River Fal

Die Bucht von Falmouth ist ja riesig. Wenn man die Bucht knapp 4 sm. weiter nach Norden fährt kommt man in den River Fal der dann in den River Truro übergeht. Diese Flusslandschaft windet sich ca. 6 sm. weiter hinauf bis Truro. Dort kommt man aber nur bei Hochwasser hin. Sowieso sollte man aufpassen. Auch in der Bucht ist bei Niedrigwasser nicht viel Platz zum segeln. Immer wieder stören Flachs das geradeaus segeln. obwohl die Wasserfläche sehr groß ist. Eine betonte Fahrrinne hat aber immer genug Wasser über Grund. Ich segele immer weiter nach Norden und bin begeistert von der Landschaft.

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Leicht geschwungene Hügel, saftig grün, gesprenkelt mit Schafen oder Kühen drauf erfreuen mein Auge. Durchbrochen durch Hecken, die die Felder teilen ergibt sich immer wieder ein neues Muster und Formen. Das Segel eines Drachen durchschneidet diesen Überfluss von Grüntönen. Diese Hügel befinden sich am östlichen Ufer gegenüber von Mylor Harbour.DSC08195-River FAl

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Mir kommt einer dieser wunderschönen Falmouth Clipper entgegen. Was für ein majestätischer Anblick. Hier sind so viele schöne Jachten stationiert das ich nur noch staune.

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Bei der ersten Windung des River Fal komme ich am Trelissick Garden vorbei. Dieser subtropischer Garten wurde von der englischen Porzelanfabrikantin Ida Copeland zwischen 1937 und 1955 erschaffen. Dem Golfstrom sei Dank gedeihen hier die tollsten Gewächse. Der Besuch lohnt sich.

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Ich segele mit 3 kn den Fluss hinauf. Eine leichte Gegenströmung lässt Morian gemächlich dahingleiten. Gegenüber vom Tocarne Creek sehe ich ein Pantoon der im Fluss verankert ist. Es gibt keine Landverbindung. Soll ich hier schon Anlegen?. Nein, ich möchte noch weiter Flussaufwärts, sehen was kommt. Als der Fluss eine Wendung nach steuerbord nimmt traue ich meine Augen nicht. Ich habe mit allem gerechnet. Nur nicht mit der Großschiffahrt hier im Fluss. Und ich meine wirklich Großschiffahrt. Ein ca. 200 Meter langer Biggy liegt hier auf Reede. Und zwar mitten im Fluss. Wie der hier reingekommen ist weiß ich nicht. Jedenfalls darf der Steuermann keinen Fehler machen um hier hinauf zu kommen. Ich habe gehört, das die Großen hier billiger auf Reede liegen dürfen.

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Ich schleiche mich langsam an diesem Monstrum aus Stahl vorbei. Jetzt geht das segeln nicht mehr. Also diesele ich weiter an der King Harry Ferry vorbei. Sie ist eine Kettenfähre die zum ersten mal 1888 die beiden Ufer des Flusses verbunden hat. Das rasseln der riesigen Kette höre ich immer noch.

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Vorbei am Smugglers Cottage vor dem man an Moorings gehen kann sehe ich einen weiteren Pantoon an Steuerbord. Auch wieder ohne Landverbindung aber mit alten Ruinen und einem Bootshaus in der Nähe. Hier gefällt es mir und ich mache am Pantoon fest.

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Hier verbringe ich zwei Sturmtage mit Dauerregen. Geschützt durch die hohe Uferbewaldung und dem Fluss ist das hier gut auszuhalten. Dann zieht es mich erst mal zu den Scillys, wovon ich ja schon berichtet habe. Zurück von den Scillys gehe ich an den ersten Pantoon am Eingang vom River Fal. Dort treffe ich die DaLang mit Andrea und Mac.

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Auch Gerd liegt hier. Er ist deutscher und liegt hier seit Oktober letzten Jahres. Mit seiner 35 to. und 14 Meter langen  Ferrozement Ketch ist er von Südafrika hier her gesegelt. Ein Motorproblem lässt ihn hier schon seit Monaten ausharren. Stolz erzählt er mir, dass er die Yacht selbst gebaut hat. Und zwar aus Teilen, die er in der Miene gefunden hat wo er arbeitete. Alle Schrauben die er verbaut hat haben andere Maße. Das liegt eben daran, dass er nicht immer die richtige Größe gefunden hat. Er ist unglaublich geschickt und kann alles selber reparieren. Gerade baut er seinen alten 100 Ps Diesel aus. Das Ungetüm steht jetzt im Cockpit. Habe ich alles alleine rausbekommen mit Balken und Taljen! Zum Glück ist meine Frau abgehauen.Sonst hätte ich die ganzen Anbauteile der Maschine nicht auf den Salontisch stellen dürfen. 😉

Als ich in Frage wie er den Winter verbracht hat sagt er nur. Tja, ne Heizung habe ich nicht. War schon hart. Ich bin den ganzen Tag unter der warmen Decke in der Koje geblieben und habe Fernsehen geguckt.

Jede Woche ist der Harbour Master mit seinem Schlauchboot vorbei gekommen und hat geschaut ob ich noch lebe.

Ich mag skurrile Menschen.

Seine beiden Windgeneratoren und die unzähligen Solarzellen beeindrucken mich…

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Langsam denke ich an den Rückweg.

DAs ist aber eine andere Geschichte…

 

 

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