Seehunde, Seekrankheit und wir Sinken!

Das Wetter wird besser. Der Wind geht endlich mal nach NE. Das gehört so. SW Winde sind hier selten. Diese haben unsere Weiterfahrt an der Galicischen Küste verhindert. Wir wollen direkt nach Muxia das in der RIA DE CAMARINAS liegt.

Diese 50 sm an der Costa da Morte, der Todesküst werden es für uns in sich haben. Dies ist der Westlichste Zipfel von Galicien. Diese Küste ist berüchtigt für ihre schweren Stürme und den vielen Schiffsuntergängen. Da haben wir uns ja einen schönen Törn gemeinsam an Anfang ausgesucht…

Es hat ja in den letzten Tagen aus SW mit bis zu 7 Bft geweht. Dementsprechend liegt natürlich eine hohe Welle vor der Küste. Wir haben extra schon einen Tag gewartet, sodass sich die Welle beruhigen kann.

Die Hunde bekommen ihre Rettungsweste an. Gabriel zieht sich vorsorglich auch eine an. Also geht es los.

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Kaum sind wir aus der Bucht von Coruna wird Gabriele ganz ruhig. Die Hunde liegen auf dem Cockpitboden und sind einfach froh bei uns zu sein. Die Segel werden gesetzt und Morian schaukelt gen SW. Mit ihren hohen Bergen sieht die Küste sehr schön aus. Gabriele geht nach unten in die Koje und wird bis Muxia nicht mehr hochkommen. Ihr ist schlecht. Zum Glück muss sie nicht Brechen. Alezane legt sich zu ihr und spendet ihr Trost. Ich habe draußen genug zu tun und schau immer mal wieder zu Ihr. Najuma, mit ihren 2 Jahren ist am Anfang etwas aufgeregt, beruhigt sich aber wieder, als sie sich auf mein Schoß setzt. Sie ist ein Augenhund und sieht sich immer alles genau an. So schaut sie auf die Wellen, beobachtet das Land, sieht den Möwen nach und lässt sich Stundenlang von mir kraulen. Unten ist Alezan die Ruhe selbst. Sie passt auf Gabriele auf. So kommen wir nach 10 Stunden problemlos in Muxia an.

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Problemlos! Hmmm, ich vergaß. Morian ist am Sinken…!

Mich wundert es , dass die automatische Pumpe für den Kondenzwassersammler des Kühlschranks läuft. Und zwar nicht alle paar Stunden einmal um das Kondenzwasser in die Spule zu pumpen. Sie läuft die ganze Zeit! Oha. Als ich das realisiere, stürme ich nach unten und hebe die Bodenbretter zur Bilge hoch. Dort steht das Wasser bis kurz vor Anschlang Boden.

Es ist Salzwasser! Sofort mache ich den Motorraum auf und sehe das Übel. Vom Kühlwasserkreislauf ist das Rohr vom Wärmetauscher ein wenig Abgeschert. Nicht viel, das Kühlwasser wird weiter ins Kühlsystem geleitet und gleichzeitig auch in den Motorraum.

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Na Klasse. Ich mache den Motor aus und wir setzen noch mal die Genua. Bei der Schaukelei bekomme ich das Rohr nicht mehr fest. Natürlich schalte ich sofort meine Bilgenpumpe an und zig Liter Wasser werden aus der Bilge befördert. Wir haben jetzt noch 5 sm bis Muxia. Den Motor möchte ich nicht anschalten für den Anleger in Muxia.

Ich habe Angst, das sich der Motor überhitzt. Mein Plan ist es, bis kurz vor der Hafeneinfahrt zu segeln und dann in der Hafeneinfahrt die Genua einzudrehen, kurz den Motor zu starten und schwubbs an den Steg zu gehen. Alezan liegt noch bei Gabriele. Najuma sitzt oben im Cockpit angeleint. Ich schwirre zwischen Motorraum und Cockpit hin und her. Jetzt geht der Wind auch noch bis 5 bfo. hoch.

Ich segele bis in die Hafeneinfahrt rein, rolle das Segel ein und starte den Motor. 3 Minuten brauch ich bis an den Steg. Die Vorleine wird vom Marinera festgemacht. Ich schalte den Motor sofort aus. Puhh

Kaum schaukelt das Boot nicht mehr geht es Gabriele gut undgeht sofort mit den Hunden spazieren. Fröhlich laufen sie mit Ihr zum Gassi. Ich muss nochmal die Bilge leerpumpen. Die Reparatur des Kühlsystems geht ohne Probleme. Das mache ich aber erst am nächsten Tag. Ich bin bedient.

Klasse ist, dass alles an Bord in Ruhe abging. Gut gemacht Gabriele, gut gemacht Alezan und gut gemacht Najuma. Ich habe mein Bestes gegeben.

Muxia gefällt uns sofort. 1500 Bewohner leben hier in ihren bunten Kastenhäusern. Hier geht der Jakobsweg vorbei auf den Weg zum Kap Finisterre. Der Ort ist voller Pilger. Die meisten humpeln und sehen ziemlich erschöpft aus von der ganzen Wanderei.

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Der Hafen wurde neu gebaut.

Viel Geld wurde hier in Galicien investiert. Das liegt daran, daß der Tanker Prestige, der im Jahr 2002 zerbrach und das Öl, das ganze Ökosystem zerstört hat . Viel Geld wurde für den Wiederaufbau der Küste aufgewendet.

Mir ist hier nichts mehr aufgefallen von diesem schrecklichen Unglück.

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Die Hafenmeisterin ist total freundlich und begrüßt uns mit einem Lächeln. Hier werden Besucher noch wirklich herzlich willkommen geheißen. Nur 2 Besucherjachten liegen hier an den Stegen. Ich schätze 90 % der Stegplätze sind noch frei. Nur ein paar Einheimische Boote liegen hier. Die Sanitärgebäude sind einfach und zweckmäßig. Ich bekomme direkt 30% Ermäßigung für 3 Tage liegen. Das sind pro Tag 16 €. Die Steckdosen an den Stegen haben einen anderen Durchmesser als unsere normale Eurostecker. Beim Hafenmeister gibt es einen Adapter.

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Jetzt weht der Wind wieder mit Böen bis 8 Bfo. Das scheint hier Normal zu sein am Costa da Morte, der Todesküste.

Wir hängen mal wieder…

 

 

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