River Fal

Die Bucht von Falmouth ist ja riesig. Wenn man die Bucht knapp 4 sm. weiter nach Norden fährt kommt man in den River Fal der dann in den River Truro übergeht. Diese Flusslandschaft windet sich ca. 6 sm. weiter hinauf bis Truro. Dort kommt man aber nur bei Hochwasser hin. Sowieso sollte man aufpassen. Auch in der Bucht ist bei Niedrigwasser nicht viel Platz zum segeln. Immer wieder stören Flachs das geradeaus segeln. obwohl die Wasserfläche sehr groß ist. Eine betonte Fahrrinne hat aber immer genug Wasser über Grund. Ich segele immer weiter nach Norden und bin begeistert von der Landschaft.

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Leicht geschwungene Hügel, saftig grün, gesprenkelt mit Schafen oder Kühen drauf erfreuen mein Auge. Durchbrochen durch Hecken, die die Felder teilen ergibt sich immer wieder ein neues Muster und Formen. Das Segel eines Drachen durchschneidet diesen Überfluss von Grüntönen. Diese Hügel befinden sich am östlichen Ufer gegenüber von Mylor Harbour.DSC08195-River FAl

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Mir kommt einer dieser wunderschönen Falmouth Clipper entgegen. Was für ein majestätischer Anblick. Hier sind so viele schöne Jachten stationiert das ich nur noch staune.

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Bei der ersten Windung des River Fal komme ich am Trelissick Garden vorbei. Dieser subtropischer Garten wurde von der englischen Porzelanfabrikantin Ida Copeland zwischen 1937 und 1955 erschaffen. Dem Golfstrom sei Dank gedeihen hier die tollsten Gewächse. Der Besuch lohnt sich.

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Ich segele mit 3 kn den Fluss hinauf. Eine leichte Gegenströmung lässt Morian gemächlich dahingleiten. Gegenüber vom Tocarne Creek sehe ich ein Pantoon der im Fluss verankert ist. Es gibt keine Landverbindung. Soll ich hier schon Anlegen?. Nein, ich möchte noch weiter Flussaufwärts, sehen was kommt. Als der Fluss eine Wendung nach steuerbord nimmt traue ich meine Augen nicht. Ich habe mit allem gerechnet. Nur nicht mit der Großschiffahrt hier im Fluss. Und ich meine wirklich Großschiffahrt. Ein ca. 200 Meter langer Biggy liegt hier auf Reede. Und zwar mitten im Fluss. Wie der hier reingekommen ist weiß ich nicht. Jedenfalls darf der Steuermann keinen Fehler machen um hier hinauf zu kommen. Ich habe gehört, das die Großen hier billiger auf Reede liegen dürfen.

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Ich schleiche mich langsam an diesem Monstrum aus Stahl vorbei. Jetzt geht das segeln nicht mehr. Also diesele ich weiter an der King Harry Ferry vorbei. Sie ist eine Kettenfähre die zum ersten mal 1888 die beiden Ufer des Flusses verbunden hat. Das rasseln der riesigen Kette höre ich immer noch.

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Vorbei am Smugglers Cottage vor dem man an Moorings gehen kann sehe ich einen weiteren Pantoon an Steuerbord. Auch wieder ohne Landverbindung aber mit alten Ruinen und einem Bootshaus in der Nähe. Hier gefällt es mir und ich mache am Pantoon fest.

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Hier verbringe ich zwei Sturmtage mit Dauerregen. Geschützt durch die hohe Uferbewaldung und dem Fluss ist das hier gut auszuhalten. Dann zieht es mich erst mal zu den Scillys, wovon ich ja schon berichtet habe. Zurück von den Scillys gehe ich an den ersten Pantoon am Eingang vom River Fal. Dort treffe ich die DaLang mit Andrea und Mac.

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Auch Gerd liegt hier. Er ist deutscher und liegt hier seit Oktober letzten Jahres. Mit seiner 35 to. und 14 Meter langen  Ferrozement Ketch ist er von Südafrika hier her gesegelt. Ein Motorproblem lässt ihn hier schon seit Monaten ausharren. Stolz erzählt er mir, dass er die Yacht selbst gebaut hat. Und zwar aus Teilen, die er in der Miene gefunden hat wo er arbeitete. Alle Schrauben die er verbaut hat haben andere Maße. Das liegt eben daran, dass er nicht immer die richtige Größe gefunden hat. Er ist unglaublich geschickt und kann alles selber reparieren. Gerade baut er seinen alten 100 Ps Diesel aus. Das Ungetüm steht jetzt im Cockpit. Habe ich alles alleine rausbekommen mit Balken und Taljen! Zum Glück ist meine Frau abgehauen.Sonst hätte ich die ganzen Anbauteile der Maschine nicht auf den Salontisch stellen dürfen. 😉

Als ich in Frage wie er den Winter verbracht hat sagt er nur. Tja, ne Heizung habe ich nicht. War schon hart. Ich bin den ganzen Tag unter der warmen Decke in der Koje geblieben und habe Fernsehen geguckt.

Jede Woche ist der Harbour Master mit seinem Schlauchboot vorbei gekommen und hat geschaut ob ich noch lebe.

Ich mag skurrile Menschen.

Seine beiden Windgeneratoren und die unzähligen Solarzellen beeindrucken mich…

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Langsam denke ich an den Rückweg.

DAs ist aber eine andere Geschichte…

 

 

Mal schnell rüber zu den Isles of Scilly

Seit einiger Zeit liegen wir in Falmouth.

Das Wetter ist alles, aber nur nicht gut. Immer wieder Wind bis 7 bfo. Sonne und Wolken wechseln sich 5 mal am Tag ab. Auch regnet es mal den ganzen Tag durch. Der Westwind weht beständig. Und da möchten wir hin. Nach Westen zu den Scilly Isles.

Und da, ja da tut sich ein Wetterfenster auf. Nicht lange, nur so für 3 bis 4 Tage. Gestern blies es noch mit 5 bis 6 bft aus Westen. Und das schon mehrere Tage. Dementsprechend wird draußen sicherlich ein hoher Seegang sein.

In mir kribbelt es. Ich möchte los. Möchte die lange Dünung spüren hinter Lands End. So ein wenig Hochseeluft schnuppern. Ich sage Mac und Andrea bescheid ob sie mitkommen wollen. Das ist ihnen zu spontan. Jetzt haben wir 9:30. 68 sm. sind es bis zu diesen zauberhaften Inseln. Eigentlich bin ich ein bisschen Spät dran. Die Tide steht auch gegen mich. Aber der Wind weht aus NE mit bis zu 5 Bfo. Ich möchte aber los. Denn dies wird auch ein sehr spezieller Tag für mich.

Also Leinen los auf geht`s.

Bis Lizard Point ist es ein entspanntes segeln. Die Sonne lässt sich nicht blicken. Als ich Lizard Point runde erwarten mich höhere Wellen von dem stätigen Westwind, der in den letzten Tagen hier blies. Hinter Lands End wird die Dünung immer höher. Was für ein herrliches segeln. Ich genieße es, wie Morian die Wellen nimmt und wir mit 5 kn  über Grund nach Westen kommen. Ich habe ja noch leichten Gegenstrom. Wolf Rock passiere ich an steuerbord.

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Ich erfülle meinem Pa , der im Januar gestorben ist seinen letzten Wunsch. Wie aus dem nichts kommen Delfine pfeilschnell angeschwommen und spielen mit Morian. Auch reißt der Himmel auf und die Sonne zeigt sich endlich mal wieder. Die Delfine bleiben sicherlich 1,5 Stunden. Ich stehe am Bug und muß weinen. Was für ein emotionaler Moment für mich.

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Die Umrisse von St. Martin´s  lösen sich vom Horizont. Da die Strömung gerade links um die Inselngeht, segele ich an der Ostküste von St. Martin´s vorbei. Viele kleine Zacken aus dem Gestein der vorgelagerten Klippen vor der Insel werden sichtbar . Sie werden von den Wellen, die dort anbranden, weiß eingesäumt. Es ist 21:00. Jetzt habe ich noch 8 sm bis zu meiner Bucht wo ich übernachten möchte. Es dämmert aber es klappt dann doch noch mit dem anlaufen der Inseln im Hellen. Der Motor wird gestartet und ich löse die Fallen der Segel um sie auf zu tuchen.  Ich fahre durch den Middle Ledge zum Old Grimsby Harbour. Dort bin ich einigermaßen geschützt vor dem NE Wind. Geschützter wäre ich zwar an der Moorings bei Hangman Island zwischen Tresco und Bryer. Aber laut Wettervorhersage soll der Wind in ein paar Stunden auf WNW drehen.

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Als ich an der Mooring festmache liegt nur noch ein anderes Segelboot hier. Hmmm, wo sind denn die anderen ?. Ist dieser Platz doch nicht so geschützt bei den Winden  um 4 bfo. aus WNW wie der Wetterbericht es für die nächsten 3 Tage angesagt hat?

Ich werde sehen.

Müde falle ich in die Koje nachdem ich mein Ankerlicht zur Sicherheit gesetzt habe.

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Am nächsten Morgen mache ich mein Schlauchboot klar und fahre zur großen Mole in der Bucht. Dort kann ich an einer alten Eisen Leiter anlegen.  Da hier ein Tidenhub von ca. 2,50 Meter ist binde ich mein Schlauchboot mit einer langen Leine fest. Mir ist die Insel sehr vertraut. Schon 3 mal war ich hier. Immer wieder fasziniert mich diese Inselgruppe am Anfang vom Atlantik. Jetzt, noch ohne viel Tourismus, strahlt sie eine Ruhe aus mit ihren langen Sandständen, kristallklares türkisgrünes Wasser und den vielen kleinen Häuschen. Diese kann man mieten. Ich habe gehört, dass alles hier Prinz Charles gehört und er so sein Lebensunterhalt finanziert. Leider trübt es sich hier wieder ein, sodass ich nur wenige Fotos mache.

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Scilly 2

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Mitten in der Nacht werde ich wach. Morian bockt und knallt mit dem Heck in die Wellen. Was ist los? Ich springe raus und sehe wie die Dünung durch den Sund geht. Der Wind hat Morians Heck gegen den  Wellengedreht . Das mit dem schlafen kann ich jetzt vergessen. In der Heckkabine ist es nicht auszuhalten. Übermüdet nehme ich meine Plünnen und verziehe mich in den Salon um weiter zu schlafen. Geht leider auch nicht. Jetzt hat der Wind Morian seitlich zur Dünung gedreht. Morian rollt wie verrückt.

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Gerädert stehe ich morgens auf und denke. Dirk, du wolltest ja unbedingt hier hin. Du wusstest, daß die Inseln relativ ungeschützt sind. Du wusstest auch, das der Wind so um die 4 bis 5 bfo blasen wird. Jetzt hast du den Salat. Ich verbringe den ganzen Tag auf der Insel mit Spaziergängen und  einem guten Essen im Strandcafe.UNADJUSTEDNONRAW_thumb_e165

Am Abend möchte ich noch mit  meiner Drohne Luftaufnahmen machen. Leider hat sie ihren eigenen Kopf und beschließt nicht mehr auf meine Befehle zu gehorchen. Die Verbindung vom Sender zur Drohne hört schlagartig auf. Laut Telemetrie ist sie 130 Meter entfernt und 50 Meter hoch. Sehen tue ich sie nicht. Die Kamera überträgt auch keine Bilder mehr. 1,5 Jahre hat sie mir treu ihre Dienste erwiesen. Warum sie es jetzt nicht mehr will. Keine Ahnung…

Die dritte Nacht wird nicht mehr ganz so unruhig aber für die nächste Nacht ist mehr Wind angesagt. Mir wird es zu Blöde. Spontan entscheide ich am Morgen die Inseln zu verlassen und wieder nach Falmouth zu segeln. Ein Sturm ist angesagt.

Noch mal eine wunderbare Überfahrt bis nach Falmouth wird mir beschert. Andrea und Mac erwarten mich am Steg im River Fal, wo wir das schlechte Wetter geschützt abwettern werden.

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Mein Hochseefeeling habe ich gehabt. Aber bei solch einem Wind lege ich mich nicht mehr an einer Mooring bei den Scillys . Ich wollte es einfach mal Testen und hatte eine Mission die ich zu Ende bringen wollte.

 

 

 

Falmouth

Wir sind in Falmouth angekommen.

Das heißt  Andrea und Mac warten auf mich in der Falmouth Haven Marina. Da ich ja Probleme mit meiner Lichtmaschine  habe, segele ich von Fowey zurück nach Dartmouth. Rob, der mir die Lichtmaschine verkauft hat erwartet mich dort. Ohne Probleme tauscht er die Lichtmaschine auf Garantie. Ich blieb noch ein paar Tage und segelte dann die 60 sm nach Falmouth.

Hier in der Marina, die dicht am Stadtzentrum liegt, bezahle ich 3,5 Pfund pro Meter. Dafür habe ich Landverbindung, Strom, Wasser, Müllentsorgung und eine Tankstelle am Steg. Nach über 2 Wochen nicht in einer Marina gewesen zu sein, bezahle ich das gerne. Für 2,5 Pfund pro Meter darf man an eine der zahlreichen grünen Visitor Moorings anlegen. Für 1.5 Pfund pro Meter darf man direkt neben dem Hafen ankern. Wassertaxis holen einen ab, um von den Moorings oder vor Anker an Land zu kommen. Dies ist hier an der Küste überall üblich.

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Falmouth ist einer der größten Naturhäfen Europas. Port de Mahon auf Menorca ist der größte Naturhafen.

Zahlreiche Regatten und Weltumsegelungen starten hier. Alles ist auf Maritim gebürstet. Unzählige Bars und Restaurants gibt es um sich die Nächte um die Ohren zu hauen. Das National Maritim Museum ist ein Besuch wert.

Am Eingang zum Steg ist der Fußabdruck von Sir Robin Knox Johnston abgedruckt. Er ist der Erste Mensch, der offiziell Einhand und ohne Stopp, 1969 um die Welt gesegelt ist.

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Wir haben Glück und sehen den Start der AZAB 2019 von der Morian aus. Dies ist eine Einhand und Zweihand Regatta zu den Azoren und zurück.

 

Der holländische Golden Globe  Segler Mark Slants, der zweiter wurde bei der GGR, segelt mit Susie Goodall zusammen dieses Rennen. Susie wurde beim GGR ja vor Australien abgeborgen , als ihre Rustler 36 kopfüber ging.

Und was sehe ich hier. Mark´s Rustler 36 „Maverick“ läuft auf, als er gerade aus dem Hafen motort. Ich hoffe, dass es kein schlechtes Omen für seine Regatta ist. Viel Glück ihr beiden.

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Fuchsie und Martin, zwei Freunde aus Pencance besuchen uns. Mit deren Auto fahren wir in den Restronguet Creek nördlich von Mylor. Dort gibt es den“ The Pandora Inn“. Ein Restaurant, Kneipe und Hotel. In der Bar muss man sich den Kopf einziehen. Die Deckenhöhe ist nur für Leute bis 1,70 gedacht. An strategisch wichtigen Punkten sind die dicke Holzbohlen mit Leder ausgekleidet um seinen Kopf zu schützen. Diese  Punkte sind natürlich dort, wo der direkte Weg von Draußen zu Bar ist. Auch etwas besonderes ist der lange Pantoon vor dem Gebäude. Dort sind Tische und Stühle für die Gäste aufgebaut. Wenn man  lange genug hier bleibt, kann man sich mit einem auf und ab von der Ebbe bis zur Flut betrinken…

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Das Wetter ist sehr unbeständig. Immer mal wieder Regen und viel Wind. Richtiges Aprilwetter eben. Heute machen wir uns auf den Weg zum Pendennis Castle. Eine riesige Festung Anlage umgeben von gewaltigen Mauern. Der Weg geht durch die Stadt und die Küste rauf und an einer großen Werft vorbei.

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Wir sparen uns die 14 Pfund Eintritt und spazieren außen rum bis zu einer kleinen Verteidigungsstellung direkt an der Landspitze.

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Die Aussicht ist toll und wir sehen gegenüber St Mawes und den Eingang in diese riesige Bucht. Ich nehme mir vor noch nach St Mawes zu segeln um dort vor Anker zu gehen. Auch möchte ich in diese Bucht hinein segeln um auf dem River Fal tiefer ins Landesinnere zu kommen. Dies ist aber eine andere Geschichte…

River Yealm und beinah Kollision

Wir liegen im River Yealm in Devon. Cornwall fängt ja erst ab Plymouth an. Ob Devon oder Cornwall schöner sein muss sich noch raus stellen. Ich jedenfalls bin von Devon voll begeistert.

Die Ansteuerung ist nicht ganz so einfach. Ich muss erst den Kurs nach Norden wechseln um die Einfahrt in den River Yealm zu sehen. Tief versteckt zwischen den Anhöhen öffnet sich der Fluss, der ein Barre am Eingang hat. Eine sehr schmale Durchfahrt hat sie, die aber tief genug ist. Das sagt jedenfalls Navionics. I Sailor ist da anderer Meinung und zeigt mir hinter der Barre nur 90 cm. Na Toll! Ich bin aber bei Auflaufendem Wasser und halber Tide hier. Also ist das kein Problem. Zwei rote Tonnen und Richtbaken an Land weisen mir den Weg hinein in den Fluss.

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Dieser windet sich über SE nach N hoch. Unzählige  Boote liegen hier an Mooring Tonnen. Das tiefe Fahrwasser zu sehen, ist schwierig. In Schlangenlinie fahre ich zwischen den Schiffen herum. Der Strom ist  beachtlich. Mit 2 Knoten werde ich auch noch hinein geschoben. Der erste Besucher Pantoon ist voll. Der Hafenmeister kommt mir mit einem kleinem Motorboot entgegen und sagt, dass Flussaufwärts noch ein Pantoon steht. Also wird weiter geschlängelt. Jetzt bemerke ich, dass ich mich nicht richtig vorbereitet habe. Es ist hier kaum Platz zu manövrieren. Jedenfalls nicht, wenn es bis zu 2 Kn strömt. Bei Stillwasser ist das natürlich kein Problem. Ich aber habe noch keine Fender draußen und meine Leinen sind auch noch nicht klar.Wie ein Wiesel renne ich zwischen Steuerrad und Fender aufhängen, Leinen befestigen hin und her. Manchmal komme ich den hier an Moorings liegenden Yachten gefährlich nahe. Ich werde durch die Strömung so sehr auf die Yachten gedrückt. Mit beherztem Vollgas weiche ich den Booten gerade so aus. Nicht mehr als 50 cm bis zur Kollision waren das bei einer Yacht. So ein Mist. Nächstes mal bin ich besser Vorbereitet.

Am Pantoon angekommen waren die DaLang auf mich und Mac und Andrea nehmen meine Leinen an. Ufff

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Ich sitze im Cockpit. Mich empfängt Ruhe. Oh ja, was für eine schöne Kulisse ist das hier. Tiefe Wälder auf der einen und der Ort Newton Ferrers auf der anderen Seite begeistern mein Auge. Wunderbare Häuser sind hier in den Hängen gebaut. Hier zu wohnen scheint ein Privileg zu sein. Auch dieser Fluss ist mal wieder ganz anders als der River Darth oder Salcombe. Was ist das nur? Ich spüre hier eine Art von Geborgenheit, Sicherheit. Das liegt wohl daran, dass dieser Fluss schmaler ist wie die anderen und hohe Hänge an beiden Seiten hat. Die sind so wunderbar Grün. Auch ist hier noch nichts los. Ich fühle mich auf Anhieb wohl.

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Das Leben wird hier bestimmt von den Gezeiten. Bei Ebbe fällt der Anleger vor dem Hafenmeister Gebäude fast ganz Trocken. Hier sind auch die Sanitär Anlagen. Bei einem Spaziergang über mehrere Stunden haben wir nicht auf die Tide geachtet. Als wir zurück kommen mussten wir unser Schlauchboote dann gemeinsam ins Wasser tragen.

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Der Newton Creek am Dorf fällt bei Ebbe trocken und man kann zu Fuss von der einen zur anderen Seite gehen. Ein Beton Weg zeigt den Weg bei Ebbe rüber. Das ist auch gut so. Denn auf der einen Seite ist das Dolfins, eine Kneipe und auf der anderen Seite The Swan In. Wenn man einen Trinken gehen will muss das Timing stimmen. 😉

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Ich mag diesen Ort sofort. Schöne Häuser mit den tollsten Aussichten auf dem Fluss stehen hier. Ein kleiner Supermarkt im Post Office und ein Co Op ist auch noch da.

Was will man mehr…

WOW! River Yealm Luftfotos.

Dieser Fluß ist der Knaller. Er windet sich von der Küste ins Landesinnere von Devon.

Dadurch, dass er eine fast 180 Grad Kurve macht liegt man sehr geschützt an Mooring oder an zwei Visitor Stege. Am Visitor Steg zahle ich 21 Pfund die Nacht. Mit dem Schlauchboot können wir dann zum Anleger fahren, der auch bei Hochwasser für Yachten geeignet ist. Es ist ein Kurzzeitanleger, wo man Wasser bunkern kann. Oberhalb des Anlegers sind das Sanitär Gebäude mit Duschen.

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Da noch nicht viel los ist liegen wir nur zu zweit am Steg.

Ich bin von der Landschaft restlos Begeistert. Die jetzige Jahreszeit mit der klaren Luft, dem Licht und dem frischen Grün verzaubern mich einfach. Bis jetzt mein Favorit an der Küste von Devon.

Der Landgang ist eine andere Geschichte….

 

Dartmoor. Knutschkugel + 5. und ein Klavier!

Man setzt 5 ausgewachsene Menschen in einen Fiat 500 Cabrio, öffnet das Dach um überhaupt Luft zu bekommen und fährt mal kurz ins Hinterland nach Dartmoor.

Ja, das hat wirklich Spaß gemacht.

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Christl und Martin, zwei Freunde aus Penzance besuchen uns in Salcombe.

Habt ihr Lust nach Dartmoor zu fahren fragt Christl?

Na klar, wir als Yachties sind immer froh mal ins Landesinnere zu kommen.

Also los….Hmmm, die beiden sind mit ihren Fiat 500 hier. Ach das geht schon. Irgendwie quetschen wir uns ins innere des Wagens und laufen rot an. Martin öffnet schnell das Verdeck und die Fahrt kann los gehen.  Zum Glück nur ein paar Kilometer bis zu ihrem zweiten Wagen, einem Peugeot, der deutlich mehr Platz bietet. Dann geht es los über Stock und Stein, engen Straßen Berg auf und Berg ab. Ich wusste gar nicht, dass Devon so hügelig ist. Dartmoor ist ein Hochplateau, das ca. 400 Meter hoch ist. Wie in einer Mondlandschaft fühlt man sich hier. Heute ist es grau in grau. Wir würden uns nicht wundern, wenn der Hund von Baskerville hier rumschnüffeln würde.

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Irgendwie ist dieser Ort unwirklich und passt nicht an diese Stelle.  Jedenfalls nicht, wenn man von der Küste kommt.

Da, lasst uns mal einkehren in einem Kaffeehaus. Urig sieht es aus. Gebaut aus dicken Steinen steht es hier schon mehr als 150 Jahre. Wir öffnen die dicke Holztüre und werden mit Klaviermusik empfangen. Nicht von einer Cd, nein, ein älterer Herr sitzt  am Klavier und spielt vor sich hin. Was für ein Kontrast zu draußen. Ein Kamin ist an und hüllt diesen Raum in eine wohlige Wärme. Wir bestellen uns eine Suppe und lauschen den klängen.

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Weiter geht es. Mitten im Moor gibt es ein Gefängnis. Es ist mehrere Hundert Jahre alt und hatte mal über 12000 Häftlinge.Heute sind noch 630 Personen eingesperrt. Hier zu fliehen ist sicherlich einen Herausforderung. Das Moor erstreckt sich über so viele Quadratkilometer. Der Geflüchtete kann sicherlich leicht geschnappt werden.

 

Über enge Kurven fahren wir das Hochplateau wieder runter bis an die Küste. Ich komme mir vor wie aus einer anderen Welt.

 

Danke Christl und Martin für diesen interessanten und schönen Ausflug.

 

 

Dittisham und das mit dem Glück!

Heute Morgen sind wir den River Dart Flussaufwärts nach Dittisham gemotort. Eine Woche Dartmouth mit dem 3 tägigen Musikfestival war sehr beeindruckend und hat viel Spass gemacht. Jetzt sehnen wir uns nach Ruhe. Und was liegt näher als die 3 sm Flußaufwärts zu fahren. Vor Dittisham legen wir uns an einer Mooring. Die fahrt dort hin ist immer wieder schön. Das bewaldete Ufer gleitet an mir vorbei und meine Blicke beißen sich immer wieder an sanften Hängen, Yachten die links und rechts an Moorings stehen und dem Bootshaus von Agatha Christie fest. Ihr Anwesen liegt mitten im Wald.

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Dank der frühen Jahreszeit sind einige Visitor Bojen frei. Schwupps fahre ich seitlich an eine Mooring und lasse mich von der Strömung Mittschiffs drauf treiben. So habe ich alle Zeit meine Leine durch die Öse zu ziehen und mich nach hinten treiben zu lassen. So mache ich es aber nur bei Bojen auf Kunststoff.

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Als ich den Motor ausstelle kommt mir einen Ruhe entgegen, die nur von zwitschern der Vögel unterbrochen wird. Ohh da, ich lausche! Auch noch ein leises Plätschern von der Strömung nehme ich wahr.  Die Sonne scheint, es ist warm und ich setze mich ins Cockpitt. Da kommt auch schon Andrea und Mac mit Ihrer Da Lang und greifen sich eine Mooringboje.

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Zu zweit liegen wir hier jetzt vor Dittisham. Und das meine ich mit dem Glück. Wir drei verstehen und einfach mehr als richtig gut. Und das bereitet mir eine solche Freude. Es ist schön mit euch ihr Lieben. Glück zu spüren ist eine Gabe, die ich immer besser umsetzen kann. Ich bin so Dankbar und Glücklich diese Menschen um mich herum zu haben.

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Dankbar natürlich auch, solch eine Lebensform gefunden zu haben und sie ausleben zu können. Arbeit und Segeln zu kombinieren. Das war ein langer Weg mit vielen Wendungen in meinem Leben und natürlich viel Arbeit. Und das nicht nur beruflich.

Und zwar Arbeit an mir und meiner Einstellung zum Leben. Auch mutige und unpopuläre Entscheidungen zu treffen waren nicht leicht, dem Sicherheitsdenken eine Abfuhr zu erteilen und natürlich das was mir Wichtig ist zu erkennen und auch umzusetzen.

Auch das Glück Morian gefunden zu haben…

 

Ich spüre Glück!