Alderny

Um 05:00 Local Time drehe ich den Zündschlüssel vom Diesel. Sofort springt er an und dreht gleichmäßig im Leerlauf.

Heute wollen wir nach Alderny quer über den englischen Kanal. 73 SM liegen vor uns. Es sind umlaufende Winde angesagt um 2 Bfo. Also stellen wir uns auf eine Motorfahrt ein.

Als wir aus dem Fluss aufs Meer fahren, werden wir mit einem Ost 4 empfangen. Unter Vollzeug stürmt Morian los. Sie will nach Alderny, eine sehr schöne Insel der Channel Islands. Mac ist schon wieder ganz gut auf den Beinen. Aber er soll sich noch Ausruhen und seine Erkältung auskurieren. Immerwieder geht er unter Deck und schläft eine Runde. Ich stelle den Kurs ein auf den Wegepunkt an der Trafficzone. Der zweite Wegepunkt ist schon Alderny. Kompliziert ist es nicht. Aufpassen muss ich nur, dass wir zur Richtigen Zeit bei den Casquets sind, die westlich von Alderny sind. Wenn wir zur falschen Zeit da wären, würde uns die Strömung von bis zu 4,5 kn nach Süden bis nach Guernsey spülen. Wir müssen gegen 18 Uhr dort sein. Deshalb das frühe Aufstehen. Die ersten 4 Stunden ist es ein herrliches segeln. Dann nimmt der Wind immer mehr ab und  die restlichen 47 sm fahren wir unter Motor.

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Kurz vor Alderny ist die Strömung ziemlich durcheinander. Von jetzt auf gleich werden wir 20 Grad vom Kurs gedrückt um dann 30 Grad wieder in Gegenrichtung gedrückt zu werden. Um die Große Mole, die den Hafen von Alderny vor NW Stürmen sichert anzusteuern müssen wir bis zu 35 Grad vorhalten. Aber ohne Probleme erreichen wir das Geschütze Wasser hinter der Mole und schnappen uns eine Mooringboje. Für den Liegeplatz zahlen wir 15 Pfund. Wir liegen ungefähr 25 Meter vor der uns schützenden Mole, die fast 600 Meter raus auf See gebaut wurde.

Ein gigantisches Bauwerk ist aus dem Jahre 1849. Durch die Mole ist man von SW Winden total geschützt. Nur wenn der Wind aus NE kommt wird es hier richtig ungemütlich. Leichter Schwell ist hier aber immer zu spüren. Mit dem Wassertaxi, den man über Funk anfordern kann, kommt man an Land oder wie wir, mit unserem Schlauchboot.

Ich mag Alderny. Hier scheinen die Uhren noch langsamer zu ticken. Jeder grüßt jeden mit seinem Vornamen hier. Schöne Häuschen in den verschiedensten Pastelltönen reihen sich an engen Gassen entlang. Hier kann man sich auch Verproviantieren. Am Hafen gibt es einen Supermarkt sowie in dem Ort noch einige Händler, Bäcker, Fleischer und andere Geschäfte. Tanken kann man an der Autotankstelle am Hafen. Mann muss aber mit Kanistern tanken gehen und sie dann mit dem Schlauchboot zur Yacht bringen.

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Direkt am Hafen Port Braye gibt einen langen Sandstrand und einige Restaurants haben sich hier angesiedelt. Dort zu sitzen, auf die Bucht zu schauen, macht schon Spaß.

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Ich möchte gerne hier länger bleiben. Leider sind wir aber schon auf dem Rückweg und haben nur noch 8 Tage bis nach Holland. Mir fällt auf, daß wir zu schnell unterwegs sind. An jedem Ort würde ich gerne mehrere Tage verweilen, um ihre Atmosphäre intensiver zu erleben. Für meinen nächsten Törn nehme ich mir vor, mehr Zeit und weniger Häfen oder Flüsse anzusteuern. Wir huschen zwar nicht durch die Gegend aber dieser Zwangsaufenthalt in Irland, wo das schlechte Wetter uns 8 Tage unserer Zeit in Kinsale festgehalten hat, fehlt uns jetzt hinten raus. Was soll’s. Ich genieße trotzdem jeden Tag hier an Bord mit Mac und auf unseren Erkundungen…

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