Morgen geht es über die Biskaya.

Ich mache mich mal los für die nächsten 466sm.IMG_7392

In den letzten Tagen habe ich nur noch Wetterkarten studiert. Jetzt kommt ein Wetterfenster der passt. Fast jedenfalls. Der starke Wind hat heute Nachmittag nachgelassen und ab Morgen gibt es für die nächsten Tage Schwachwind.Der Wind dreht auf NW. und wird so zwischen 2 und 3 Bfo. wehen. Manchmal auch noch weniger.

Soll ich jetzt fahren oder doch noch warten bis mehr Wind kommt?

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Nein ich will los. Die Chance sollte ich nutzen. Es soll für die nächsten Tage kein SW Wind geben. Klasse. Ich muss einfach los. Die besten Bedingungen kann ich mir sowieso nicht aussuchen.

Getankt habe ich. Der Dieseltank ist mit 200 Litern voll. 90 Liter habe ich noch in Tanks als Reserve dabei. Ich rechne mit 3 Liter in der Stunde an Verbrauch. So kann ich 96 Std. Motoren wenn es ganz schlecht läuft. Im Schnitt mache ich 4 kn über Grund unter Motor. Also reicht es für 384 sm. Ich habe zu meinen Ungunsten gerechnet und Sicherheit eingerechnet. Theoretisch schaffe ich die gesamte Strecke unter Motor. Aber wer will das schon.

Morian habe ich durchgecheckt. Alle Spanner vom Rigg habe ich geprüft. Alle Splinte kontrolliert. Den Seezaun gecheckt. Motorölstand ist ok. Kühlwasser ist ok. Eine Menge Reservefilter und Motoröl habe ich dabei. Seenotraketen sind da, Lifebelt und Leinen sind geprüft. Die Epirb ist einsatzbereit. Ais habe ich auf meinem Plotter und auf meinem I Pad.

Meine Seekoje habe ich gebaut. Schön, dass Morian solch eine Vorrichtung mit Brett hat.

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Ich werde direkt die 466sm von Guensey nach A Coruna segeln. Als Sicherheit kann ich noch in Roscoff oder in der Südbucht von den Quessants an eine Mooring gehen. Da segele ich auch noch dicht am Festland vorbei und bekomme dann Handyempfang um den neusten Wetterbericht zu bekommen.

Von Donnertag bis Montag dauert die Überfahrt. Mal sehen wie ich diese 4 Nächte durchstehe. Es ist für mich das erste mal über die Biskaya.

Ich freue mich.

 

2.029.783,00 Pfund

Ja, so viel kostet die Sunseeker Manhattan 66. Eine fast 21 Meter lange Motorjacht der Superlative. Sie steht hier in der Marina. Es ist eine kleine Messe hier. Ich schau sie mir mal an und bin erstaunt, aber irgendwie nicht begeistert. Liegt es daran, dass es eine Motoryacht ist? Ich glaube nicht. Es ist das Design und auch der Name ist Programm. Ein Hochhaus der Meere. Ich fühle mich einfach nicht wohl auf dem Schiff was so unfassbar viel Geld kostet. Die Wertigkeit spüre ich einfach nicht. Klar ist sie sehr gut ausgebaut, Spaltmaße sucht man vergeblich. Aber irgendwie fühlt sich hier alles synthetisch an. Es kommt bei mir kein Bootsfeeling auf. Ich fühle mich wie in einem Hotel weit ab vom Wasser. Obwohl es hier viele Panoramafenster gibt, die den Blick aus Wasser zulässt.

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550 sm Reichweite… Das ist nicht viel mit einer Tankfüllung. Und ich schätze der Tank ist gigantisch groß. Ich mit meinen 200 Litern im Haupttank und 90 Liter in Kanistern komme auch fast so weit. 32 Knoten Topspeed ist auch nicht so meine Sache. Da fallen die Dollarscheine nur so aus dem Auspuff und meine Frisur wird ruiniert. ;-).

Drinnen sieht es gediegen aus. Aber wohlfühlen tue ich mich hier einfach nicht.

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IMG_0563Ich war noch nie auf solch einem großen Schiff. Man kann da mal drauf, muss aber nicht. Ich bin und bleibe ein alter Segler…

Ach ja, das ist übrigens nur meine Meinung…