Ankeralarm und eine kleine Insel vor Veere

Mit einer Festplatte voller Daten mache ich mich auf den Weg zur Morian. Ich möchte ein paar Tage vor Veere ankern um meine Bilder zu bearbeiten.

Der Anker fällt auf 3 Meter Wassertiefe gegenüber von Veere. Von hier aus gibt es einen wunderbaren Blick auf dieses kleine Dorf. Ich gebe 25 Meter Kette und fahre den 22 Kg. schweren CQR Anker mit 3/4 Gas Rückwärts ein. Das sollte halten. Zwar ist das Wetter alles andere als stabil. Immer wieder kommen Schauerzellen mit Böen durch. Danach wird es aber wieder schön und die Sonne lacht dann vom blauen Himmel. Der Wind bläst mit 3 Bfo. aus W bis NW.

 

IMG_1922

img_2711

Schön ist es hier vor Anker zu arbeiten und den Blick immer mal wieder auf Veere zu richten.

IMG_1910

Schnell geht der Tag vorbei und weicht der schönen Abendstimmung mit seinen wunderbaren Farben. Ich setze das Ankerlicht und lege mich in die Koje.

1090312

Um 3 Uhr Morgens werde ich wach. Das Schiff macht heftige Bewegungen und es Blitzt mit sofortigen Donnern danach. Ich renne sofort raus und sehe das Veere mit seinen Lichtern auf der anderen Seite liegt. Nach einem Augenblick kapiere ich, dass Morian vor ihrem Anker liegend, um 180 Grad gedreht wurde. Der Wind kommt jetzt aus S. Es regnet fürchterlich. Ich laufe sofort zum Bug und kontrolliere den Anker. Er scheint sich wieder fest gefahren zu haben. So richtig sicher bin ich mir nicht. Also bleibe ich noch eine Stunde auf und beobachte, ob der Anker slippt. Mit Peilungen von einigen Lichtern an Land kann ich überprüfen ob Morian vertreibt oder nicht. Alles scheint gut. Also ab in meine Koje. Der Ankeralarm am GPS wird wieder neu eingestellt.

Der nächste Morgen ist es wieder schön mit Sonnenschein vor blauem Himmel.

Wie aus dem nichts kommt wieder eine Schauerzelle mit viel Wind. Es schüttet wie aus Eimern und die Böen nehmen rasch zu. Auch merke ich, das der Anker slippt. Grrr.Ich schmeiße sofort den Motor an und gebe ein wenig vorwärts in Richtung Anker. Dann kuppele ich aus und ziehe von Hand die Kette ein. Ich habe leider noch keine elektrische Winde. Wenn die Kette steif kommt belege ich sie wieder auf der Kettennuss, lauf zum Steuerstand und gebe vorwärts Gas, bis die Kette wieder lose kommt.  So bekomme ich ohne große Kraftanstrengung die Kette und den Anker an Bord. Der Wind vertreibt mich natürlich sofort, als der Anker nicht mehr am Boden fest sitzt.

Ich orientiere mich und sehe in Lee einer Insel einen freien Liegeplatz an einem Steg. Schnell werden die Leinen und Fender bereit gelegt und im strömenden Regen ohne Regenjacke lege ich Morian behutsam an den Steg.

Als der Regen aufhört und die Sonne wieder zum Vorschein kommt sehe ich, auf was für ein schönes Fleckchen Erde ich hier gelandet bin….IMG_1950

IMG_1952

IMG_1954

IMG_1945

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Ankeralarm und eine kleine Insel vor Veere

  1. Georg Püttmann schreibt:

    Dirk, nicht die tausende Kilometer Fernweh sind es, sondern der Blick für die Schönheit in 100 m Radius. Gut, als Fotograf hat man sowieso den Blick fürs Detail aber in unserer heutigen Zeit, die Zeit wegzuschalten und zu genießen, das können nur wenige.

    Halte weiter die Augen offen und teile Deine Blickwinkel,. jeden den Du damit erreichst öffnest Du die Sinne.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s