Auf nach Irland und wie alles begann

Wir segeln durch die Nacht.

Unser Ziel sind die Scilly Islands am westlichen Eingang des Englischen Kanal. Gestern Morgen um 8 sind wir von Ditisham am River Dart gestartet und wollen die 126 sm bis Tresco, eine sehr schöne Insel der Scillys, ansteuern.

6 Uhr ist es am Morgen .

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Morian ist gerade durch das Verkehrstrennungsgebiet zwischen den Scillies und Lands End gemotort. Wir haben kein Wind. Ich habe Wache und Mac, mein Freund und Mitsegler, kann sich jetzt hin legen. Aber er ist doch zu aufgekratzt vor der Ansteuerung der Inseln und will nicht mehr in die Koje. Mal ein kleines einnicken ist aber erlaubt…

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Total Nebelig ist es.

Wir können die Inseln nicht sehen. Dabei sind wir nur noch 1 sm von der Southward Ledge bei der Insel St.Martin´s entfernt. Ein leichtes Brandungsrauschen hören wir. Aber sehen tuen wir nichts. Ich schaue immer wieder auf die elektronische Seekarte und kontrolliere unser Kurs. Nicht, dass wir auf eine der unzähligen Steine und Riffe, die hier überall sind, abgetrieben werden und Auflaufen.

Endlich zeigen sich schemenhaft die schroffen Felsen von St. Martin´s

Das Leichtfeuer auf der im Norden der Inseln gelegenden Insel Round Island, können wir nicht sehen aber Hören. Gespenstisch ist die Atmosphäre hier im Nebel.

Wir wollen zu dem Mooringfeld am Frenchman`s Point am alten Castle zwischen den Inseln Bryher und Tresco. Endlich lichtet sich der Nebel etwas und nach 23 Stunden machen wir an einer Mooring fest. Morian schwingt in den Wind und wir strahlen uns mit einem Lächeln an. Schön ist es hier zu sein…

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Ich sitze müde im Cockpit und denke über die vergangenden Tage nach.

Erst vor 8 Tagen sind wir von Wolphaartsdijk, einem Hafen in Süden Hollands aufgebrochen um nach Irland zu segeln. So heißt jedenfalls unser Ziel. Ob es so wird weiß ich natürlich nicht. Der Wind wird unser Ziel bestimmen.

Angefangen hat alles mit einem Bild, das ich zufälligerweise gesehen habe. Ich war fasziniert von dieser Luftaufnahme mit dieser wunderschönen fjordähnlichen Bucht.

Unknown

Crookhaven heißt dieser Ort. Keine Ahnung wo das ist. Also wird Onkel Google bemüht und es stellt sich raus, dass diese Bucht im Südwesten von Irland liegt.

Das wäre doch ein schönes Ziel für den größeren Törn im nächsten Jahr denke ich. Also los und mal sehen was es noch für Informationen gibt. Der Reeds wird aufgeschlagen und ich besorge mir einen Revierführer von Imray.

Jetzt weiß ich, dass ich dort hin möchte.

Für mich war klar, dass ich diesen Törn mit Mac, meinem Freund und Smutje, machen möchte. Letztes Jahr haben wir schon einen Törn zusammen mit Guido gemacht und wir verstehen uns bestens.

Los geht es man Samstag den 20.05.2017. Am späten Nachmittag machen wir uns auf dem Weg über die Osterschelde zur Schleuse nach Roomport. Dort wollen wir uns über Nacht an den Steg legen um am frühen Morgen um 5 zu starten Richtung Dartmouth.

Gerne möchte ich den Schlag direkt über zwei Nächte durch machen. Leider ist nich so viel Wind und wir müssen erst Motoren. Dann können wir doch noch die Segel setzen und Morian schaukelt durch die Nordsee in Richtung englischen Kanal. Leider bleibt der Wind weg. Nach Dartmouth zu motoren bringt keinen Spass. Also Planänderung. Wir machen nach 150 sm in Eastbourne fest.

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Dieser Hafen versprüht auf uns kein Scharm. So machen wir uns am nächsten Tag auf dem Weg nach Dartmouth. Es sind wieder ca. 150sm. Die Einfahrt in den River Dart und Dartmouth faszinieren immer wieder. Am Town Quay machen wir für 19 Pfund fest. Strom und Wasser gibt es nicht. Dafür brauchen wir nur 30 Meter mit dem Schlauchboot bis an Land und sind mitten in der Stadt.

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Ein kurzer Landgang und dann schnell in die Koje um den Schlaf nachzuholen. Am nächsten Tag soll es nach Falmouth gehen. Wir kennen dieses schöne Fleckchen von England schon. Deshalb diese Eile. In Irland wollen wir uns mehr Zeit nehmen.

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Am nächsten Morgen. Ich drehe den Zünschlüssel vom Motor. Klack, Klack. Nichts geht….

Na Toll. Schon wieder Dartmouth.l etztes Jahr hatte ich hier einen Ruderschaden und musste mehrere Tage hier verweilen. Es gibt natürlich schlechtere Orte als diesen hier fest zu sitzen.

Was ist los? Der Magnetschalter vom Anlasser schaltet nicht und lässt das Ritzel vom Anlasser nicht einspuren. Also hole ich den Hammer. Die sogenannte Hammermethode sollte doch den Magneten zum schalten bringen. Leider auch kein Erfolg.

Ich messe die Anlasserbatterie durch. Sie zeigt 12,8 Volt. Hmm. Ich weiss nicht mehr weiter. Also wird der gleiche Mechaniker angerufen wie im letzten Jahr. Er hat uns wiedererkannt und sagt uns, dass er am Nachmittag mal mit seinem Boot rüber kommt und nachschaut was los ist.

Dartmouth ist schön und wir haben nun Zeit für einen Rundgang ….

Der Mechaniker kommt. Er verlangte als erstes auch nach einem Hammer… 😉

Auch er hat keinen Erfolg. Schwubbs nimmt er seine Schraubenschlüssel in die Hand und demontiert in wenigen Minuten den Anlasser samt Magnetschalter.

I Take a Look for a Second Hand One…Tomorrow

Das ist natürlich die einfachste Methode. Na ja, wir wollen ja weiter…

Am nächste Tag kommt er mit einem alten neuen Anlasser zurück und baut ihn ein.

Der Zündschlüssel wird gedreht und der Motor startet wieder. Klasse. Leider können wir heute und morgen noch nicht los. Das Wetterfenster hat sich geschlossen und es weht mit 5 bis 6Bfo. aus SW. Also Motoren wir nach Ditisham den Fluss aufwärts. Hier lagen wir letztes Jahr schon mal an einer Mooring. Es ist traumhaft dort.

Ja wirklich!

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Leider müssen wir noch einen Tag hier auf pasenden Wind warten. Schade, dass wir durch den blöden Anlasser so viel Zeit vertrödelt haben. Aber vertrödelt ist ein zu hartes Wort. Wir geniessen die Zeit hier im und am Fluss.

Auf geht es. Aber nicht die 65sm nach Falmouth sondern direkt die 126sm zu den Scilly Island. Denn nur noch ca. 35 Stunden blässt der Wind aus NE. So jedenfalls der Wetterbericht.Dann soll er mal wieder direkt von vorne auf SW drehen…

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Ich werde Wach. Meine Gedanken weichen der Realität. Ich glaube es kaum, dass wir jetzt schon auf den Scilly Islands sind. 446 sm zeigt das Log. Waren das wirklich nur 8 Tage?…

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4 Antworten zu Auf nach Irland und wie alles begann

  1. klaus2013 schreibt:

    Tolle Leistung in acht Tagen, trotz des Anlassers. Am meisten beeindrucken mich Deine Worte zu Mac. M.w. kennt ihr euch ja erst seit letztem Jahr. Es ist schön, wenn man nicht nur einen Mitsegler (die gibt es zuhauf) sondern einen Freund findet, mit dem man solche außergewöhnlichen Touren machen und gemeinsam geniessen kann.

  2. Anja schreibt:

    Klasse, weiterhin Fair Winds😉⛵️

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