Coppercoat, 49 Stunden und ein paar Tips

Hans, unser Hafenmeister kennt meine spontanen Einfälle schon zu genüge.

Mit dem Auto fahre ich zum Hafen um einen Termin für das Kranen zu bekommen. Das Wetter soll in den nächsten Tagen gut werden. Ohne Regen aber dafür mit Sonnenschein. Also kann ich endlich Morians Unterwasserschiff aufpolieren und noch andere Arbeiten erledigen, die ich nur an Land erledigen kann. Was mir fehlt ist ein Termin für das Kranen.

Morgen Früh um 8 kann ich Morian kranen sagt Hans zu mir… Uffff…und in 2 Tagen musst du wieder ins Wasser. Ufff Ufff…

Da noch fast alle Boote an Land stehen, hat er kaum Platz für Morian.

Das ist eine Ansage. Von jetzt an habe ich noch 64 Stunden bis Morian wieder ins Wasser gekrant wird.

Ich stehe in Wolphaartsdijk!

Morian aber in Zierikzee. Wir haben 15:30 Uhr…

Mit Vollgas geht es zurück nach Zierikzee und als ich bei der Morian ankomme weht es mit 6 Bft. Schnell starte ich den Diesel und fahre auf die Osterschelde raus. Mit schönem Segelwind von Achtern erreiche ich die Roomportschleuse. Sie macht sofort auf. Was für ein Glück. Auch an der Zeelandbrücke musste ich nur 5 Minuten warten. Im Dunkeln komme ich in meinem Heimathafen an und lege mich direkt an die Krananlage….

Um 8:30 wird Morian ausgekrant und von jetzt an habe ich noch 49 Std. Zeit.

Gespannt bin ich wie Morian nach 2 ¾ Jahre ununterbrochen im Wasser aussieht.

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Das sieht ja alles noch ziemlich gut aus. Morian ist mit Coppercoat am Unterwasserschiff geschützt. Dies ist eine Epoxidfarbe ,dem eine Menge Kupfer beigemischt wird. Die Oberfläche wird Steinhart und schützt den Rumpf vor Bewuchs und auch vor Osmose. Denn die Farbe ist Wasserundurchlässig. Das eingebettete Kupfer verhindert den Bewuchs. Die Farbe funktioniert mindestens 10 Jahre, wenn man den Rumpf immer mal wieder ganz fein Anschleift. So wird das Kupfer wieder animiert Bewuchs zu verhindern.

Da wo das Unterwasserschiff mit Coppercoat gestrichen ist, hat sich eine feine Schleimschicht gebildet, die ich mit dem Hochdruckstrahler weg spritzen kann.

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Am Kiel, der mit normalen Antifouling gestrichen ist, hängen vereinzelnd Pocken und ein festere Schicht aus Muscheln, Kalk und Grüner Schleim.

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Durch den Hochdruckstrahler geht auch ein wenig Farbe und Grundierung ab. Wo Coppercoat gestrichen war passiert das nicht.

Eine Stunde spritze ich den Bewuchs ab. So viel Zeit habe ich sonst nicht. Aber jetzt ist noch nicht so viel Los am Kran.

Gekonnt fährt Hans den Lagerbock unter Morian und fährt sie zum Lagerplatz.

Als nächstes werde ich den Rumpf reinigen und die Gelbe Verfärbung an der Wasserlinie entfernen. Ich verwende das Produkt von Starbrite. Einfach die Lösung auf einen Schwamm auftragen, drüber wischen und 2 Minuten warten. Die gelbe Verfärbung verschwindet wie von Geister Hand

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Den Rumpf poliere ich mit Starbrite Reiniger und Wachs und anschliessend mit Marine Polish. Die Reihenfolge hört sich nicht Logisch an, aber erst wird gewachst und dann Poliert. So beschreibt Starbrite sein Produkt und ich benutze dieses Produkt seit vielen Jahren mit Erfolg. Die Oberfläche am Rumpf wird Spiegelglatt und Schmutzabweisend.

Da Morian schon seit 2 3/4 Jahren im Wasser lag waren die Opferanoden an der Propellerwelle fast weggefressen. Ich verwende immer welche mit einem inneren Bügel.Wenn die Anode kein Bügel hat, kann die Anode locker werden und auf der Welle rappeln oder sich bis zum Rumpf hocharbeiten und dort Schaden verursachen.

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Mir feinem Schmirgel entferne ich die feste Kalkablagerungen von der Propellerwelle und dem Propeller. Ich benutze eine kleine Mouse von Black und Decker.

Dann wird die neue, bei mir jetzt 2 Zinkanoden montiert. Zwei, weil ich wieder mindestens 2 3/4 Jahre im Wasser bleiben möchte. Die eine die montiert war, hing ja noch am letzten Faden.

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Vor der Zinkanode und dahinter kleckse ich noch einen kleinen Tropfen Sikaflex auf, um der Anode keine Chance zu geben sich los zu rappeln.

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Ich habe immer gute Erfahrungen damit gemacht, den Propeller blank zu schleifen, damit keine Pocken sich darauf ablagern. Auch benutze ich keine Wundermittel wie Melkfett oder anderes Zeug. Es hat immer funktioniert. Auf dem Propeller sind ein paar Pocken und eine harte Kalkschicht. Mehr nicht. Die schleife ich einfach runter.

Der Kiel wird noch mal Grundiert und dann mit 3 Schichten Micron Extra EU gestrichen. International verspricht bei 3 Schichten bis zu 3 Jahren Besuchsfreiheit. Ich bin mal gespant. Leider konnte ich die Trocknungszeiten nicht ganz einhalten. Der Einkrantermin drückt.

Ich arbeite wie ein Berserker und verwende für alle Arbeiten 29 Stunden. Auch arbeite ich im Dunkeln weiter.

Nach 2 Tagen kommt Hans mit dem Wagen und holt Morian wieder ab. Ich habe es doch tatsächlich geschaft. 49 Stunden nach dem Auskramen war Morian wieder in ihrem Element.

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Verschönern ist angesagt

Mein alter Cockpittisch, der schon 30 Jahre alt ist, soll neu aufbereitet werden. Das Teak sieht total verwittert aus und an einigen Stellen gibt es dunkele Flecken.

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Mit 80er Schleifpapier und einem Schwingschleifer gehe ich der Sache auf den Grund. Dann folgt 120, 180 und 240 Schleifpapier. Das rohe Teak möchte ich aber nicht so lassen. Auf einer Halberg  Rassy habe ich einen wunderschön lackierten Teaktisch in Cockpit gesehen. Der sieht nach sehr viel Arbeit aus und hat mindestens 10 Lackschichten. Das sieht ja im ersten Jahr noch schön aus. Aber dann…

Ich entscheide mich für die Farbe „International Woodskin“. Dies ist eine flexible Holzöl/Klarlack Farbe. Diese Farbe hat eine sehr niedrige Viskosität und dringt tief in das Holz ein. Dadurch wird die Farbe bei einer Beschädigung nicht mit Feuchtigkeit unterwandert. Wenn das bei anderen Lacken passiert, entstehen immer diese unschönen Verfärbungen unter der Lackschicht. Auch ist die Verarbeitung einfach. Es ist kein Zwischenschliss notwendig und alle 2 Jahre muss nur eine neue Schicht aufgetragen werden. Und das, ohne vorher anzuschleifen. 3 Schichten habe ich aufgetragen und zwischen jeder Schicht habe ich 24 Stunden gewartet.  Erfahrungen mit dieser Farbe habe ich schon bei meinen Steckschotten und dem Niedergangsbereich gemacht, der mit Holz eingefasst ist. Ich bin zufrieden mit der Farbe, obwohl sie eine weichere Oberfläche hat.

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Die VA Teile habe ich mit VA Reiniger gesäubert. Die sehen nach 30 Jahren fast wieder wie neu aus.

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Die Arbeit hat sich gelohnt. Ausser Farbe für ungefähr 6 € und Schleifpapier für 3 € hat mich das nur ein bisschen Arbeit gekostet, was mir sehr viel Spass bereitet.

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Nach der Arbeit werde ich mit einer schönen Abendstimmung belohnt…

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