten auf Wiesen und Feldern beschert. Alles natürlich in dem Inseltypischen Grün.

IMG_5186

IMG_5190

 

An der Spitze von Old Head of Kinsale, wo ein Leuchtturm steht ,luven wir an um in die Flussmündung von Kinsale zu kommen. 30 sm sind wir unterwegs.

IMG_6289

 

Die Stadt mit ca. 4000 Einwohnern schmiegt sich sanft an die Hügel die sich am Fluss empor erhebt. An dem äußeren Längststeg, der für die Besucheryachten reserviert ist können wir längsseits festmachen.

IMG_5270

Eine französische Yacht hat hier am Steg so festgemacht hat, dass wir nicht mehr vor oder hinter ihn Anlegen können. Obwohl genug Platz ist. Also gehen wir längsseits. Ein paar Minuten später kommt der freundliche Franzose Schlaftrunken aus der Kajüte gestapft und verlegt sein Schiff so, dass wir längsseits gehen können. Bonjour …Er erzählt uns, dass er direkt von den Scillys kommt und die Nacht durchgesegelt ist.

IMG_5212

 

Der Hafenmeister ist freundlich . Für 39€ können wir pro Nacht hier liegen. Duschen, Wifi und ein schönes Clubgebäude mit Restaurant sind inclusive.

 

Nach 12 Tagen sind wir das erste mal wieder in einem Yachthafen. Schön, dass Morian´s Tankvolumen so groß sind, dass immer genug Wasser, auch fürs Duschen, an Bord ist.

Die neu angebrachten Solarpaneelen mit zusammen 200WP haben uns immer vor Anker ausreichend Energie geschenkt.

 

Der Weg zum Zentrum geht an einer Promenade entlang. Durch die zahlreichen Palmen kommt man sich wie an der italienischen Riviera vor. Kleine Häuschen, bunt bemalt und liebevoll Restauriert, erfreuen mein Auge. Überall gibt es Bars und Restaurants, Geschäfte und eine Town Hall. Hier scheint im Sommer viel los zu sein. Jedenfalls sieht es so aus, das für die Touristen hier viel getan wird. Zum Glück ist jetzt noch nicht viel los. An vielen Kneipen stehen Schilder, mit der Aufschrift, dass es am Abend Live Musik gibt. Klasse!

IMG_5220

IMG_5224

IMG_5260

IMG_5219

Wir müssen hier sowieso das schlechte Wetter aussitzen. Wenn es mal Regnet, dann direkt mindestens 20 Stunden lang. Leider haben wir heute solch einen Tag. Und das dies nicht der einzige Tag bleiben soll, wissen wir im Moment auch noch nicht…

Aber die Kneipen, Pubs und Restaurants müssen ja auch noch erkundet werden…

Derweilen hauen immer mal wieder harte Böen um Morian rein. Zum Glück kommen sie von vorne oder von der Seite, die Morian vom Steg weg drücken.

Alles Richtig gemacht….

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Das schöne Glandore

Wir verlassen Crookhaven am Morgen. Unser Ziel ist 18 sm entfernt und heißt Glandore.

Vorbei am Leuchtturm geht es aus dieser wunderschönen Bucht hinaus auf die irische See. Vorbei am Fastnetrock segeln wir an der grünen Küste von Irland entlang. Wir setzen uns auf der Steuerbordseite im Cockpit und schauen auf diese Grüne aber auch rauhe Küste. Vorbei an Clear Island, das sich bis auf 150 Meter empor wölbt, geht es weiter nach Glandore, das sich in einer tiefen Bucht befindet und uns vor dem Wind aus Westen schützt. Der Wetterbericht sagt seit Tagen Winde aus West mit Böen 8.bfo voraus.

IMG_6257

_1150734

_1150733

_1150747

Das Wetter ist sowieso so eine Sache hier. Immer bläst ein steifer Westwind . So bleibt uns sowieso nur der Kurs nach Osten. Gegenann nach Westen zu segeln hat bei diesem Wind keinen Sinn. Schade eigentlich. Denn auch im Westen gibt es noch viele schöne Buchten zu erkunden.

IMG_6258

 

Am Nachmittag segeln wir in diese schöne Bucht zwischen Sheelas Point und der kleinen Insel Adam´s Island. Geschwungene grüne Hänge empfangen uns und natürlich auch wieder eine Steilküste. An seinem Scheitelpunkt steht die Burg Kilfinnan Castle mit ihren eingegrünten Mauern. Vor uns sehen wir eine kleine Pier. An der können wir aber nicht anlegen. Es ist dort zu flach. Wunderschöne Drachen Boote kreuzen unser Kurs und erst jetzt begreifen wir, dass wir mitten in eine Regatta geraten sind. Sorry Sir…

IMG_6277

IMG_5084

Uns kommt ein Schlauchboot entgegen und man hilft uns an die Mooring zu kommen.

Vor uns sehen wir wie die Häuser an der Waterfront die den Berg hinauf gebaut wurden. Dort gibt es ein paar Restaurants und Pubs. Also nichts wie rein ins Schlauchboot und los. Oben bei den Häusern gibt es eine wunderbare Aussicht auf die Bucht mit seinem Türkis blauen Wasser. Alles erinnert hier ein wenig an das Mittelmeer. Palmen stehen hier und es ist warm. Jedenfalls Warm für hiesige Verhältnisse. 14 Grad sind es Draußen und die Leute laufen in kurzen Hosen rum …IMG_5107

IMG_6280

IMG_5145

IMG_6268

IMG_5117 (1)

IMG_6281

Hier bleiben wir einen Tag. Leider zwingt und der Wetterbericht morgen weiter zu segeln. Sturmböen sind angesagt. Wir suchen ein geschützten Platz nach Westen. Das wird sicherlich der Ort Kingsale sein…

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Crookhaven / Irland

Crookhaven

Am nächsten Morgen wachen wir bei Sonnenschein auf.

Jetzt sind wir in Crookhaven.

Diese ca. 2 sm lange Bucht liegt im äußersten Südwesten der Mizen Halbinsel. Sie ist sehr geschützt mit ihrem Eingang im Osten. Die Atlantiktiefs mit ihren Stürmen aus Westen können ihr nichts anhaben.

Mooringbojen für Besucher gibt es direkt vor dem Dorf Crookhaven in direkter Nähe der Sullivans Bar. Wir bezahle 10 € für die Moorigboje beim Barkeeper. Endlich sind die Preise mal wieder in Ordnung. In England haben wir 20 Pfund bezahlt.

Überall finden wir eine frei Mooringboje. Alles ist entspannt. Das ist der Vorteil, wenn man im Mai, Juni hier unterwegs ist.

IMG_5010

_1150728

Wir liegen sehr geschützt und wenn der Wind mal nach Osten drehen würde, finden wir immer noch einen nach Westen geschützten Platz an der Nordseite der Bucht.

210 Menschen leben hier vom Tourismus und ein wenig Fischfang.

Die bekannteste Einrichtung hier ist wohl die O´Sullivans Bar direkt am kleinen Hafen. Dort gibt es wohl einer der größten Sammlung von Geldscheinen aus aller Welt. Diese sind überall an den Wänden von den Besuchern angebracht worden. Auch viele alte Fotos zieren die Wände dieser urigen Kneipe. Auch der erste Irische Segler, der um die Welt segelte ist, hat sich hier verewigt. Natürlich essen wir hier ein Sandwich und genehmigen uns einen Pint Murphey´s.

DCIM100GOPRO

IMG_5062

IMG_5047

IMG_5058

IMG_5053

Zu dieser Jahreszeit ist nicht viel los. Die Einheimischen und ein paar Besucher kommen am Nachmittag zum Pub. Ghandi, der Pub Hund erfreut sich des Lebens und streunt zwischen allen herum und freut sich von jedem begrüßt zu werden. Ein anderer Hund liegt auf der Straße und schläft. Als ein Auto kommt geht er nicht zur Seite. Das Auto fährt um ihn herum. Sehlig schnarcht er weiter und träumt von anderen Hundedamen.Ich mag diesen Ort und wir genießen das hier herumlungern und beobachten mit einem Pint in der Hand.

IMG_5037

IMG_5014

Ein Tiefdruckgebiet zieht in den nächsten Tagen auf. Hmm, mal sehen was wir morgen machen…

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Der Weg nach Irland

IMG_6239

 

Wir segeln mit 5,5 kn. durch die Nacht Richtung Fastnetrock.

Fogpatches erreichen und immer wieder. Grau in Grau ist es.

Der Wind nimmt zu.

Jetzt fängt das Meer an zu atmen.

Ganz tief ein und ausatmend.

Es ist fazinierend zuzuschauen, wie die lange hohe Dünung aus Südwesten unter Morian durchgeht.

Atme tief Meer, atme…

 

Südostwind ist angesagt für Heute und Morgen. Dann soll er wieder auf NW drehen und die 159 sm von den Scillys nach Irland werden zu einem unüberwindbaren Hinderniss. Die ganze Zeit kreuzen möchte ich nicht. Also bleibt nur jetzt das Wetterfenster für uns und wir machen von der Mooring los. Es ist Trocken und Diesig. Der Südwest Wind bläst sanft mit 2 bis 3 bfo. Angenehm sind die ersten Stunden und jeder döst mal eine Runde, wenn nichts zu tun ist. Vorschlafen ist angesagt. Wir werden sicherlich 33 Stunden brauchen bis Crookhaven im Südlichen Zipfel von Irland.

 

Der Wind nimmt zu aber die Richtung bleibt. Später am Nachmittag segeln wir nur noch unter Genua bei SW 5 bis 6.. Graue Wolken kommen auf und die See wird immer ungemütlicher. Warum ist sie so Konfus? Die lange hohe Dünung ist wunderbar. Aber darauf sitzt eine kabbelige Welle die uns ordentlich durchschüttelt. In der Nacht kommt auch noch Regen dazu, der uns noch für 9 Stunden begleiten soll. Alle 2 Stunden wechseln wir die Wache und der Abgelöste fällt todmüde in die Koje um kurz darauf

( 2 Stunden) wieder auf Wache zu gehen. In der Nacht sehen wir nur in weiter Entfernung Lichter. Sonst ist hier draußen nichts los.

Der Morgen graut und es regnet immer noch. Die Wellen gehen hoch. Ich schätze 4 Meter. Wenn ich im Mittelcockpit stehe mit meinen 190cm, raus schaue , sehe ich nur Wellen und kein Horizont. Das Cockpit ist sicherlich in 150cm Höhe bei der Morian. Gewaltig und Faszinieren sind diese Wellen.

IMG_6252

Wir werden aber ganz schon durchgeschüttelt und im Innern der Morian klappern einige Topfe und Tassen in den Schapps. An schlafen ist kaum zu denken.

Morian macht ihre Sache aber richtig gut. Sie läuft unter der Selbsteueranlage wie auf Schienen. Seit gestern Morgen haben wir nicht eingreifen müssen.

 

Langsam sehen wir durch den Dunst und Regenschleier auf Backbord den Fastnetrock und an Steuerbord die Umrisse vom Festland. Eine lange Bucht macht sich auf mit einem Leuchtturm an der Steuerbordseite. Es sieht hier aus wie in einem Fjord in Norwegen. Leider alles Grau in Grau. Erst am nächsten Morgen werden wir die Schönheit dieser Bucht zu Gesicht bekommen… Crookhaven

 

Jetzt erst einmal an die Mooring. Mac brät ein paar Eier mit Speck und ohne abzuräumen fallen wir in die Koje…

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Bryher

Bryher ist die Nachbarinsel von Tresco. Dazwischen gibt es einen schmalen Kanal, der bei Ebbe an vielen Stellen trocken fällt und seine ganzen Untiefen und Riffe frei gibt. Es bleiben aber auch tiefe Rinnen, wo man sein Boot vor Anker legt oder an einer Moorig fest macht.

Wir steigen ins Schlauchboot und fahren rüber zum Strand. Diese Insel versprüht einen ganz besonderen Scham. Hier scheint die Zeit noch langsamer zu gehen wie auf Tresco. Kleine Pfade und Wegen spannen sich um die Insel. Spazieren zu gehen macht hier eine Freude. Die Einwohner  sind sehr freundlich und immer für einen Schwätzchen offen. Die Vegetation blüht hier sehr üppig und es riecht hier wunderbar.01

Fast von jeder Stelle der Insel aus können wir aufs Meer schauen und sehen wie die Ebbe  Felsen und Strände frei gibt. Ich fühle mich hier sofort wohl…

Ich filme auf Teufel kommt raus. Den von dieser Tour wird es wieder ein Film geben. Dort werde ich auch viel ausführlicher diese Insel beschreiben…

03

02

04

Morgen geht es nach Irland. Wir müssen los weil der Wind ab übermorgen aus NW weht. 156 sm liegen vor uns… Das ist eine andere Geschichte

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen