SY Mariquita

Mit einem Lächeln auf seinem Gesicht spricht uns Guillaume an, ob wir nicht mal auf die SY Marquita kommen wollen. Unser Lächeln springt zurück und schon laufen wir Barfuß über das wunderschöne Teakdeck dieser Atemberaubenden Yacht. Sie stammt aus der Feder von William Fife. 38,10 Meter vollendete Bootsbaukunst liegt und zu Füßen. Diese Yacht wurde im Jahre 1911 bei William Five & Son als First International Rule 19 Metre Class gebaut. Guillaume nimmt uns mit ins Innere der Yacht und sie zeigt sich im neuwertigen Zustand. 2004 wurde sei intensiv Refitet. Wir laufen vom Heck im Inneren bis zum Bug, dort wo sich die Stammcrew mit 7 Personen eingenistet hat. Hier schlafen sie auf Rohrkojen. Die Noblesse vom Achteten Bereich, wo der Eigner residiert, ist hier nicht zu spüren. Nur der Kapitän darf auch in seiner eigenen Kabine im hinteren Teil des Schiffes schlafen. Strikt getrennt sind auch die Einstiege von Crew und Eigner……

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Ich bin beeindruckt und werde dieses Erlebniss niemals vergessen.

Danke Guillaume!

Cowes! William Fife lässt Grüssen…

Cowes hält mich in Atem. Wunderschöne alte Yachten liegen hier, die von ihren Crews in Schuss gehalten werden. Eine schöner als die andere. Sumurun, ein William Fife Design aus  New York, liegt hier, und die Crew poliert das alte Messing bis es glänzt. Diese Wunderschöne Yacht wurde 1914 gebaut. Derweilen sitzt der Eigner mit seiner Frau im kleinen Deckshaus und surft im Internet…._1100672

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Weymouth im Regen und der Versuch nach Yarmouth zu kommen…

Auf geht’s Richtung Weymouth. 55 Sm lang ist die Strecke. Bei Portland Bill dem großen Kap vor Weymouth kann man nur mit mitlaufendem Strom passieren. Es gibt hier sehr Starke Strömungen bis zu 4 kn. Also wird der Reeds rausgeholt und ein wenig gerechnet. Abfahrt 7 Uhr. Kein Wind….

Also Motor an und der bleibt dann auch die ganze Zeit an…

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Nach 13 Stunden erreichen wir Weymouth und legen im Päckchen als drittes an. Für Morgen ist viel Wind bis 8 Bfo.angesagt und Dauerregen. Mit Landleinen wird Morian fest gemacht. Ein viertes Boot kommt noch am Abend längsseits an die Morian.

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Es regnet den ganzen Tag durch und Böen kündigen sich an. Ich gehe keinen Schritt vor die Tür…. Für Morgen sind Böen bis 8 Angesagt. Tja, da werde ich noch was bleiben…

Huch, was ist denn das. Schönstes Wetter am Morgen. Etliche Schiffe lösen die Leinen und machen sich auf den Weg Richtung Isle of Wight. Die Tide steht günstig und der Wind weht mit W 5 in Böen 6 bis 7.

Also schnell noch zu Hafenmeister bezahlen gehen und ab geht es nach Yarmouth auf der Isle of Wight. 40 Sm sind es bis dort hin.

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Ich überlege den Nordchannel zu nehmen um in die Isle of Wight zu gelangen. Bei dem Starken Wind ist die Fahrt, direkt an den Needles vorbei, zu Riskant mit ihren Stromkabbelungen und Races. Wunderbares Segeln nur mit der Genua und bis zu 7,5 kn über Grund erwarten uns. Böen schlagen von hinten in die Genua und Morian macht  noch einen Satz nach vorne. Als der Wind stärker wird Rolle ich sie halb ein und es geht immer noch mit 6 kn voran. Da sich keine große Welle aufbaut segele ich doch dicht an den Needles vorbei. Es ist immer wieder, schön diese Kalkspitzen am Eingang vom Solent aus der Nähe zu bewundern.

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Kaum sind wir an den Needles vorbei lege ich den Kurs auf Weymouth. Letztes Jahr war ich das erste mal hier und es hat mir wirklich gefallen. Eric und Susan Hitchcock kommen von hier. Pioniere des Fahrtensegelns! Kurz vor der Einfahrt kommt mir der Hafenmeister im Schlauchboot entgegen und sagt mir. The Harbour is closed. Alles ist voll. Keine Liegeplätze mehr frei. Eine Regatta macht hier Station.. Schade, ich habe mich so auf diesen schönen Ort gefreut. Also Planänderung und noch 9 sm weiter bis Cowes. Die Strömung ist gerade so noch auf unserer Seite. Kurz vor Cowes kentert er und kommt gegenan. Das macht aber nichts und Morian sucht sich im Überfüllten Cowes Yacht Haven einen Platz zwischen 14 First 40 Match Regattajachten.

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Grippe mit Fieber und Schüttelfrost lässt mich hier verweilen. Es ist aber auch viel zu Stürmisch hier und ich stelle mich noch auf ein par Tage hier ein….

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Mal sehen wie es weiter geht…..erst mal Gesund werden…

Dartmouth…

Es geht weiter. 65 sm sind es von Alderney nach Dartmouth über den Englischen Kanal an der Südküste von England. Mit halben Wind fliegen wir nur so rüber. 4 bis 5 Bfo. sind angesagt. Um Alderney her rum ist es mal wieder holperig, aber dann setzt sich eine angenehme Welle ein.

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Es ist immer wieder berauschend in den Fjord von Dartmouth zu segeln und von den beiden Forts an jeder Seite begrüßt zu werden. Bunte Häuschen sitzen an den Berghängen. Kingswear begrüßt uns an Steuerbord und Dartmouth an der Backbordseite vom River Dart.

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_1100579Morian bekommt einen Logenplatz am Ende vom Steg, so dass ich einen freien Blick über den Fluss habe. 56€ Reicher wurde der Hafenmeister für diesen Platz. Puhhh, aber der Blick lohnt sich.

Mit der Fähre geht es von Kingswear rüber nach Dartmouth. Der Weg führt über den alten Bahnhof, wo es noch eine alte Dampflock gibt, die Touristen durch die Landschaft schaukeln.

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Dartmouth begeistert mit seinen alten Häusern, dieser unglaublichen Lage am Hang und seinen verwinkelten Gässchen.

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Mit dem Schaufelraddampfer geht es den River Darf hinauf. Er windet sich immer weiter ins Landesinnere und ich würde gerne , wenn ich mehr Zeit habe, hier im Fluss an einer Moorig verweilen und das Grün auf mich wirken lassen.

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Ich komme wieder……

Alderney, mein Alderney….

4 Tage habe ich Morian in Cherbourg gelassen um einen Auftrag in Deutschland zu erledigen. Dafür ist Cherbourg Ideal. Der Bahnhof ist nur 10 min zu Fuss vom Hafen entfernt.

Jetzt geht es endlich weiter nach Alderney. Dies ist eine Insel der Kanalinseln, die mich am meisten Reizt. Dort gibt es keinen Yachthafen sondern 70 Moringbojen die parallel an einem riesigen Wellenbrecher aufgereiht sind. Dort macht man fest und wartet bis der Hafenmeister mit dem Boot vorbei kommt. Hallo Sir, be wellcome hier…werde ich vom sehr freundlichen Hafenmeister empfangen. Er übergibt mir die Einklarierungspapiere und ein Heftchen über Alderney. Ich gebe ihm 15 Pfund.

Die Fahrt von Cherbourg hier rüber war sehr schnell. Mit bis zu 11,4 Kn über Grund stürmte Morian Alderney entgegen. Die Gegend am Cap De La Hague und zwischen den Inseln ist berüchtigt für seine Races, Stromkabbelungen und Strudel. Es ist Flautig und trotzdem wird die See, die erst Spiegelglatt war Rau und Konfus. Hier gibt es Strömungen bis 7,5 kn bei Springzeit. Also muss vor der Abfahrt genau Ausgerechnet werden, wann man rüber nach Alderney will. Auch muss bis zu 70 Grad vorgehalten werden um nicht durch das Alderney Race vorbei an Alderney nach Süden gespült zu werden.

Cap De La Hague

Cap De La Hague

Es weht kein Wind und trotzdem baut sich eine Welle auf und Morian fällt einfach in Löcher oder wird von Strudel aus dem Kurs gedreht.

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Ein beeindruckendes Erlebnis diese Naturkräfte hautnahe zu Erleben. Es wird aber nie gefährlich. Nur bei viel Wind möchte ich hier nicht sein ….

Am Horizont taucht Alderney auf und die riesige Hafenmole, die den Hafen vor Stürmen aus NW schützt.

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Mit dem Wassertaxi geht es für 1,5 Pfund an Land….

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Stitched Panorama
Stitched Panorama

Sogar eine kleine Eisenbahn gibt es hier auf der Insel.Für 5 Pfund fährt sie vom Hafen aus nach Osten zu Leuchtturm am Chateau a l Etoc Point. Schnaufend und Quietschend setzt sich die alte Lock in Bewegung und man merkt ihr an, das ihre besten Zeiten schon vorbei ist.

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_1100161Dies ist mein 3 Versuch nach Alderney zu kommen. Immer kam was dazwischen, das Wetter spielte nicht mit oder ich bin einfach vorbei gesegelt. Alderney, du bist mein Alderney!

Morgen geht es rüber nach England. Dartmouth reizt mich….

Cherbourg

Nach 5 Stunden und 30 sm habe ich die alten Befestigungsanlagen am Aussenhafen passiert, und bin in diesen großen Hafen von Cherbourg angekommen. Erst hatte ich wunderbaren Wind der, dann aber am Cap de Barfleur immer wieder drehte, und auf einmal aus blieb. Aber mit bis zu 7,5 Kn über Grund war es am Anfang herrliches Segeln.

Der Blick zurück auf Saint Vaast und der Vorgelagerten Insel.

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IMG_3141Point de Barfleur runde ich in knappen Abstand, weil ich mir den Leuchtturm ansehen wollte. So was kann mann aber nur bei wenig Wind machen. Auch jetzt schon merke ich wie Strudel und die Starke Strömung eine Kabbelige Welle entstehen lässt. Bei diesem Wind ungefährlich, aber bei viel Wind, würde ich das Cap im Abstand von mehrere Seemeilen passieren.

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IMG_3129Durch die Starke Strömung bin ich schnell an den großen Molen am Vorhafen von Cherbourg. Ich suche mir einen Liegeplatz am P Steg und mache an einem Fingersteg fest.

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Hier bleibe ich erst mal. Morgen soll das Wetter schlecht werden und die Temperaturen gehen auf 18 Grad zurück…Brrrrrr