Schaukeliges Alderney

Ich möchte ein paar Tage auf Alderney verbringen.

Von Cherbourg aus sind es ca. 25 Sm bis nach Alderney. Wenn man die Gezeiten richtig berechnet sind es ca. 3,5 Stunden bis dort hin. Der Gezeitensrom ist am Cap de la Hague beträchtlich und strömt bis zu 7 kn zwischen Alderney und dem Festland durch. Ich muss bis zu 70 Grad vorhalten um nach Alderney zu gelangen. Besser wäre es auf Stillwasser zu warten, was ich aber nicht getan habe. Ich wollte diesen Gezeitenstrom nochmal Erleben.IMG_0203

Alderney Insel hat keinen Marina. In einer Bucht auf der nördlichen Seite der Insel wurde eine gigantische mehr als einen Kilometer lange Mauer gebaut, die die Bucht vor Stürmen aus NW abhalten soll. Besucher können an Moorings festmachen, die auf der inneren Seite der Mole zur Bucht hin ausgebracht sind. In diversen Revierführern wird immer vor starkem Schwell gewarnt. Dies ist Braye Harbour. Es gibt ausreichende Versorgung , Duschen, eine Tankstelle mit Taxfreien Diesel, Chandler und einen Supermarkt direkt in der Nähe vom Hafen. Wer kein Dingy hat, kann für 2 Pfund pro Tour mit den Wassertaxi abgeholt werden. Da ich Marinas sowieso nicht so mag ist das genau das Richtige für mich.

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Ohne Probleme lege ich an einer Mooringboje an. 5 Min. später kommt ein Schlauchboot auf mich zu. Einklarierungspapiere und die Telefonnummer vom Taxiboot wurde mir gegeben. Da es schon spät war bleibe ich an Bord und gehe früh in die Koje.

An schlafen ist in der Nacht war nicht zu denken. Es wurde immer windiger und Morian rollte so sehr hin und her. Wellen klatschten immer wieder ans Heck. Bisher war ich immer bei Flaute oder sehr wenig Wind auf Alderney gewesen. So was habe ich hier noch nie erlebt. Es soll die ganzen 3 Tage hier auf der Insel mir so ergehen. Ich habe es ja nicht anders gewollt…

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Am nächsten Morgen rufe ich das Taxiboot und setze rüber auf die Insel. Die Sonne scheint, der blaue Himmel erfreut meinen Augen und es ist endlich mal fast warm…

Da wir jetzt Flut haben sehe ich von Land aus, wie gigantische Wellen auf die Außenseite der Mole klatschen, mit einem lauten Donnern bis zu 35 Meter hoch über die Mauer spritzen. Morian liegt aber hinter der Mauer geschützt. Jetzt sehe ich auch wie Morian immer wieder auf die Seite rollt und vor der Mooring stampft.

Ich setze mich auf eine Terasse und bestelle mir etwas zu trinken. Von hier aus kann man das Schauspiel wunderbar beobachten.

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Alderny mag ich sehr gerne. Jetzt im April ist noch nichts los. Morian und eine zweite Yacht sind nur zu besuch hier. Die anderen sind Locals. Im Sommer ist es hier übwevoll. Es ist schwierig eine freie Mooring zu ergattern. Dann kann man aber auch in der Bucht auf Sandgrund Ankern. Alderney sollte man sich erwandern. Die Stadt, liegt auf einem Hügel den man Fußläufig in einer halben Stunde erreicht. Immer Bergauf an der Hauptstrasse gibt es zahlreiche Geschäfte, Pubs, eine Bank und Lokale. Alles hat den Charme längst vergangender Zeiten. Jeder grüßt jeden mit Vornamen auf der Straße und ich werde auch von jedem den ich treffe gegrüßt. Das gefällt mir.

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Ich bleibe noch…

 

 

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Der Abend bringt endlich Farbe!

Es dämmert. Langsam schleicht sich der Nebel davon. Wird aber auch Zeit. Zwei Tage mit diesem Brei . Es reicht!

Das Licht der Stadt leuchtet alles in wunderbare Farben. Die Blaue Stunde hilft mir dabei.

Ich gehe nochmal mit der Kamera los. Diesmal ist es nicht das Handy.

Leuchte St. Vaast leuchte!

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Saint-Vaast-La-Hougue

Mir ist heute nach Schwarzweiß.

66 Seemeilen sind es von Fecamp nach Saint Vaast. 13 Stunden habe ich dafür gebraucht. Und das alles im Nebel und Null Wind. Der Diesel musste also ran. Saint Vaast hat einen Hafen, den man nur 2 Stunden vor und 3 Stunden nach Hochwasser anlaufen kann. In der übrigen Zeit fällt der Meeresboden trocken und der Hafen wird nur über eine Schleuse vor dem Auslaufen des Wassers im Hafen gehindert. Der Tidenhub ist hier beträchtlich. Wenn das Wasser weg ist, sieht man die ausgedehnten Muschelbänke vor der Küstenlinie. Ich habe ausgerechnet, dass ich um 7:00 auslaufen muss um dann gegen 20:00 also 2 Stunden vor Hochwasser in Saint Vaast anzukommen. Ich laufe gerne bei auflaufenden Wasser ein, denn wenn ich irgendwo aufsetze oder hängen bleibe, brauche ich nur ab zu warten bis die Flut mich wieder aufschwimmen lässt. Wenn man nach Hochwasser aufläuft ist es Blöde. Dann muss man lange warten bis man wieder aufschwimmt und frei kommt.

Bei der Fahrt bin ich immer wieder angespannt. Mein AIS zeigt mir die umherfahrenden Fischer. Im dichten Nebel sehe ich sie gar nicht. Auch wenn sie nur 100 Meter von mir entfernt sind. So sagt es jedenfalls mein AIS. Nur ihre Motoren höre ich. Sehen tue ich sie kein einziges mal. Das ist immer wieder ein mulmiges Gefühl. Aber so ist es nun mal im Nebel. Angestrengt schaue ich in diese milchige Suppe bis meine Augen weh tun. Auch die Fischerbojen, die hier überall ausliegen lassen mich nicht zu Ruhe kommen. Wie aus dem Nichts sind sie da und mehrere Male Fahre ich nur cm dran vorbei. Das macht das Alleinsegeln schon ganz schön anstrengend.

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Endlich kommt die Ansteuerung von Saint Vaast. Nur schön die Gefahrentonnen finden, die hier die Flachs bezeichnen.

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Dahinter nach steuerbord einbiegen und ab auf das Ende der Hafenmauer zufahren. Bei Ebbe kann ich hier überall stehen.

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Kaum fahre ich durch die Hafeneinfahrt lichtet sich der Nebel wieder. Hmm, das hätte ich ja auch einfacher haben können. An den Pontons B,C und E darf man an Fingerstegen festmachen. Hier ist Platz im Überfluss. Bin mal wieder die einzige Besucherjacht wie schon bei den ganzen Törn.

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40€ bezahle ich für die Nacht bei 11,75 m und einer Person. Puhhh…

Saint Vaast ist eine Hochburg der Austernfischer und anderen Fischspezialitäten. Ich freue mich drauf.

Am nächsten Tag ist es noch Nebeliger. Ich schlendere rum und sehe nur noch in Grautönen…Rechts auf dem Bild sind die Schleusentore.

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Das wird heute nichts mehr mit bunt… 🙂

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Cap Blanc Nez

Gedanken…

Das ist mein Blogeintrag direkt von der Morian am Cap Blanc Nez.

Immer wenn ich hier am Cap Blanc Nez vorbeikomme Richtung SW, bekomme ich das Gefühl endlich unterwegs zu sein. Ein paar Sm westlich von Calais sieht die Welt ganz anders aus. Das braune Wasser der Nordsee weicht einem schönen Blau. Irgendwie riecht es hier nach  „noch Meer“. Die Öde Landschaft von Belgien mit den Kilometerlangen Sandstränden und der furchtbaren Bebauung, weicht einem sanften Ansteigen der Küstenlinie mit viel Grün, das dann in Kreidefelsen endet. Endlich können sich mein Auge wieder an etwas festbeißen. In der Ferne sehe ich schon Cap Gris Nez, von wo ich meinen Kurs auf 180 Grad ändere,um nach Boulogne zu segeln. Die 60 sm von Nieuwpoort vergehen wie im Flug. Ich fühle mich wohl…

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Ich komme weiter!

Was für ein Tag.

Heute Morgen um 9 gehe ich zum Ship Support in Niewpoort. Volkmar und Frank haben mir den Empfohlen. Mein Freund Frank kennt hier einige Leute. Nach ein paar Telefonate sagt er mir, dass ich mit Sabine vom Ship Support sprechen soll, um die Reparatur machen zu lassen. Mit Volkmar habe ich ja gestern das Getriebe ausbauen können. Das hilft mir sehr, die Kosten klein zu halten. Denn der Ein und Ausbau kostet wirklich Zeit. Danke Volkmar! :-).

Mit dem Getriebe in der Hand komme ich zu Sabine. Ich schildere ihr mein Problem und ein Mitarbeiter wird hinzugerufen, sodass wir das Problem durchsprechen können.

Neue Lager müssen rein.

Wann kannst du das fertig haben?

Ende der Woche!

Oh.

Ende der Woche? Das dauert aber lange…Ich bin auf der Durchfahrt Richtung Spanien.

Ahhh, ich schaue mal. Wir haben viel zu tun.

Oha denke ich mir…

Heute Abend kannst du es abholen!

Ich fange an zu Lächeln und sage ihm, dass er einen glücklichen Mann aus mir macht.

Danke, ganz lieben Dank.

Um 15 Uhr kommt der Anruf, dass alles fertig ist. Ich eile zum Ship Support und sehe, wie sie 2 neue Lager eingebaut haben. Alle läuft nun wie geschmiert.

367€ wechseln den Besitzer. Er sagte mir, dass die Lager leider sehr teuer sind. Es sind Zoll Lager und keine DIN Lager. Ich bin trotzdem froh, dass alles so schnell geklappt hat.

Jetzt geht es zum Einbau. 4,5 Stunden brauche ich dafür. Ein Klemmkeil verliere ich in der Motorbilde. Ich finde sie einfach nicht wieder. Also gehe ich nochmal zum Ship Support und möchte eine Neue. Natürlich ist keine passende da. Sofort nimmt ein Mitarbeiter ein größere und feilt sie mir sofort zurecht. Das ist Service! Unter Verrenkungen, Flüchen, Muttern, die immer wieder in die Motorbilde fallen und mit der Taschenlampe suchend, wird es ein kurzweiliger Nachmittag. Dann muss auch noch die elektrische Selbsteueranlage neu einjustiert werden. Ganz zum Schluss wird die Backskiste wieder eingeräumt. Ich musste sie komplett ausräumen um an die Schrauben im Motorraum zu kommen…

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Den Laden Ship Support in Nieuwpoort kann ich wirklich weiter empfehlen!

Morgen früh um 8 möchte ich weiter. Richtung Boulogne soll es gehen. Der NE Wind soll noch einpaar Tage bleiben. Das muss ich ausnutzen.Das ist aber eine andere Geschichte.

Ganz lieben Dank an Volkmar und Frank!!!

 

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Interrupted. Reise schon zu Ende ?

Mist!

Jetzt bin ich seit 3 Tagen unterwegs und jetzt das hier.

Mein Ruder macht mal wieder Probleme. Besser gesagt ein Umlenkgetriebe wo der Antrieb meiner Selbsteueranlage ansetzt.

Dort ist wohl das Lager von der Achse kaputt. An der Achse ist ein Zahnrad, das durch eine Kette vom Antrieb der Selbsteueranlage angetrieben wird um das Ruder zu drehen.

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Alles schlackert an der Achse. Jetzt muss das ganze ausgebaut werden.

Ich brauche einen Mechaniker der Englisch sprechen kann. Das ist hier in Frankreich nicht so leicht. Durch die FB Gruppe kenne ich Volkmar, der in Niewpoort liegt. Das ist 14 sm entfernt in Belgien. Er bietet mir sofort an mich zurück nach Niewpoort zu schleppen. Dort gibt es wohl gute Mechaniker. Danke Volkmar. Nachher treffen wir uns.

Wie es weiter geht weiß ich noch nicht.

Gerade jetzt ist das Wetter und die Windrichtung optimal um weiter zu segeln. NE Winde sind für die ganze Woche angesagt…

Ich könnte heulen…

So soll es doch weitergehen.

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Pläne und Meer. Teil 2

Biskayaüberquerung.

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Wie stelle ich das denn jetzt an?.

Zuerst habe ich mir den „Revierführer Atlantik“ von der Kreuzerabteilung besorgt.

Dort stehen eine Menge Informationen über eine Biskaya Überquerung drin. Mit Statistiken über die Windrichtung , Stärke, Sturmhäufigkeit werden dort auch die voraussichtlichen Wellenhöhen, Richtungen , Strömungen und viele andere Details beschrieben.

In meinem Falle lese ich heraus, dass gerade im Frühjahr, die Winde sehr unbeständig wehen. Vor allem im April und Mai wird laut Statistik NW Winde nur mit 22 % angegeben. Ist nicht so Dolle um Rüber zu kommen. Im Juli sollen es 38% NW Winde geben. Sie empfehlen für eine schnelle Passage über die Biskaya die Monate Juli und August. Ohh..

.Die Windstärken haben ihr Minimum im Juli und August. Nochmal Ohh…

Obwohl, wenn ich mir die Tabellen genauer anschaue, sind für den Monat Mai die Windstärken zwischen 0-3 Bft. mit 55 % angegeben. 4-5 Bft. mit 33% und 6-7 Bft. mit 10 % und über 8 Bft. mit 2 % angegeben. Das ist schon Ok in meinen Augen.

Sorgen mache ich mir über die Großschifffahrt. Gerade Einhand bin ich für dieses Problem sehr empfänglich.

Erst mal muss ich herausfinden, wo die Großschifffahrt hauptsächlich in der Biskaya fährt. Auch hier hilft mir das Buch von der Kreuzerabteilung.

Am Westlichen Ausgang des Englischen Kanals gibt es ein Verkehrstrennungsgebiet. An der NW Spitze der liberischen Halbinsel gibt es auch noch ein solches. Ich verbinde diese beiden Punkte auf der Seekarte mit einer Linie und kann dann sehen wo die Großschifffahrt , die gen Süden zieht entlang Fährt. Unberücksichtigt bleiben natürlich die ganzen anderen Schiffe und Fischer. Wenn ich also von Brest aus los segele, werdeich diesen Dampfertrack nicht kreuzen. Ich fahre SE dieser gedachten Linie. Das ist schon mal sehr Erfreulich.

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Wenn ich von England aus starte muss ich diese gedachte Linie einmal Kreuzen.

Nicht so Dolle…

Hmm, dabei reizt mich die Englische Küste mehr…!

Dann ist da auch noch der Kontinentalschelf. Der Unterwasserboden steigt von 4000 Meter in kurzer Distanz auf 200 Meter Wassertiefe an. Jeder kann sich vorstellen, was passiert, wenn bei Weststurm die hohen Wellen genau an dieser Kante aufrauschen. Sie fangen an zu Stolper und bauen sich sehr Hoch und Wild auf. Dort ist es dann sehr Gefährlich für eine kleine Jacht. Auch nicht so schön…

Also doch lieber von England mit WSW Kurs einen Bogen über die Biskaja segeln und irgendwann im letzten Drittel den Dampfertrack queren?

Überall und besonders an der Nordküste Spanien wird vor vielen Fischerbooten gewarnt. Auch blöde so Alleine…

Ich merke schon, wenn man sich Informationen einholt sollte man sich von diesen vielen wenn und aber nicht kirre machen lassen. Es haben ja auch andere die Biskaya alleine überquert.

Ach ja, die Nebelhäufigkeit an der Nordküste Spaniens ist im Mai am Größten.

Das wird ja eine Fahrt…

Zum Glück sind das alles Statistiken. Es kann eben auch ganz anders kommen.

Ich jedenfalls werde das Wetter beobachten, immer wieder Wettervorhersagen einholen und ein Wetterfenster abpassen um die Überquerung zu starten.

Bis da hin ist es ja sowieso noch ein langer Weg.

Ob ich über die Englische Küste gehe oder über die Französische ist mir noch nicht Klar. Ich werden wie immer spontan Entscheiden…

Im nächsten Teil geht es weiter mit meinen Überlegungen. Jetzt weiß ich aber schon, dass ich diverse Technik haben möchte…

Ach ja, dieses hier geschriebene spiegelt nur ein Teil meiner Gedanken wieder. Sicherlich könnte man ein ganzes Buch damit füllen.

 

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