Seehunde, Seekrankheit und wir Sinken!

Das Wetter wird besser. Der Wind geht endlich mal nach NE. Das gehört so. SW Winde sind hier selten. Diese haben unsere Weiterfahrt an der Galicischen Küste verhindert. Wir wollen direkt nach Muxia das in der RIA DE CAMARINAS liegt.

Diese 50 sm an der Costa da Morte, der Todesküst werden es für uns in sich haben. Dies ist der Westlichste Zipfel von Galicien. Diese Küste ist berüchtigt für ihre schweren Stürme und den vielen Schiffsuntergängen. Da haben wir uns ja einen schönen Törn gemeinsam an Anfang ausgesucht…

Es hat ja in den letzten Tagen aus SW mit bis zu 7 Bft geweht. Dementsprechend liegt natürlich eine hohe Welle vor der Küste. Wir haben extra schon einen Tag gewartet, sodass sich die Welle beruhigen kann.

Die Hunde bekommen ihre Rettungsweste an. Gabriel zieht sich vorsorglich auch eine an. Also geht es los.

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Kaum sind wir aus der Bucht von Coruna wird Gabriele ganz ruhig. Die Hunde liegen auf dem Cockpitboden und sind einfach froh bei uns zu sein. Die Segel werden gesetzt und Morian schaukelt gen SW. Mit ihren hohen Bergen sieht die Küste sehr schön aus. Gabriele geht nach unten in die Koje und wird bis Muxia nicht mehr hochkommen. Ihr ist schlecht. Zum Glück muss sie nicht Brechen. Alezane legt sich zu ihr und spendet ihr Trost. Ich habe draußen genug zu tun und schau immer mal wieder zu Ihr. Najuma, mit ihren 2 Jahren ist am Anfang etwas aufgeregt, beruhigt sich aber wieder, als sie sich auf mein Schoß setzt. Sie ist ein Augenhund und sieht sich immer alles genau an. So schaut sie auf die Wellen, beobachtet das Land, sieht den Möwen nach und lässt sich Stundenlang von mir kraulen. Unten ist Alezan die Ruhe selbst. Sie passt auf Gabriele auf. So kommen wir nach 10 Stunden problemlos in Muxia an.

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Problemlos! Hmmm, ich vergaß. Morian ist am Sinken…!

Mich wundert es , dass die automatische Pumpe für den Kondenzwassersammler des Kühlschranks läuft. Und zwar nicht alle paar Stunden einmal um das Kondenzwasser in die Spule zu pumpen. Sie läuft die ganze Zeit! Oha. Als ich das realisiere, stürme ich nach unten und hebe die Bodenbretter zur Bilge hoch. Dort steht das Wasser bis kurz vor Anschlang Boden.

Es ist Salzwasser! Sofort mache ich den Motorraum auf und sehe das Übel. Vom Kühlwasserkreislauf ist das Rohr vom Wärmetauscher ein wenig Abgeschert. Nicht viel, das Kühlwasser wird weiter ins Kühlsystem geleitet und gleichzeitig auch in den Motorraum.

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Na Klasse. Ich mache den Motor aus und wir setzen noch mal die Genua. Bei der Schaukelei bekomme ich das Rohr nicht mehr fest. Natürlich schalte ich sofort meine Bilgenpumpe an und zig Liter Wasser werden aus der Bilge befördert. Wir haben jetzt noch 5 sm bis Muxia. Den Motor möchte ich nicht anschalten für den Anleger in Muxia.

Ich habe Angst, das sich der Motor überhitzt. Mein Plan ist es, bis kurz vor der Hafeneinfahrt zu segeln und dann in der Hafeneinfahrt die Genua einzudrehen, kurz den Motor zu starten und schwubbs an den Steg zu gehen. Alezan liegt noch bei Gabriele. Najuma sitzt oben im Cockpit angeleint. Ich schwirre zwischen Motorraum und Cockpit hin und her. Jetzt geht der Wind auch noch bis 5 bfo. hoch.

Ich segele bis in die Hafeneinfahrt rein, rolle das Segel ein und starte den Motor. 3 Minuten brauch ich bis an den Steg. Die Vorleine wird vom Marinera festgemacht. Ich schalte den Motor sofort aus. Puhh

Kaum schaukelt das Boot nicht mehr geht es Gabriele gut undgeht sofort mit den Hunden spazieren. Fröhlich laufen sie mit Ihr zum Gassi. Ich muss nochmal die Bilge leerpumpen. Die Reparatur des Kühlsystems geht ohne Probleme. Das mache ich aber erst am nächsten Tag. Ich bin bedient.

Klasse ist, dass alles an Bord in Ruhe abging. Gut gemacht Gabriele, gut gemacht Alezan und gut gemacht Najuma. Ich habe mein Bestes gegeben.

Muxia gefällt uns sofort. 1500 Bewohner leben hier in ihren bunten Kastenhäusern. Hier geht der Jakobsweg vorbei auf den Weg zum Kap Finisterre. Der Ort ist voller Pilger. Die meisten humpeln und sehen ziemlich erschöpft aus von der ganzen Wanderei.

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Der Hafen wurde neu gebaut.

Viel Geld wurde hier in Galicien investiert. Das liegt daran, daß der Tanker Prestige, der im Jahr 2002 zerbrach und das Öl, das ganze Ökosystem zerstört hat . Viel Geld wurde für den Wiederaufbau der Küste aufgewendet.

Mir ist hier nichts mehr aufgefallen von diesem schrecklichen Unglück.

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Die Hafenmeisterin ist total freundlich und begrüßt uns mit einem Lächeln. Hier werden Besucher noch wirklich herzlich willkommen geheißen. Nur 2 Besucherjachten liegen hier an den Stegen. Ich schätze 90 % der Stegplätze sind noch frei. Nur ein paar Einheimische Boote liegen hier. Die Sanitärgebäude sind einfach und zweckmäßig. Ich bekomme direkt 30% Ermäßigung für 3 Tage liegen. Das sind pro Tag 16 €. Die Steckdosen an den Stegen haben einen anderen Durchmesser als unsere normale Eurostecker. Beim Hafenmeister gibt es einen Adapter.

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Jetzt weht der Wind wieder mit Böen bis 8 Bfo. Das scheint hier Normal zu sein am Costa da Morte, der Todesküste.

Wir hängen mal wieder…

 

 

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Auf nach A Coruna.

Jetzt sitze ich im Cactuscafe in Dieppe. Lange habe ich meinen Blog nicht mehr weiter geführt. Es passiert einfach so viel. Ich nehme mir einfach keine Zeit dafür. Ich hoffe Ihr nehmt es mir nicht Übel.

Ein Coctail steht vor mir und meine Gedanken gehen zurück. Wohin eigentlich? Ach ja, ich bin gerade in Cedeira angekommen.

Das war doch dort, wo dieser schöne kleine Strand, nur für mich da war…

2 Tage bleibe ich in Cedeira. Jetzt zieht es mich doch wieder in eine Marina. Vor 7 Tagen bin ich in Guernsey gestartet und erst als ich in A Coruna ankomme, habe ich das Gefühl über die Biskaya zu sein. Keine Ahnung warum. Irgendwie endet eine Biskaya Überquerung für mich in A Coruna.

Der Wind soll wieder stärker werden. Ich möchte einen geschützten Platz haben vor Winden aus NE. Diese Winde kommen hier am häufigsten vor. Eigentlich fast immer.

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Ausgesucht habe ich mir den ersten Hafen direkt am Anfang mit dem eigenwilligen Turm. Er wird geschützt von einer riesigen Mole, die den Seegang von NE abwehrt. Über WHF Kanal 09 rufe ich den Hafen an und darf direkt am Eingang der Stege an einem Fingersteg festmachen. Das ist gut so. Die sind nämlich Hunderte von Metern lang. Im Marinagebäude werde ich sehr freundlich empfangen. Das wird mir hier in Galicien noch öfter passieren. Ganz anders kenne ich das aus Holland. Hier wird man hofiert und als Kunde gesehen. Ich fühle mich auf Anhieb wohl.

23 € bezahle ich für die Nacht. Die Sanitäranlagen sind ok aber nicht der neuste Schrei. Ein Restaurant ist direkt in der Marina. Aber mit gesalzenen Preisen.

Leider ist es hier sehr unruhig mit dem Schwell, der auch bis nach ganz innen im Hafenbecken schwappt. Morian und auch die anderen Boote zerren an ihren Leinen und Fendern. Ruckdämpfer sind hier wirklich zu empfehlen. Oder man nehme wie ich, die Liros Handy Elastik Leinen.

Hier warte ich auf Alezan und Najuma die am anderen Ende der Leine Gabriele mitbringen. Wir wollen hier in Galicien segeln. Kleine Strecken und natürlich hundefreundlich. Ich freue mich drauf.

Die Stadt gefällt mir mit seinen Plätzen, engen Gassen und Einkaufsstrassen. Am inneren Hafen stehen riesige Häuser an der großen Promenade mit Fensterfassaden, die auf Bögen gebaut sind. Dort drin befinden sich Restaurants, Tavernen und Straßencafes.

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Ein Kreuzfahrtschiffanleger ist auch hier. Also ist für Trubel gesorgt. Parallel zur ersten Reihe ist die Fussgängerzone und es gibt eine Gasse mit Restaurants, wo Fischspezialitäten angeboten werden. Aufpassen muss man. Teilweise wird man dort abgezockt, wie ich es ein paar Tage später erfahren sollte.

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Bestelle ich in einem Cafe ein Glas Weißwein, bekomme ich auch Tapas dazu. Entweder eine spanische Tortilla oder andere Köstlichkeiten. Oliven werden auch dazu gereicht. Am Ende bezahle ich 3€ für das Ganze. Die Stadt gefällt mir

Mit einem lauten Bellen werde ich begrüßt. Gabriele ist mit Alezan und Najuma gekommen. 2500km sind sie von Berlin hier her in zwei Tagen gefahren. Was für ne Mordsstrecke. Wir können das Auto im abgesperrten Hafenparkplatz lassen. Erst mal zahlen wir für 4 Wochen 45€. Da kann man nicht meckern.

Das Wind bläst stürmich. So bleiben wir noch hier.

Die Hunde brauchen Auslauf. Wo geht man mitten in der Stadt hin?

Schön ist es, dass überall, wo es große betonierte Flächen gibt., die Stadtplaner kleine Grünflächen eingebaut haben. So müssen wir nicht weit gehen für die kleinen Geschäfte.

Aber das reicht Alezan und Najuma natürlich nicht. Also machen wir uns auf dem Weg zum ältesten noch in Betrieb stehende Leuchtturm der Welt. Dort gibt es große Grünflächen und der Turm ist natürlich auch sehenswert.

Der Leuchturm wurde von den Römern erbaut. Mit seiner Höhe von 55 Metern und seinem Stand auf einem Hügel kommt er auf 112 Metern und weist den Seeleuten den Sicheren Weg an der Küste Galicien. Toll ist es hier. Mal sehen wie lange wir noch bleiben…

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Treadmaster Deck verschönern!

Edgar ist heute nach Hause gefahren. Das hat einen Grund. Und zwar ist es die Windrichtung. NE Winde sind für die nächsten Tage angesagt. Und genau nach NE müssen wir segeln. Ein 4er mit Böen 5 bis 6 BFT. bringen keinen Spass, wenn Boulogne über 70 sm entfernt ist. Und der Wind wird bleiben bis zu Wochenende. Und da muss Edgar wieder zu Hause sein. Von Fecamp aus ist sein Heimatort gut erreichbar mit dem Zug.

Danke Edgar für die schöne gemeinsame Zeit! Du bist immer willkommen!

So, nun bin ich wieder allein auf der Morian.

Ich schaue mich um. Immer wieder stösst mir das vergammelte Treadmaster Deck auf. Es ist total dreckig und fleckig. Ich möchte schon länger etwas dagegen tun. Alles Abreißen und neu verlegen ist eine Heiden Arbeit und sehr teuer. Warum also nicht neu streichen.

Jetzt habe ich Zeit und eine Dose Tredmasterfarbe ist an Bord. Das reicht sicherlich für das Achterdeck. Mein Trendmaster ist teilweise an den Kanten abgeplatzt. Nicht viel aber an manchen Stellen wölbt sich eine Kante nach oben. Mit Sekundenkleber repariere ich diese Stellen. Das habe ich auch schon vor 4 Jahren so gemacht und diese reparierten Stellen kleben immer noch. Porös ist das 32 Jahre alte Deck noch nicht.

So sieht das Achterdeck aus.

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Als erstes wasche ich das Deck gründlich mit dem Reinigungsmittel von Treadmaster. Das wirkt recht gut.Vorher habe ich ein Decksteiniger von Jachticon genommen. Das reinigt gar nicht. Mit dem Produkt von Trendmaster bin ich zufrieden. In warmes Wasser verrührt, mit einer Decksbürste aufgetragen, wird der Dreck gelöst und später mit viel Wasser gründlich ausgespült. Nach anschließenden Trocknen gehe ich mit einem Fusselfreien Lappen, getränkt mit Aceton, noch mal über die ganze Fläche.

Dann kommt die Fleißarbeit. Abmaskieren mit Klebeband. Für das bisschen habe ich 2,5 Stunden gebraucht. Mit einem Cuttermesser musste ich die feinen Radien an den Ecken ausschneiden

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Dann habe ich mit einem Flachpinsel die Farbe aufgetragen. Erst in der einen Diagonalen und dann in der anderen Diagonalen. Nicht zu viel Farbe nehmen. Darauf hin habe ich noch die Farbe ein wenig eingetupft. Immer darauf achtend, dass nicht zu viel Farbe auf die Fläche kommt. Es darf sich nie eine Füze bilden. Zum Schluss nochmal in den Diagonalen streichen. Nur mit dem Pinsel. Nicht nochmal Farbe auftragen. So bekomme ich eine gleichmäßige Farbverteilung hin. Ich habe immer darauf geachtet, dass die Farbe die Poren verschlossen haben. Alle Poren müssen zu sein.

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Eine Lage Farbe reicht bei mir. Es ist sofort Deckend und verteilt sich ohne Flecken gleichmäßig. Echt Einfach das Ganze. In diversen Foren habe ich gelesen, dass die Verarbeitung schwierig sei, die Fläche nach dem Streichen nicht gleichmäßig gefärbt sind. Bei mir funktioniert es ganz ohne Probleme. Ob es an der Farbauswahl liegt? Auch habe ich kein Farbwechsel gemacht.

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Nach 4 Stunden habe ich das Klebeband wieder entfernt und ein Treadmastedeck wie neu Strahlt mir entgegen!

Ich bin erstaunt und verblüfft, wie einfach das ganze war.

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Ich habe mit der Firma nichts zu tun. Dies ist einfach nur meine Erfahrung mit dem Produkt. Wie lange die Farbe hält werde ich ja noch herausfinden….

 

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Saint Vaast la Hougue und eine Überraschung.

Gestern sind wir von Omonville 32 sm nach Saint Vaast gesegelt. Eine wunderbare Fahrt bei Nordwinden um die 20 kn, die aber dann auf 10 kn abflauten. Sant Vaast habe ich ja schon auf meiner Hintour nach Galicien besucht. Damals war der ganze Hafen und die Stadt in Nebel gehüllt. Heute haben wir einfach traumhaftes Wetter.

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Bei Hochwasser kommen wir an und können direkt in den Hafen fahren. Der Hafen wird  durch ein Tor geschützt, das bei Ebbe geschlossen wird um den Wasserstand im Hafen aufrecht zu halten. Sofort finden wir einen Platz am Steg. Es ist immer noch nicht viel los hier.

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Die Stadt gefällt uns. Fisch in allen Variationen werden uns angeboten. Natürlich auch die bekannten Saint Vaast Austern. Hier ist alles auf Fischfang ausgerichtet. Trotzdem hat der Hafen auch einen richtigen Jachthafen mit allem was man braucht. 40€ werden wir pro Nacht hier zahlen. Das ist der teuerste Hafen, bei diesenTörn.

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Wir schlendern durch die Stadt. Schauen in Geschäfte, finden einen Delikatessenladen, der so groß und verwinkelt ist, dass man sich darin verlaufen kann. Kleine Geschäfte und eine Galerie mit Bretonischen Motiven gefallen mir sehr.

Und dann blieben wir hier stehen. Von meinem letzten Besuch hier kenne ich diesen Eingang. Diese Wunderwelt hier, möchte ich Edgar nicht vorenthalten.

Kommt einfach mal mit rein…

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IMG_3190Wir staunen nur.

Eine Oase der Ruhe empfängt uns. Die Laute der Stadt verstummen hier. Vogelgezwitscher macht sich breit. Ich höre ein leises plätschern in der Ferne. Ein kleiner Vogel badet sich in einer Tränke. Überall stehen versteckt Tische mit Stühlen hinter Büschen und Blumen herum. Hier kann man sich hinsetzen und ein Kaffee trinken.

Die Atmosphäre ist einmalig und wunderschön.

Hier sind wir im Innenhof eines Hotels und Restaurants. Man kann sich hier einmieten, und sich fühlen, wie einst Ernest Hemingway, irgendwo in den Tropen.

Wunderbar!

 

Ich kenne die Besitzer nicht, und weiß auch nicht was für ein Standard dieses Hotel hat.

Trotzdem möchte ich euch dieses Kleinod nicht vorenthalten.

 

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04:00 ein lauter Knall…

Heute Nacht werden wir von einem lauten Gerumpele wach! Erschreckt springe ich aus die Koje. Was war das?

Edgar ist auch davon wach geworden. Wir springen ins Cockpit. Im Dunkeln erkennen wir neben uns das Gemauerte Seezeichen, was ein Riff kennzeichnet. Da wir bei Flut angekommen sind waren wir sehr erstaunt, dass dieses Zeichen nun 10 Meter über uns steht. Der Tidenhub ist hier beträchtlich. Als wir bei Hochwasser angekommen waren, war die Mooringboje ca. 30 Meter entfernt. Morian haben wir ganz kurz angebunden. Laut Seekarte sollte nichts passieren. Das Echolot stand auf 14 Meter.

Einen schönen Abend verbringen wir im Cockpit.

Also es kracht auf einmal. Aber nur ein mal. Ich glaube wir sind Aufgelaufen. In der Sternklare Nacht sehe ich wie wir parallel zum Zeichen stehen. Es ist kein Wind. Das Echolot zeigt nur noch 2 Meter an. Puh, wir haben 1,80 m Tiefgang.

Vermutlich sind wir beim schwoien seitlich an das Riff gestoßen.

Ich starte dem Motor und wir legen an einem Steg in der Flussmitte an. Einen Meter neben der Mooringboje zeigt das Echolot schon wieder 4 Meter an.

Ich habe einfach den Fehler gemacht, dennTidenhub nicht mitberechnet zu haben. Dadurch, dass wir Niedrigwasser haben, hat die Moiringboje ja Lose bekommen und kann viel mehr in die Nähe des Riffs gedrückt werden. Also habe ich einfach die falsche Boje genommen…

Ich lerne nie aus…

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Wieder zurück über die Biskaya zur Bretagne.

344 sm sind wir über die Biskaya gesegelt und haben 77 Stunden dafür gebraucht.

Ich sage wir, weil mein Freund Edgar aus Deutschland nach A Coruna geflogen ist, um mit mir gemeinsam wieder nach Holland zurück zu segeln.

77 Stunden? Puh, dass ist aber langsam. Ja, wir haben mal wieder wenig Wind gehabt. Nicht am Anfang, aber nach 18 Stunden mit Wind bis 27 kn aus Westen und einer kabeligen Welle, sind wir in eine Flaute geraten. Und sie verfolgte uns bis fast zurück nach Frankreich. Eigentlich wollen wir nach Brest. 70 sm vor dem Ziel entscheiden wir uns für Benotet, im schönen Fluss Odet, an der nördlichen Seite der südlichen Bretagne. Edgar hat diese Idee und zum Glück habe ich einen Törnführer von dieser Ecke an Bord. Wir lesen nur positives von dieser schönen Ecke von der Bretagne. Und wir würden positiv überrascht.

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Der Fluss Odet fliesst genau nach Norden. An der Mündung ins Meer gibt es am westlichen Ufer die kleiner beschauliche Ort namens Saint Marine mit Stellplätzen und Mooringbojen für Besucherjachten. Auf der östlichen Seite, direkt gegenüber befindet sich der Ort Benodet, auch mit Steganlagen für Besucher und Mooringbojen. Es ist jetzt in der Vorsaison noch sehr beschaulich hier. Saint Marine ist auch noch ein wenig kleiner und Idyllischer.

Als ersten Stop nach der Biskaya gehen wir an den Besuchersteg von Sainte Marine. Hier bezahlen wir 28€ für die Übernachtung. Man liegt längsseits am Steg und muss beim Anlegen aufpassen, wenn man nicht bei Stillwasser dort ankommt. Bis zu 4 kn Strom kann es hier geben.

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Am nächsten Morgen gehen wir aber an eine Mooring auf der anderen Seite vom Fluss in der Nähe von Benotet. Eine Flottille von Engländern wird am Nachmittag erwartet. 30 Schiffe kommen. Eine ganze Anzahl von Oyster Yachten in der Größe von 42 Fuss bis 72 Fuss und noch viele andere schöne englischen Yachten.

An der Moorig bezahlen wir 18€ und haben unserer Ruhe.

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Schön ist es hier. Bretonische  Häuser zieren die leicht gewölbten Hänge. Der bewaldete Ufer sieht urig aus. Überall liegen Schiffe an den Moorings. Ein buntes Treiben der an und abfahrenden Yachten, können wir von den Cafés beobachten und ein wenig das kulinarische von Frankreich erleben. Leider sind die Preise wieder höher als in Spanien. Da mussten wir uns erst mal  dran gewöhnen. Puhh…

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Uns gefällt es hier sehr. Wir bleiben 3 Tage und schwirren mit dem Dingy zwischen den beiden Ufern des Odet.

Morgen früh wollen wir die 74 sm zu den Ile d`Ouessant segeln, die am westlichen Eingang des englischen Kanal liegen.

Das ist aber eine andere Geschichte…

 

 

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Ich Hornochse…

Im Hafen von Laxe kann man nur Ankern. Eine große Mole schützt den Ankerplatz vor Wellen aus NW. Hier wollen wir hin. Ein Kilometer langer Sandstrand lädt uns und natürlich Najuma und Alezan ein um Sicherheit auszutoben.

Der Kobra Anker fasst nach ein paar Metern auf dem harten Sandgrund. Ich möchte noch mit voll Rückwärts den Haken sicher eingraben um ruhig die Nacht zu verbringen. Dann slippt er wieder und ich kuppelte den Motor wieder aus. Ich merke dann aber, dass der Anker wieder fasst. Also gebe ich Rückwärtsgang in Leerlaufdrehzahle und gehe nach vorne um zu sehen ob der Anker noch slippt. Ich lege meinen Fuß auf die Kette und spüre wie er leicht rasselt. Also habe ich die Glorreiche Idee noch mehr Kette zu geben um den Zugwinkel auf den Anker zu verkleinern, damit es sich besser eingraben kann…

Leider registriere ich nicht genau, dass wir ganz schön viel Fährt achterlastig machen. Als ich die Bremse von der Ankerwinsch löse rasselt die Kette nur so aus bis es einmal Bing macht und das letzte Kettenglied aus dem Ankerkasten raus schaute. ha, zum Glück habe ich sie ja noch mit einer Leine gesichert. Diese aber dehnte sich in Bruchteilen von Sekunden wie ein Gummiband und es machte Kling. Sie Riss und schwups war der Anker samt Ankerkette in den Fluten. Grrrr… Ahhhhhh…. ich Hornochse.

Hier gibt es keinen Steg um anzulegen. Also müssen wir wohl noch 35 sm weiter bis nach Coruña.

Halt, ich bekomme eine Idee. Ich habe doch noch den alten CQR Anker mit 21 kg. Der liegt ganz unten in der Backskiste. Ich Steuer Morian erst mal vom Strand weg und gehe dann in die Tiefen de Backskiste um den Anker zu holen. Zum Glück habe ich auch noch eine Ankerleine. Vom meinem 15 kg Heckanker nehme ich den Kettenvorlauf und stecke den an die Ankerleine und an den Anker.

Schwups über Bord mit dem ganzen Zeug und noch mal schön den Anker mit Rückwärtsgang eingraben. Wir fahren sicherlich 40 Meter rückwärts, bis sich der Anker eingräbt. Dieser mistige CQR Anker. Immer macht er Probleme. Der Kobra ist viel besser. Auch wenn er jetzt bei den Fischen ist.

Als er hält, auch mir voll Rückwärts lasse ich noch meinen Heckanker an der Ankerleine runter als Reitgewicht. Ich möchte ruhig schlafen.

Ach ja, hab ich euch schon gesagt, dass ich so ein Hornochse bin?

Jetzt liegen 600€ Ankerkram bei den Fischen. Nicht nur das. Auch wurde in Cherbourg mein neues Klapprad geklaut und einen Tag vor der Abfahrt von Holland habe ich mein I Phone versenkt…

Ja, ich Hornochse!

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