Ich hole noch mal einen alten Blogeintrag nach oben für Pa.

2013 habe ich diesen Blogeintrag geschrieben.

Wie in alten Zeiten

Seit Jahren war Pa nicht mehr auf meinem Boot. Nach seinem Herzinfarkt hat es sich vom Segeln abgewendet um sich einer neue Freude zuzuwenden. Dank meines Bruders, der den Familienstammbaum weiter verästeln lässt , werden seine Enkel seine neue Leidenschaft.

Früher, waren wir ein gutes Team beim segeln. Viele Touren haben wir zusammen erlebt, die uns zusammengeschweißt haben.

Heute wollen wir gemeinsam von Zierikzee nach Wolphaartsdijk segeln. Leider ist es Grau in Grau. Der Wind weht mit NW 4-5 ganz ordentlich.

Nachdem wir noch den Antriebsmotor von der el. Selbsteuerung wieder eingebaut haben starten ich den Motor und tuckern die lange Hafenausfahrt entlang bis zur Osterschelde. Pünktlich um 11.10 öffnet die Zeelandbrücke und ich rolle die Genua aus. Mein Vater geht ans Ruder und Morian stürmt mit bis zu 8,4 kn durchs Wasser. Er geniesst die weichen Bewegungen der Morian und ist nach Jahren endlich wieder auf dem Wasser unterwegs. Sein Segellächeln hat er aufgesetzt. Ich fühle mich wie in alte Zeiten zurückgesetzt und freue mich über die gemeinsame Zeit mit meinem Vater auf der Morian. Alles fühlt sich so an, wie vor 37 Jahren. Er ist der Kapt’n und ich mache den Rest. Viel zu schnell sind wir bei der Ansteuerung zur Zandkreeksluis. Also beschließen wir zu wenden, noch mal zur Zeelandbrücke zu segeln, um dann zurück zum Heimathafen zu fahren.

Danke Papa, dass du hier bist! Es ist wunderbar mit dir!

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Meine Segel-Vita.

Viele fragen mich, wie ich denn zum Segeln gekommen bin und warum meine liebe zur See so groß ist.

Hier ist meine Geschichte.

Dies ist mein erstes Boot. Ich bin 2 Jahre alt und wachse in Kuala Lumpur auf.

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Meine liebe zur See wurde sicherlich im Alter von 6 Jahren erweckt. Und da hat mein lieber Vater sicherlich den größten Anteil dran.

Wir leben in Südost Asien.

Um nach Deutschland zu kommen, haben meine Eltern die glorreiche Idee, uns ganz langsam in das “ziviliesierte “Deutschland zu bringen.

Nichts liegt näher, als von Kuala Lumpur aus nach Bombay zu fliegen. Dann sind wir mit dem Passagierschiff  MS Asia, einem 158 Meter langen und 11,693 BRT schweren Schiff  von Bombay nach Venedig gefahren. Da 1970 der Suezkanal wegen des ägibtisch-israelischen Krieges gesperrt ist, mussten wir die lange Route über Süd Afrika nehmen. 6 Wochen dauerte die Schiffsreise.

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Im Indischen Ozean habe ich meine Freundschaft mit Neptun geschlossen. Es ist das erste mal, dass ich den Äquator überquere und getauft werde. Eine zweite Taufe folgte im Atlantik. Wir fahren über Mombasa, Durban, Kapstadt, Las Palmas, Barcelona, Bari nach Venedig. Schwere Monsunstürme haben im Indischen Ozean mein Gleichgewichtssinn getestet. Mein Vater erzählt mir, dass ich immer an der Reling stand, mit stoischem Blick aufs Meer. Ich weiß das Gefühl bis heute noch. Immer noch kann ich ohne Unterbrechung stundenlang auf das Meer schauen, während mein Segelboot von der Selbssteueranlage  geführt, die Wellen kreuzt.

Mit 11 fing ich das segeln in Zeeland im Süden von Holland an. Auf der Jolle Kolibri von Axel, den ich dort kennengelernt habe. Er war ein paar Jahre älter und besaß diese kanariengelbe Jolle. Da ich noch nie meinen Fuß auf einem Segelboot gestellt habe, nahm ich meinen ganzen Mut zusammen, fragte diesen fremden Jungen, ob ich sein Boot putzen könne. Axel ist ja schlau und winkte mich an Bord. Ich stand zum ersten mal in meinem Leben auf einem Segelboot. Also kam ich jeden Tag wieder um zu putzen. Nach ein paar Tagen fragte er mich, ob ich nicht mal mitsegeln wollte.

Und was soll ich sagen…. Ja, dass war es!

Wir sind heute immer noch Freunde.

Mit 12 verschlang ich die Bücher von Montessier, Rollo Gebhard und Wilfried Erdmann. Daher kommt auch meine große liebe zum Einhandsegeln. Reisen mit einem Segelboot, fremde Länder besuchen, dein Zuhause immer dabei zu haben. Ja genau das war es für mich.

Als ich mit 12 meine eigene Achat Jolle bekam , fuhr ich oft alleine mit ihr los. Das segeln war für mich kein Problem Nur alleine die schwere Jolle auf der Slipbahn rein und raus zu ziehen viel mir sehr schwer. Mir fehlt einfach noch die Kraft.

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Aber auch die vielen Segelstunden mit meinem Vater gemeinsam werde ich nie vergessen. Er an der Pinne, ich im Trapez unter Gleitfahrt im Verse Meer rauf und runter. Danke Papa.

Mit 16 machte ich meinen Sportbootschein Küste und segelte mit meinem Pa und unserer Hurly 700 auf der Osterschelde und an der Belgischen Küste.

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Mit 16 erlaubten meine Eltern mir schon alleine auf Tramptour zu gehen. Ab dieser Zeit bin ich viel durch die Welt getrampt und habe längere Fahrradtouren unternommen. Eine Fahrradtour von Bonn mach Tessaloniki werde ich dabei nie vergessen.  Dabei war immer das Meer mein Ziel.

Mit 22  war mein drang zur See wieder so groß,  dass es mich wieder ans Meer trieb.

Dann kam meine geliebte Sadler 29 “Tramp“ in mein Leben. Meine Törns wurden immer länger

Eine wunderbare englische Kielyacht von 8,68 m. Mit ihr machte ich zahlreiche Törns nach England, Frankreich, Helgoland. Manchmal Einhand, manchmal mit Pa, Freundin oder Freunden.

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Ein wunderbarer Törn von Zeeland nach Finnland und über Ostdeutschland zurück nach Holland war bis dahin meine größte Herausforderung.  Dies war ein Jahr nach dem Mauerfall. Alles ohne GPS und den anderen elektronischen Dingen. Eine wilde Zeit.

Dann kam das Alter wo ich viel Arbeiten musste. Über Jahre habe ich mir selber nur eine Woche Urlaub gegönnt. Gesegelt wurde nur noch an Wochenenden. Aber ich bin wirklich jedes Wochenende zum Boot gefahren. Mein Tankwart wird diese Zeit nie vergessen.

Jetzt möchte ich mich wieder vergrößern.

Die wunderbare Reinke Taranga“ Leviathan“ kommt in mein Leben.

12 Jahre bin ich mit ihr gesegelt. Eine tolle Zeit. Sie ist mir wirklich ans Herz gewachsen. Törns bis nach Dartmouth und an der englischen Ostküste habe ich damit unternommen. Längere Törns schaffe ich Zeitlich leider nicht.

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Weniger ist MEER!

Mit 49 habe ich es endlich verstanden!

Ich vergrößere mich noch mal. Die 11,75 Meter lange Westerly Sealord kommt in mein Segelleben.

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Ich refitte sie so, wie meine Geldbörse es her gibt. Also nur in kleinen Schritten. Nach 3 Jahren wird die Wohnung aufgelöst und mit einem Gefühl von Glücklich sein ziehe ich auf die “Morian“. Ich habe jetzt mehr Zeit aber auch weniger Geld. Zum Glück kann ich auch vom Boot aus arbeiten. Eine Kombination, die es mir jetzt möglich macht, endlich auch längere Törns zu segeln.

Törns, zu den Kanal Inseln, Scilly Islands, Irland oder über die Biskaya nach Nordspanien und zurück geben mir tiefe Befriedigung in meinem dasein…

Ich fange an einen Blog für meinen Vater zu schreiben. Sein Alter zwingt ihn dazu nicht mehr aufs Boot zu können. Und sein Sohn schwirrt ja auch immer in der Weltgeschichte herum. Dieser wurde dann zu einem Tagebuch für mich und meinen Freunden, da sie mich ja selten sehen.

Alles Nachzulesen auf meinem Blog;

http://www.morianblog.wordpress.com

 

 

Ständig kalte Füße? Ich habe endlich die Lösung!

Wer kennt das nicht. Wir Fahrtensegler sitzen ja viel rum. Bewegungen werden kaum ausgeführt. Obwohl wir mit langer Unterhose, Faserpeltz, Ölzeug bis zu geht nicht mehr eingemummt sind, kriecht die Kälte langsam in uns.

Auch mit den dicksten Wintersocken friere ich in meinen Stiefeln. Der Körper ist mit den ganzen Lagen wärmenden Unterzeug bestens vor Kälte geschützt. Aber meine Füße bleiben kalt.

Bei Amazon habe ich dies hier gefunden.

The Heat Company. Es gibt auch andere Hersteller. Ich habe mich für diese entschieden. Mit dieser Firma habe ich nichts zu tun. Ich gebe euch nur meine Erfahrung mit diesem Produkt wieder.

Einfach die Luftdichte Verpackung aufreißen. Durch den Sauerstoff wird das Produkt aktiviert und erzeugt eine Wärme von 39 bis 45 Grad. Einfach mit der glatten Seite nach unten in den Schuh legen. Das war es.

Das Produkt wärmt ungefähr 8 Stunden lang und muss dann leider weggeschmissen werden. Es ist nur einmal verwendbar.

Ich schreibe dies gerade vor Hoek van Holland am 5 November an Bord der Morian auf dem Weg von Scheveningen nach Zierikzee.

Meine Füße sind herrlich warm und ich friere nicht.

Wunderbar

Ich sitze hier. 8 Sm entfernt von Ijmuiden und 17 Sm vor Scheveningen.

Ja hier, auf der Morian hingekauert unter der Sprayhood. 5 Grad Lufttemperatur. Die Sonne scheint durch das trübe milchige Etwas, was eigentlich kräftig blau sein sollte. Die Nordsee hat gute Laune. 14 kn Wind aus E und eine kleine Welle Vergnügen mich.

Eingemummt in all meinen Klamotten wundere ich mich immer noch, dass es schon November ist. Der goldene November. Das Wetter ist schön aber die Kälte kriecht langsam und unaufhörlich in mir hoch. Ich erinnere mich an den 4 April in diesem Jahr. Vor 4 Tagen lag noch Schnee auf Morians Deck. Ich mache die Leinen los, um Einhand über die Biskaya nach Galizien zu segeln. Was für ein toller Tripp. Was für ein tolles Segeljahr. Und jetzt ist es genauso kalt wie damals im April.

Wie sagt man so schön. Ein rundum gelungenes Segeljahr.

Wunderbar

Amsterdam in 10 Sekunden.

Ich liebe Amsterdam.

Multikulti, verschiedenste Gerüche. Restaurants mit allen Geschmacksrichtungen die man kennt oder kennenlernen möchte. Einfach mal sich um die Welt essen. Urige Pubs wo die Affen tanzen. Das van Gogh Museum, wo man sich auf die Suche nach seinem Ohr begibt. Die nächtlichen Strassen, Winkel und Grachten mit unzähligen Menschenmassen verschiedenster Couleur. Lichter, flackern, Spiegelungen. Der Sixhafen direkt in der Mitte von der Welt. Mein Chinese wo ich so gerne was bestelle. Auch das ist mein Amsterdam.

Susanne liegt mit Ihrer Zora hier. Wir machen uns auf dem Weg in das nächtliche Amsterdam. Aepjen Bier, 7,5 Prozentig lassen die Affen tanzen. Wir erzählen, beobachten, hören zu. Gehen in die nächste Kneipe und fahren dann mit der Fähre, die alle 5 Minuten das Wasser quert wieder rüber in den Sixhafen.

Danke Susanne.

Wetterfenster sucht Zeitfenster

Ich musste spontan meine Reise in Hoorn unterbrechen. Meine Familie braucht mich.

Gerade bin ich mit dem Zug von Bonn hier wieder angekommen. 4,5 Stunden hat die Zugfahrt gedauert und die DB hat mir 64,95€ abgenommen. 4,95 € hat die Platzreservierung gekostet. Dies war wohl das willkommens Geschenk der Bahn. Ich habe mich riesig gefreut und setzte mich auf meine zugezahlte privat Müllhalde. Nach einer halben Stunde kam dann doch jemand von der Bahn und hat sich der Sache angenommen.

 

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Im Moment ist es schwierig für mich ein Zeitfenster zu finden um Morian zurück zu ihrem Winterliegeplatz nach Zierikzee zu segeln. Wir sind schon im November und die Stürme warten nicht bis ich zurück in Zeeland bin. Ich muss vermehrt meiner Familie helfen und auch Fotojobs kommen dazwischen. Wenn ich dann Zeit habe sollte aber auch das Wetter einigermaßen passen. In der letzten Zeit gab es immer nur Sturm aus SW auf der Nordsee. Und in genau diese Richtung muss ich hin.

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Morgen am Freitag ist W 3 angesagt. Also ideal um von Hoon nach Amsterdam zu segeln. Dann wird die Wettervorhersage etwas ungenauer. Es scheint aber Schwachwindig zu werden. Der Wind ist mit S 2-3 angesagt. Dann muss ich  wohl unter Motor von Ijmuiden nach Scheveningen fahren. Am 3 Tag geht es dann direkt über die Rompot Schleuse nach Zierikzee. Mal sehen ob es klappt.

Ich werde weiter berichten…

Schön ist es Morian wieder zu sehen. 🙂

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