Auf nach Tresco

Wir sind immer noch auf den Scilly Islands.

Heute wollen wir nach Tresco , eine Insel NW von Saint Mary´s. Dort soll es besonders schön sein. Auf der Insel gibt es keinen Hafen. Dafür ein paar Mooringbojen. Die sind so platziert, dass wenn Ebbe ist, es eine Art Becken gibt, wo das Wasser mindestens 2 Meter tief ist. Sonst fällt der Kanal zwischen der Insel Tresco und Bryher zum Teil trocken. Die Moorings befinden sich in der Nähe vom Cromwell´s Castle, eine kleine Befestigungsanlage aus dem 17 Jahrhundert am Nördliche Eingang des New Grimsby Sound.

Wir legen Morian an eine Mooring und schalten den Motor ab. Und was jetzt kommt ist weniger als nichts. Sozusagen Nichts im Quadrat! Absolute Ruhe…

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Morian richtet sich nach der Strömung im Sound aus. Wir sind beeindruckt von der Schönheit und der Stille hier. Give me Fife Mac! Wir klatschen uns in die Hand und fangen an zu Grinsen. Nur wegen diesem Mooringplatz hat sich die weite Anreise von 500 sm gelohnt. Tresco ist ca. 2,5km lang und 1 km breit. Genau die richtige Größe für uns Segler… Das Wasser ist kristallklar und schimmert Türkis vor sich hin. Weiße Sandstrände glitzern im Sonnenlicht, durchsetzt von schroffen Felsen an ihren Enden. Das Frische Grün der sanften Hügel zieht uns in ihren Bann. Kleine Cottages sieht man vereinzelnd und es gibt im Süden der Insel den Abbey Garden, eine wunderschöne Angelegte Gartenanlage an einem See.

Wir machen das Schlauchboot klar und erkunden die Insel…

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Ein Traumtag

Die Scilly Islands sind wunderschön. Das spüre und sehe ich schon vom Mooring Platz aus.

Um uns herum schwojen ein paar Segler um ihre Mooring Bojen . Da ist ein Franzose mit seiner Bavaria 44. Zwei Hummerkörbe hat er an Deck verstaut. Gerade macht er sie los und verfrachtet sie in sein Schlauchboot. Hinten in der Bucht bei den Felsen gehen sie auf Tiefe und werden je mit einem Fender gekennzeichnet. Das gibt heute Abend ein feines Mahl…

Neben uns macht noch ein Franzose an einer Mooring fest. Der Wind bläst mit 5. Kein leichtes Unterfangen mit dem Anlegen und einfädeln der Leine. 3 Versuche braucht er.

Aber auch das gelingt und das Pärchen steht am Vordeck und lässt die Schönheit dieser Mooring Bucht auf sich wirken.

Na so was. Noch ein Franzose kommt in die Bucht. Ein wunderbares Stahlschiff von 15 Meter Länge. Marke Expeditions Schiff mit einer feste Sprayhood aus Stahl und Fenstern rundherum die zu öffnen sind. Gekonnt fahren sie die Boje an. Ganz in Ruhe. Vorne steht der Mann und seine Frau steuert das Boot. Kurz vor der Boje wirft er ganz ruhig die Leine in einer Bucht um die Boje. Jetzt ist das Schiff schon mal fest. Dann wird in Ruhe die Leine durch die Kette geschoren. Das ganze aber dann mit Schamfielschutz auf der Leine.

 

Wir steigen ins Schlauchboot und machen am Dinghi Pontoon fest. Die befindet sich an der großen Kaimauer wo auch die Fähren anlegen.

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Ich schaue mich um und sehe schöne alte Häuser an der Waterfront. Jetzt bei Ebbe ist auch ein feiner Sandstrand zu sehen der voller Anker und Ketten liegt. Dort machen die einheimischen ihre Boote fest. Ein schöner Taiwanclipper steht auch hier und wird wieder fit gemacht. 3 Männer klettern auf den Holzmasten rum und entfernen mit der Hand und Schleifpapier den alten Lack. Was für eine mühevolle Arbeit. Aber bei diesem schönen Langkieler lohnt es sich. Hough Town ist die einzige Häuseransammlung auf Saint Marys. Sie ist somit der zentrale Ort, wo es alles für Besucher und Einheimische gibt. Supermarkt, Post, kleine Restaurants, Klamotten Läden und natürlich urige Bars. Jetzt ende Mai ist es noch sehr ruhig hier. Ein paar Tagestouristen von der Fähre laufen hier rum. Sonst ist hier nichts als Ruhe…Stop, nicht ganz! Wer auf den Scillys aufgewachsen ist, ist auch mit den startenden und landenden Kleinflugzeugen groß geworden. Pausenlos hört man sie. Aber sonst ist hier wirklich Ruhe. Alles hier ist saftig grün auf der Inseln. In den Vorgärten blühen die Blumen. Wir fühlen uns wie im Paradies…

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Wunderinseln. Isle of Scilly

cVon Newlin zu den Scillys sind es 36 sm.

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Ausgerechnet habe ich, dass wir kurz vor Niedrigwasser ankommen, damit wir kaum Strömung zwischen den Inseln haben. Das heisst 7 Uhr Local Time oder 6 Uhr UTC auslaufen. England hat UTC + 1 Stunde. An Lands End vorbei habe ich den ersten wichtigen Wegepunkt bei dem Leuchtturm Wolf Rock gesetzt. Dies ist ein Leuchtturm, der mitten im Meer auf einem Felsen gebaut wurde. Er zeigt den Westlichen Eingang zum Kanal an und ist für viele das erste, was sie von England sehen.

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Wolf Rock.

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Wir wollen die Insel Saint Marys anlaufen. Eine von 42 Inseln der Scillys. An seiner Westküste liegt die Bucht von Hugh Town, wo es Mooringplätze gibt. Also wird der Nächste Wegepunkt kurz vor der Insel gesetzt in der Nähe von der Kardinal Boje E am Eingang des Saint Marys Sound. Dann fährt man am Star Castle vorbei Steuerbord in die Bucht von Hugh Town. Dort gibt es 21 gelbe Mooringbojen für Schiffe bis 12 Meter länge für 18,50 Pfund pro Nacht und 10 Grüne Bojen für Schiffe über 12 Meter und 24,50 Pfund pro Nacht. Zahlst du 3 Nächte ist die vierte Nacht frei, An der Mooringtonne ist ein kleiner roter Ball, an dem eine Leine befestigt ist, um die schwere Kette der Mooringboje hoch zu ziehen. Dort fädelt man dann seine eigene Leine durch und befestigt sie an den beiden Klampen am Bug als Schlaufe.

Mit NW 3 bis 4 segeln wir an Lands End vorbei. Hier spürt man schon das tiefe Atmen des Atlantiks mit seinem sanften auf und ab. Die Dünung ist sicherlich 2 bis 3 Meter hoch. Wir queren rechtwinkelig die Traffic Zone und nur ein Biggy ist zu sehen. Hier ist sowieso nicht viel los. Nur die Fähre zu den Scillys sehen wir ein paar mal.

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Genau zu Stillwasser passieren wir den Saint Mary Sound und sind jetzt schon begeistert von den Inseln. Schroffe Felsen empfangen uns und natürlich sehen wir den Star Castel an Steuerbord auf der Anhöhe mit einem sanften Grün, was uns hier immer öfters begegnet. Von den anderen Inseln leuchte das feine Beige der Sandstrände hinüber und das Wasser ist Türkis wie in der Karibik.

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Saint Mary Sound

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Nachbarinsel.

Nach 7 Stunden sind wir an der Boje fest und haben ein strahlen im Gesicht. Klasse Mac, wir sind da. Nur einer fehlt. Schade Guido, dass du keine Zeit mehr hast…

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Hier am Mooringfeld liegen 4 Franzosen, 1 Engländer und wir mit der Deutschen Fahne. Der Rest ist noch frei. Das ist das schöne daran, wenn man so früh im Jahr unterwegs ist.

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In der Hauptsaison möchte ich hier nicht liegen. Die Moorings liegen sehr eng zusammen. Wenn hier viel Wind steht gibt es sicherlich tolles Hafenkino. Mit einem Handschlag begrüßt mich der Hafenmeister und drückt mir eine Karte von Hugh Town in die Hand und den neusten Wetterbericht. So fühlt man sich Willkommen. Wunderbar Mister Harbour Master!. Mac und ich setzen uns ins Cockpit. Ein Willkommensbier wird auf gemacht im Windschatten der Sprayhood. Die Wärme der Sonne lässt unsere kalten Knochen wieder in Bewegung kommen und wir genießen diesen grandiosen Rundblick von der Bucht….

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Morgen gehen wir auf die Insel….

Newlin, kurz vor Lands End.

Newlin ein reiner Fischerharbour kurz vor Lands End.

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Der Hafenmeister mit riesigen Brilli im Ohr kommt uns am Steg entgegen und gibt uns Strom. Nur 4 Plätze am Steg werden für Besucherjachten frei gehalten. Wir waren die ersten. Nun sind alle 4 belegt. Der Rest muss sehen wie er klar kommt am rauen Pier, wo die Fischtrawler festmachen.

 

Aus den 32 Sm, mit Wind aus W 4 und dann NW4 bis 5, sind es nun doch 42 Sm geworden. 12 Sm vor Newlin zog eine Gewitterböe durch mit Starkwind und Hagel. Das ganze dauerte nur 10 Minuten und der Wind drehte dann genau aus der Richtung von Newlin. Also haben wir noch ein paar Haken geschlagen und sind nach 8 Stunden von Falmouth hier angekommen.

Als wir Lizard Point querab haben merken wir die Dünung vom Atlantik. Von diesen Punkt aus wurden viele Weltregatten gestartet. Ein sanftes schaukeln stellt sich ein. Ich schaue nach vorne und sehe Lands End.

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Kalt ist es bei der Überfahrt. Bei dem Wind kühlt man bei 14 Grad ganz schön aus.

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Wir segeln am Saint Michaels Mount vorbei.

Mac hat die Sache richtig gut gemacht und ich sehe dieses eindeutige Segellächeln in seinem Gesicht. Ein wunderbarer Segeltag war das….Schade, dass Guido nicht mehr dabei ist. Er musste wegen seiner anderen Termine zurück.

auf nach Dartmouth…

In Estbourne bleiben wir nur 13 Stunden. Wir wollen weiter nach Dartmouth. Ein wunderschöner Ort am River Dart mit seiner Fjordähnlichen Einfahrt. Knapp 160 sm liegen vor uns. 31 Stunden brauchen wir dafür. Unser erster Wegepunkt ist St. Catherine Point im Süden vom Isle of Wight. Der Leuchtturm dort wird uns den Weg durch die Nacht begleiten mit seinem weissen Blitzfeuer alle 5 Sekunden.

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Die Stimmung ist gut an Bord. Tagsüber sitzen wir zu Dritt im Cockpit. Wenn einer von uns Müde ist sagt er dem anderen Bescheid und legt sich mal für eine Stunde in die Koje.

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Nachts wechseln sich Guido und ich ca. alle 2,5 Stunden ab. Das hat sich bei uns so von alleine eingespielt. Einen exakten Wachplan brauchen wir nicht. Jeder von uns wird von alleine wach, weil er dem anderen sein Schlaf gönnt. Mac kann immer dabei sein wenn er möchte, oder in die Koje gehen. Ich möchte nicht, dass er alleine Wache geht. Ihm fehlt noch Erfahrung. Aber die bekommt er ja jetzt…In der Nacht sind keine Besonderen Ereignisse. Ein paar Fischerboote müssen wir ausweichen. Das war es.

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Wie Mühsam das Einhandsegeln durch die Nacht ist. Ich denke an meine früheren Fahrten. Und jetzt kommt Guido den Niedergang hoch und löst mich ab. Ein, zwei Worte, ein bisschen blödeln und schon kann ich mich in die Koje legen. Alles ist viel einfacher und gar nicht so Anstrengend wie sonst. Prima ist es mit dir Guido. 🙂 Wir verstehen uns ohne Worte oder irgendwelche Kommandos. So soll es sein.

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Der Morgen bricht an und wir sitzen zu Dritt wieder im Cockpit. Noch ein paar Stunden und wir sind da. Langsam sehen wir Land am Horizont der durch den Dunst bricht. Auch den hohen Turm an Steuerbord auf dem Hügel sehen wir. Der Fjord vom River Dart öffnet sich und wir machen an einem Schwimmponton vor Dartmouth fest. Hier werden uns nur 20 Pfund abgeknöpft und nicht 38 Pfund wie in der Marina. _11304492

 

Eastboune

Nach 28 Stunden und 150 sm machen wir eine Pause in Eastbourne. Der Wind ist mal wieder weg. Nur zu Motoren haben wir keine Lust.

Hey, da sind Delfine! Mac sieht sie zuerst. Wir sind aufgeregt wie kleine Kinder, als 4 von Ihnen parallel zur Bugwelle, mit der Morian spielen. Pfeilschnell sind sie und tauche unter Morians Bug hinweg auf die andere Seite. Eine Viertel Stunde geht das so weiter und uns beiden steht ein Grinsen im Gesicht.

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Die Einfahrt von Eastbourne sehen wir nicht. Der Nebel ist einfach zu dicht. Langsam tasten wir uns an die Küste. Immer mit dem Blick auf das Echolot und dem Kartenplotter. Wir sind nur noch 100 Meter von der Einfahrt entfernt. Immer noch sehen wir nichts. Mein Echolot zeigt  30 cm unterm Kiel an. Es ist Niedrigwasser.Zum Glück steht hier keine Welle. Oha…20 cm ,10cm ,0cm….Zum Glück gibt es keine Grundberührung. 50 Meter vor der Einfahrt sehen wir endlich Schemenhaft den hohen Steinwall an Backbord.

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Die Schleuse steht offen und wir können sofort in der Schleuse festmachen. Der freundliche Hafenmeister kommt zu uns runter und weist uns einen Liegeplatz zu.

Der Motor verstummt…

Morgen wollen wir weiter nach Dartmouth. Es sind wieder 150sm und eine Nachtfahrt…